Beauty-Doc verrät: Was ist mit Priscilla Presleys Gesicht passiert?

Beauty-Verbrechen

Beauty-Doc verrät: Was ist mit Priscilla Presleys Gesicht passiert?

Teilen

Für Stargast Priscilla Presley wird der Opernball zum Maskenball. Die Elvis-Witwe galt einst als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit. Heute zieht sie ob ihres maskenhaften Äußeren Aufmerksamkeit auf sich. Dozent Dr. Johannes Matiasek über den Beauty-Pfusch.

Weder Geld noch ihre Berühmtheit konnten sie vor dem Scharlatan bewahren. Daniel Serrano, ein angeblicher Beauty-Arzt aus Argentinien ohne Zulassung in den USA, schwärmte Priscilla Presley und anderer US-Prominenz einst von seiner Erfahrung und einem Wundermittel vor. Seine Methode könne jedes Fältchen mindern, selbst Topmodels in Paris hätten sich von ihm behandeln lassen, so das Versprechen. Vor etwa 20 Jahren spritze er Elvis‘ Witwe Priscilla Presley billiges Silikon, das in der Autoindustrie verwendet wird, in ihr schönes Gesicht. Dieser strengstens verbotene „Filler“ ist nicht nur gesundheitsgefährdend, er wird ein Leben lang bleiben. Eine Entfernung: so gut wie unmöglich und höchst riskant.

Priscilla Presley begleitet Richard Lugner heuer zum Opernball.

Priscilla Presley begleitet Richard Lugner heuer zum Opernball.

© Getty Images
× Priscilla Presley begleitet Richard Lugner heuer zum Opernball.

Beauty-Verbrechen an der Elvis-Witwe 

Zu den weiteren Opfern des Quacksalbers zählen neben Presley die Frau von US-Talker Larry King, Shawn King und Diane Richie, Ex von Musiker Lionel Richie. Sie haben für das billige Make-over tief in die Tasche gegriffen und tragen die Spuren noch heute deutlich sichtbar im Gesicht.

Der Druck auf Frauen in Hollywood ist enorm. Die Flucht nach vorne war unausweichlich. Presley gab öffentlich zu, ästhetische Eingriffe vorgenommen zu haben, darunter auch solche, die leider misslungen sind. Wenige Details sind bekannt, spekuliert wird viel. Der Experte für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Medizin, Dozent Dr. Johannes Matiasek, klärt im Interview auf. Der Chirurg gibt einen Einblick in verbotene Substanzen, Pfusch in Beauty-Kliniken und verrät, wie man bei ästhetischen Eingriffen auf Nummer sicher geht.

1980: Priscilla Presley noch natürlich schön

1980: Priscilla Presley noch natürlich schön

© Getty Images
× 1980: Priscilla Presley noch natürlich schön

Faltenfrei, jedoch starr und maskenhaft. Sichtbar optimierte Gesichter wie jenes von Priscilla Presley irritieren und sie lösen stets eine Debatte rund um Schönheitseingriffe aus. Was ist Presley passiert?
Dozent Dr. Johannes Matiasek: Sie hat sich in die Hände eines nicht fachkundigen Behandlers begeben, der ihr augenscheinlich im Wangen- und Jawline-Bereich Industriesilikon eingespritzt hat. Dieses ist verboten und es zu spritzen ist ein Verbrechen. Scharlatane verwenden es, da es sehr günstig zu erwerben ist. Das Problem des Silikons ist, dass es sich weder abbaut noch operativ entfernbar ist. Vermutlich erfolgten bei Presley Korrekturversuche auf chirurgischem Weg. Von den Mundwinkeln aus zeichnen sich sogenannte Zügel ab. Dies spricht für ein sehr starkes nachträgliches Facelift. Das in den Wangen verbliebene Silikon senkte sich nach und nach ab und brachte diese prägnanten Einziehungen um den Mundbereich zum Vorschein. Zusätzlich wird vermutlich regelmäßig Hyaluronsäure ins Gesicht eingebracht und sie ist zudem sehr stark gebotoxt, was den maskenhaften Look noch verstärkt. Manchmal ist so viel Botox erwünscht. Meiner Meinung nach ist es zu viel, da der Ausdruck verloren geht.

Warum lässt sich ein Pfusch wie dieser nicht besser reparieren?
Doz. Matiasek:
Dieses verbotenerweise eingebrachte Silikon ist flüssig. Daher verteilt es sich im Gesicht und wächst ins Gewebe ein. Es kann nur unter höchstem Risiko entfernt werden. Dabei können Nervenschäden und Dellen entstehen, da auch gesundes Gewebe entfernt werden muss.
Ähnlich verhält es sich mit ,Permanent Fillern‘, die teilweise sogar zugelassen sind. Sie kommen heute noch in Osteuropa zum Einsatz. Ich rate davon ab. Gearbeitet werden sollte ausschließlich mit CE-zertifizierten abbaubaren Fillern. Hyaluronsäure lässt sich z. B. sofort nach der Behandlung mit einer speziellen Substanz wieder auflösen.

Ihr Tipp: Wie gehe ich auf Nummer sicher, dass mir gutes ,Material‘ gespritzt wird?
Doz. Matiasek:
Begeben Sie sich in fachkundige Hände. Also ausschließlich zu ausgebildeten Ärztinnen und Ärzten – also zu Fachärztinnen und Fachärzten für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und zu Dermatologinnen und Dermatologen. Erst gestern habe ich eine Patientin betreut, die Unterspritzungen von einer Kosmetikerin durchführen ließ. Noch viel gefährlicher als verbotene Materialien ist nämlich eine nicht fachkundige Einspritzung von Fillern und Botox. Wird ein Gefäß getroffen, ist das hochriskant und kann zu schweren Entstellungen führen.

Möglichst lange jung bleiben, aber möglichst nicht gemacht aussehen. Wie gelingt diese Balance – das sogenannte „balanced face“?
Doz. Matiasek:
Der Schlüssel liegt in der gezielten Kombination mehrerer Methoden in angemessener Dosierung. Dazu gehören minimalinvasive Verfahren wie Botox, Filler und Hyaluron oder auch ein Fadenlifting. Behandlungen mit Radiofrequenz-Deepneedling, zum Beispiel mit Morpheus8, sind ebenfalls sehr wirksam. Bei bereits stark ausgeprägtem Hautüberschuss empfiehlt sich eine Kombination mit einem Facelift inklusive Lidstraffung.

Was raten Sie Patientinnen, die sich einen Refresh wünschen, sich aber vor Filler, Botox und OPs scheuen?
Doz. Matiasek:
Eine Alternative sind die ,sanften‘ Treatments wie das Radiofrequenz-Deepneedling Morpheus8. Allerdings sollte man vorab ausführlich mit der Patientin bzw. dem Patienten die Erwartungshaltung abklären und erwartbare Ergebnisse besprechen. Wer sich bei einem bereits stärkeren Hautüberschuss eine natürliche Verjüngung wünscht, ist mit einem Facelift einfach am besten beraten. Ab einem gewissen Erschlaffungsgrad kann nur ein operativer Eingriff für eine deutlich sichtbare optische Verbesserung sorgen. Die ,sanften‘ Treatments fördern den Kollagenaufbau und verbessern das Hautbild. Man wendet sie im Idealfall ergänzend zu einem Facelift an.

Top-Experten für Plastische Chirurgie

Dr. Sabine Apfolterer
Fachärztin für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
1030 Wien, Trienna Fred-Zinnemann-Pl. 4
2500 Baden, Grundauerweg 15
Tel.: 01/348488810
www.dieschoenheitschirurgin.at

Doz. Dr. Johannes Matiasek
Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
1010 Wien, Kärntner Ring 14/13
8970 Schladming, Europapl. 585
Tel.: 01/997 1532
drmatiasek.at

Dr. Paul Pointinger
Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
1190 Wien, Sandgasse 38
5020 Salzburg, Reichenhaller Str. 7
Tel.: 0676/518 99 54
www.dr-pointinger.com

Prim. Univ.-Doz. Dr. Artur Worseg
Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie
Sieveringer Str. 36/5, 1190 Wien
Tel.: 0650/328 7337
www.worseg.at

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo