Wir sitzen uns zu Tode

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Wir sitzen uns zu Tode

Die Deutschen sind ein Volk von Sitzenbleibern: Durchschnittlich siebeneinhalb Stunden sitzt jeder Erwachsene pro Tag herum - vor allem vor dem Fernseher oder am Schreibtisch, wie eine am Montag in Düsseldorf veröffentlichte Studie der Krankenversicherung DKV zeigt. Junge Erwachsene bewegen sich sogar pro Tag neun Stunden lang nicht vom Fleck.

Sterben früher

Ständig sitzende Tätigkeit gilt demnach neben dem allgemeinen Bewegungsmangel als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch wer sich wie empfohlen täglich 30 Minuten bewegt, trägt bei langem und häufigem Sitzen ein gesundheitliches Risiko. Statistisch gesehen steigere jede zusätzliche tägliche Stunde Fernsehen die Sterblichkeit um elf Prozent, betonte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln.

10 Tipps für mehr Bewegung 1/10
1. Nehmen Sie die Treppe! Machen Sie einen großen Bogen um Lift und Rolltreppe und steigen Sie die Stufen hinauf. Alleine durch diese kleine Veränderung werden Sie fitter.
2. Mit dem Rad fahren Eine Stunde langsames Fahrradfahren entspricht etwa 7.500 Schritten. Fahren Sie mit dem Rad in die Arbeit und drehen Sie am Nachmittag mit den Kindern eine kleine Runde.
3. Im Stehen telefonieren Sie sitzen die ganze Zeit im Büro? Dann stehen Sie wenigstens zum Telefonieren auf! Wenn Sie mit dem Handy telefonieren, können Sie nebenbei auch ein paar Schritte gehen. Es lohnt sich, denn im Schnitt telefonieren wir eine halbe Stunde am Tag.
4. Weg mit der Fernbedienung! Fernseher, Stereoanlage und Co. werden heutzutage nur noch per Fernbedienung benutzt. Versuchen Sie auf die kleinen Helfer zu verzichten. Stehen Sie auf, wenn Sie das Programm wechseln wollen und schalten Sie von Hand um. So lässt sich auch in den gemütlichen TV-Abend ein kleines bisschen Bewegung einbauen.
5. Spazieren statt ins Kaffee setzen Sie treffen sich nachmittags oder abends mit den Freunden in einem Café? Schön und gut, aber ersetzen Sie dieses liebgewonnene Ritual doch einfach mal durch einen gemeinsamen Spaziergang. Da kann man auch gut quatschen und tut nebenbei was für die Gesundheit.
6. Eine Station früher aussteigen Sie fahren mit den Öffis in die Arbeit? Sehr gut! Steigen Sie in Zukunft eine Station früher aus oder eine Station später ein. Sie werden viel wacher im Büro ankommen.
7. Keine E-Mails mit den Kollegen Sie schreiben den Kollegen schnell eine E-Mail, wenn es etwas zu besprechen gibt? Gehen Sie bei nächster Gelegenheit lieber persönlich hin. Erstens fällt das Besprechen einfacher und zweitens tun Sie etwas für Ihre Gesundheit.
8. Staubsaugen Da freut sich die Wohnung und die Figur! In einer halben Stunde werden dabei im Schnitt 120 Kalorien verbrannt.
9. Extra-Meter Vor dem Frühstück schnell zum Bäcker ein paar frische Weckerl holen! Da freut sich der Partner und die Figur.
10. Wander-Warten Die U-Bahn braucht schon wieder 3 Minuten? Dann gehen Sie Auf und Ab, anstatt sich faul auf der Bank die Wartezeit zu vertreiben.


Stundenlanges Fernsehen
Konkret verbringen die Menschen die meiste Zeit (30 Prozent) sitzend vor dem Fernseher. Die Hälfte der Befragten sitzt am Wochenende sogar täglich mehr als zweieinhalb Stunden vor dem TV-Gerät. Die Arbeit am Schreibtisch ist mit 24 Prozent der zweithäufigste Grund.

Ungesunder Lebensstil

Bereits Kinder wachsen laut DKV-Chef Clemens Muth "praktisch im Sitzen auf und kopieren den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern". Insgesamt sitzen Kinder an Wochentagen außerhalb der Schule etwa vier Stunden, an Wochenenden etwa viereinhalb Stunden pro Tag, die meiste Zeit davon vor dem Fernseher, unter der Woche auch bei den Hausaufgaben.

Zu wenig Bwegung
Nur ein Viertel der Kinder hält sich demnach an die Empfehlung, nicht länger als eine Stunde pro Tag Bildschirmmedien zu nutzen. 72 Prozent der Kinder haben sogar einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer, 50 Prozent einen Internetzugang. Unterm Strich bewegt sich laut Studie jedes zweite Kind zu wenig.

Für den DKV-Report "Wie gesund lebt Deutschland?" befragte das Marktforschungsinstitut GfK mehr als 3.000 Menschen zu ihrem Gesundheitsverhalten und erstmals auch zu ihrem Sitzverhalten. Außerdem wurden 300 Eltern zu Mediennutzung und Gesundheitsverhalten ihrer sechs- bis zwölfjährigen Kinder befragt.

Mehr Bewegung: So motivieren Sie Ihr Kind! 1/10
1. Richtige Sportart Nicht jeder Bub mag Fußball und nicht jedes Mädchen steht auf Reiten. Suchen Sie die passende Sportart für Ihr Kind. Probieren Sie gemeinsam aus, was am meisten Spaß macht. Das Kind sollte selbst entscheiden dürfen, wobei es sich wohl fühlt. Und: Bleiben Sie dran! Die meisten Vereine bieten Schnuppertrainings an.
2. Mit Freunden Ihr Kind möchte nicht alleine einem Verein beitreten? Wie schaut es mit dem besten Freund aus? Vielleicht möchte auch er eine neue Sportart ausprobieren. Gemeinsam macht es doppelt so viel Spaß. Vorteil für die Eltern: Man kann die Kinder abwechselnd ins Training bringen und abholen.
3. Kleine Erfolge Kleine Erfolge motivieren zum Weitermachen und besser werden. Machen Sie Ihrem Kind aber keinen Druck, denn das kann dazu führen, dass es die Freude am Sport verliert. Sport sollte vor allem Spaß machen und nicht zu einer Belastung werden.
4. Gemeinsam bewegen Gestalten Sie Ihre Freizeit sportlicher - es muss nicht immer Kino sein! Gehen Sie wandern, in den Kletterpark oder auf den Abenteuerspielplatz. Das macht allen Spaß!
5. Vorbildwirkung Bei aktiven Eltern steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder aktiv sind. Wer sein Kind also zu Sport motivieren möchte, fängt am besten bei sich selbst an.
6. Interesse zeigen Hören Sie Ihrem Kind zu, wenn es von seinen sportlichen Leistungen erzählt. Egal ob Erfolg oder Misserfolg.
7. Bewegung nebenbei Nehmen Sie das Kind zu Fuß zum Einkaufen mit, fahren Sie gemeinsam mit dem Fahrrad zum Bäcker oder nehmen Sie die Treppen statt dem Aufzug. Jede Art von zusätzlicher Bewegung ist gut.
8. Grenzen Kinder brauchen Grenzen! Legen Sie fest, welche waghalsigen Stunts nur was für Profis sind.
9. Aufhören Ihr Kind möchte nicht mehr ins Training? Forschen Sie nach dem Grund. Oft sind es nur Kleinigkeiten, warum die Motivation gerade weg ist. Wenn Ihr Kind tatsächlich keinen Spaß am Sport hat, dann versuchen Sie gemeinsam eine neue Bewegungsmöglichkeit zu finden. Probieren Sie neue Dinge aus!
10. Verletzungen Leichte Verletzungen sind nicht unbedingt ein Grund komplett mit dem Sport aufzuhören. Wenn Ihr Kind trotzdem weiterhin Lust auf den Sport hat, dann lassen Sie es!

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