Haarausfall: Symptome, Ursachen und Behandlung

Ratgeber

Haarausfall: Symptome, Ursachen und Behandlung

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Haare tragen dem Gesamtbild eines Menschen bei und besitzen eine enorme Symbolkraft.

"Frauen mit kurzen Haaren sind karriereorientiert und Männer mit langen Haaren sind rebellisch und vertreten eine linke Haltung". Das sind nur zwei der vielen Annahmen, die unsere Gesellschaft in Bezug auf die Haarpracht von Menschen trifft. Wie schaut es aber mit Menschen aus, die wenige oder gar keine Haare haben? Während Männer mit Haarausfall als kompetent betrachtet werden, fühlen sich viele Frauen ihrer Weiblichkeit beraubt und kämpfen nicht selten mit psychologischen Problemen.

Haarausfall: Symptome, Ursachen und Behandlung
© Martin Slavoljubovski
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Im folgenden Ratgeber zeigen wir Ihnen die Symptome von Haarausfall auf, klären die Ursachen dafür und präsentieren Ihnen effektive Behandlungsmöglichkeiten.

Symptome

Je nach Haarfarbe besitzen Menschen 90.000 bis 140.000 Kopfhaare. In der Regel haben Menschen mit blonden Haaren mehr davon als Dunkel- oder Rothaarige. Jedes Haar hat einen durchschnittlichen Lebenszyklus von 4 Jahren. Der Zyklus beginnt mit einer Wachstumsphase, nach der das Haar abstirbt und in Folge ausfällt. Mit dem Heranwachsen eines neuen Haares beginnt der Zyklus von vorne. Somit ist es vollkommen natürlich, Haare zu verlieren. Ein Haarverlust von bis zu 100 Haaren am Tag ist unbedenklich. Mediziner sprechen von Haarausfall, wenn pro Tag mehr als 100 Haare ausfallen oder vereinzelt haarlose Stellen auftreten.

Es gibt verschiedene Formen des Haarausfalls. Nachstehend möchten wir Ihnen die häufigsten Formen des Haarausfalls erläutern.

Anlagebedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

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Anlagebedingter Haarausfall ist die häufigste Form des Haarausfalls und kann Frauen genauso wie Männer treffen. Die Symptome zwischen Mann und Frau unterscheiden sich etwas. Bei Männern macht sich ein anlagebedingter Haarausfall meist in Form von Geheimratsecken oder dünnem Haar am Oberkopf bemerkbar. Frauen hingegen haben besonders oft im Scheitelbereich schütteres Haar. Auch wenn ein anlagebedingter Haarausfall nicht gefährlich ist, sollten Sie bei den ersten Anzeichen einen Dermatologen aufsuchen und sich beraten lassen.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

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Der kreisrunde Haarausfall kann Kopfhaar, Bart und auch die gesamte Körperbehaarung betreffen. Dabei bilden sich vereinzelt kahle, runde Stellen. Dies kann relativ schnell oder aber auch schubweise geschehen. In den meisten Fällen bilden sich die Haare nach 6 bis 12 Monaten zurück. 

Diffuser Haarausfall

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Beim diffusen Haarausfall ist ein einheitlicher Haarausfall auf der gesamten Kopfhaut typisch. Das bedeutet, dass die Kopfbehaarung gleichmäßig ausfällt (anstatt an einigen Stellen/Bereichen) und die Haarpracht lichter wird. Auch hier ist diese Körperfunktionsstörung meist vorübergehend. 

Ursachen

Anlagebedingter Haarausfall

Beim anlagebedingten Haarausfall reagieren die Haarwurzeln überempfindlich auf das Hormon DHT (Dihydrotestosteron). DHT verkleinert die Haarfollikel, sodass diese weniger produzieren, der Lebenszyklus der Haare reduziert wird und diese schneller ausfallen. Wie es der Name bereits verrät, wird ein anlagebedingter Haarausfall durch die Weitergabe bestimmter Gene ausgelöst. Das bedeutet aber nicht, dass diese Gene automatisch weitergegeben werden. Eine Weitergabe hängt immer von einem bestimmten Zusammenspiel verschiedener Gene ab. 

Kreisrunder Haarausfall

Über die genaue Ursache des kreisrunden Haarausfalls können sich Mediziner bis heute nicht einigen. Man geht aber von einer Fehlreaktion des körpereigenen Immunsystems aus. Statt Bakterien oder Viren zu bekämpfen, richtet sich der Kampf gegen die eigenen Haarwurzeln. Häufig tritt kreisrunder Haarausfall mit anderen Autoimmunkrankheiten auf, wie der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) oder Schilddrüsenerkrankungen.

Diffuser Haarausfall

Diffuser Haarausfall wird durch verschiedene Ursachen ausgelöst:

  • Medikamente
  • Schilddrüsen-Überfunktion oder -Unterfunktion
  • Eisendefizit
  • Übermäßiger Stress
  • Falsche Ernährungsweisen
  • Verschiedene Erkrankungen der Kopfhaut
  • Rheumaerkrankungen und Infektionen
  • Starke Hormonschwankungen (z.B. durch Absetzen der Pille)
  • Schwermetallvergiftungen

Behandlung

Bevor Sie "auf eigene Faust" Ihren Haarverlust zu bekämpfen versuchen, suchen Sie unbedingt vorher einen Dermatologen auf!

Anlagebedingter Haarausfall

In der Regel erhalten Sie vom Arzt eine Minoxidil-Lösung (2% oder 5%). Diese stoppt beim Anwender den Haarausfall und kann in wenigen Fällen die Haare wieder verdichten. Beim Absetzen kann wiederum Haarausfall auftreten, weshalb es auch die Möglichkeit der Haartransplantation gibt.

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Kreisrunder Haarausfall

Meist wird kreisrunder Haarausfall mit entzündungshemmenden Medikamenten, wie Kortison, behandelt. Auch die absichtliche Reizung der Kopfhaut (zur Durchblutung) wirkt bei vielen Betroffenen. Setzt man die Therapie jedoch ab, ist meist ein erneuter Haarausfall möglich. Daneben werden auch die sogenannte "Topische Immuntherapie", sowie die Lichttherapie angewendet.

Diffuser Haarausfall

Aufgrund der verschiedenen Ursachen für diffusen Haarausfall gibt es keine einheitliche Behandlungsmöglichkeit.

Ist der Auslöser eine Krankheit, muss erst diese behandelt werden. Oder falls ein Medikament den Haarverlust auslöst, muss man den Wirkstoff des Medikaments wechseln. 

Da Frauen weitaus öfter von diffusem Haarausfall betroffen sind, und dies meist mit hormonellen Veränderungen zusammenhängt, sollten Sie ebenfalls bei Ihrem Gynäkologen nach Rat suchen.

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