Bei Sommerzeit bewegen sich Kinder mehr

Zeitumstellung

Bei Sommerzeit bewegen sich Kinder mehr

Zusätzliche Sonnenstunde bedeutet mehr Spielzeit im Freien. Tipps für mehr Bewegung:

Wenn die Sonne später untergeht, spielen Kinder deutlich mehr im Freien. Das ist das Resultat einer internationalen Studie mit 25.000 Kindern aus neun Ländern (ohne Österreich, Anm.). Die Autoren sind der Ansicht, dass die Einführung einer zusätzlichen Stunde Tageslicht der Kindergesundheit zuträglich wäre.

Mehr Bewegung: So motivieren Sie Ihr Kind! 1/10
1. Richtige Sportart
Nicht jeder Bub mag Fußball und nicht jedes Mädchen steht auf Reiten. Suchen Sie die passende Sportart für Ihr Kind. Probieren Sie gemeinsam aus, was am meisten Spaß macht. Das Kind sollte selbst entscheiden dürfen, wobei es sich wohl fühlt. Und: Bleiben Sie dran! Die meisten Vereine bieten Schnuppertrainings an.


Studie

Für die Studie wurde die tägliche Aktivität von Kindern im Alter von fünf bis 16 Jahren in England, Australien, den USA, Norwegen, Dänemark, Estland, Brasilien, der Schweiz und auf der portugiesischen Insel Madeira mit Beschleunigungsmessern kontrolliert, die sie um die Taille trugen. Das Resultat: Ging die Sonne an Sommertagen um 21.00 Uhr unter, bewegten sich die Kinder um 15 bis 20 Prozent mehr, als wenn die Sonne im Winter um 17.00 Uhr unterging.

Spielen im Freien
Dies traf besonders auf europäische und australische Kinder zu - und zwar auch dann, wenn die Forscher Wetterbedingungen und Temperaturen in ihren Daten berücksichtigten, berichten die Forscher im "International Journal of Behavioural Nutrition and Physical Activity". "Diese Studie ist der bisher stärkste Hinweis darauf, dass abendliches Tageslicht die Aktivität von Kindern am späten Nachmittag beeinflusst - die 'kritischen Stunden' für das Spielen im Freien", erklärte Anna Goodman von der London School of Hygiene & Tropical Medicine in einer Mitteilung zur Studie.

In Großbritannien und Australien wird seit Jahren darüber diskutiert, eine zusätzliche abendliche Stunde Tageslicht einzuführen. Dies würde sich auf jedes einzelne Kind auswirken und vermutlich viel weiter reichen als viele gängige Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, sagte Goodman. Eine zusätzliche Stunde draußen spielen brächte allerdings nur zwei Minuten mehr Aktivität pro Tag und Kind. Da sich Kinder pro Tag im Schnitt während 33 Minuten so beschäftigen, sei der Zuwachs indes nicht trivial.

Auch den Effekt der halbjährlichen Zeitumstellung konnten die Wissenschafter nachweisen: Sie untersuchten die Aktivität von 439 Kindern direkt vor und nach der Zeitumstellung. Es zeigte sich, dass sich das gleiche Kind in den Tagen nach der Umstellung zum späteren Sonnenuntergang sofort mehr bewegte.

Richtige Richtung
"Längeres Tageslicht würde zwar das Problem der mangelnden körperlichen Bewegung bei Kindern nicht lösen", sagte Studienleiterin Ashley Cooper von der Universität Bristol. "Doch es wäre ein Schritt in die richtige Richtung."