Distorsion

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Distorsion

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Verdrehung oder Überdehnung sind Auslöser für die Verstauchung eines Gelenks und ist eine der häufigsten Verletzungen beim Sport. Schmerz, Schwellung, Funktionseinschränkung und eventuell ein Hämatom sind die Folge. 

Es passiert schnell - und auch sehr häufig. Ein unachtsamer Schritt in ein Loch beim Joggen oder eine unbeabsichtigte Landung auf dem Fuß eines Gegenspielers beim Basketball - es gibt unzählige Szenarien, bei denen man umknicken und sich den Fuß verstauchen kann. Die Verstauchung, auch Distorsion genannt, zählt zu den häufigsten Sportverletzungen. Das Sprunggelenk steht dabei im Ranking der betroffenen Gelenke ganz oben -vor Hand und Knie. Bei einer Verstauchung wird das Gelenk über seinen natürlichen Bewegungsspielraum gedehnt, wobei seine Bänder oder die Gelenkkapsel je nach der Intensität der Einwirkung sogar einreißen können. Werden dieselben Bänder immer wieder überdehnt, können sie auch "ausleiern". Dadurch steigt das Risiko für weitere Verletzungen.

Bei einer Verstauchung lässt der Schmerz nicht lange auf sich warten. Besonders dann, wenn das betroffene Gelenk wieder bewegt wird, kann's unangenehm werden. Ist eine Bewegung gar nicht mehr möglich, könnte es auch zu einem Knochenbruch gekommen sein. Dagegen kann man bei einer reinen Verstauchung das Gelenk wenigsten noch ein wenig belasten. Allerdings kann das verstauchte Gelenk in seiner Beweglichkeit sehr eingeschränkt sein. Dies wiederum kann an der relativ starken Schwellung liegen, die eine Verstauchung mit sich zieht. Auch ein Hämatom kann sich bilden.

Erste Hilfe

Wen es "erwischt" hat, der sollte noch vor Ort schnell handeln und/oder um Erste Hilfe bitten. Nach der PECH-Regel (siehe auch rechts) gilt es, sofort zu pausieren, die verstauchte Stelle zu kühlen, mit einem Kompressionsverband zu versehen und das Gelenk bzw. die Extremität hochzulagern.

Auf jeden Fall zum Arzt

Um eventuell schwerwiegendere Verletzungen (Anm.: Knochenbruch, Bänderriss) abzuklären, sollten Betroffene eine Ärztin/ einen Arzt aufsuchen. In der weiteren Behandlung wird bei Distorsion weiter geschont, gekühlt, hochgelagert und ggf. getapt. Die Genesungszeit richtet sich nach der Schwere der Verletzung.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Verstauchung: Die wichtigsten Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Behandlung einer Distorsion.

Definition

Eine Distorsion, oder einfach: Verstauchung, ist eine der häufigsten Sportverletzungen (kann natürlich auch im Alltag vorkommen), bei der die Faserstruktur (Bänder) des betroffenen Gelenkes überdehnt wird. Vor allem das Sprunggelenk (neben beispielsweise Hand-, Daumensattel- oder Kniegelenk) trifft es am häufigsten. Bei einer Verstauchung wird das Gelenk durch äußere Krafteinwirkung über seinen natürlichen Bewegungsspielraum gedehnt. Bei stärkerer Gewalteinwirkung können Gelenkkapsel oder Bänder einreißen.

Ursachen

Klassisch ausgelöst wird eine Verstauchung (bei der Hand), wenn man einen Sturz abfangen möchte oder (beim Fuß) wenn man -zumeist nach außen (Supination) - umknickt. Folge: Die Gelenkkapsel, die umgebenden Muskeln und Bänder werden überdehnt. Reißt dabei auch ein Blutgefäß ein, bildet sich ein Bluterguss. Treffen kann es jeden. Beim Spazierengehen ist es "schnell geschehen": Man stolpert über eine Wurzel oder einen Randstein und schlägt mit dem Fuß seitlich ein. Beim Fußball kann man schnell im Rasen hängen bleiben und das Knie verdrehen, beim Tennis oder Basketball bei schnellen Stopps und Richtungswechseln umknicken, ebenso beim Laufen und Springen auf unebenem Boden (Leichtathletik). Weitere "Klassiker": Finger- und Handgelenke (z. B. beim Volleyball, Skifahren, Snowboarden).

Symptome

Bei einer Verstauchung kommt es in der Regel zu mehreren Folgeerscheinungen: Die betroffene Stelle schwillt an und schmerzt, manchmal bildet sich auch ein Bluterguss (Hämatom), weil Blutgefäße einreißen. Vor allem aber leidet der Betroffene unter teils starken Schmerzen, wenn er das Gelenk bewegt. Liegt "nur" eine Verstauchung vor (und kein Knochenbruch), sollte der Patient das Gelenk immer noch - zumindest ein wenig -belasten können. Ist die Beweglichkeit stark eingeschränkt, könnte dies auch daran liegen, dass die verstauchte Körperstelle schnell und stark anschwillt.

Diagnose

Neben der genauen Schilderung des Unfallhergangs (Anamnesegespräch) zieht der Arzt bei der körperlichen Untersuchung die Symptome zur Diagnose heran. Bei Unklarheit, ob nicht doch ein Bänderriss oder Knochenbruch vorliegt, können auch bildgebende Verfahren (z. B. Röntgen, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie) zum Einsatz kommen.

Therapie

Die Akutbehandlung sollte schnellstens nach der PECH-Regel (s. rechts) erfolgen). Im weiteren Verlauf wird zur Gelenkschonung geschient oder bandagiert (etwa beim Handgelenk), elastisch verbunden oder getapt (etwa beim Daumensattelgelenk) und beim Fuß je nach Schweregrad behandelt (leicht: Stützverband mit elastischer Binde oder einem Tape; schwer: Sprunggelenksschiene oder gar Unterschenkelgips). Je nach der Schwere der Verstauchung kann das Gelenk in der Regel nach ein bis mehreren Wochen wieder normal belastet werden.

Erste Hilfe nach der PECH-Regel:

P = Pause: Sofort eine Pause einlegen und den schmerzenden Körperteil ruhigstellen.
E = Eis: Schnellstens kühlen (lindert Schmerz und wirkt Entstehung eines Hämatoms entgegen), z. B. mit Eisbeutel (nicht direkt auf die Haut, sondern im Tuch eingeschlagen), Kältespray oder Kaltwasserumschlag.
C =Compression: Nach der Kältebehandlung einen elastischen Kompressionsverband anlegen (siehe unten).
H =Hochlagerung: Das Gelenk hochlagern, sodass die Blutzufuhr vermindert wird.


So können Sie das Risiko klein halten:

Eine 100-prozentig sichere Prophylaxemaßnahme gibt es nicht. Dafür können Sie aber das Risiko einer Distorsion - oder einer anderen Sportverletzung - in Grenzen halten:

Vor dem Sport stets gut aufwärmen! Dehnen und Lockern der im Anschluss zu belastenden Gelenke ist enorm wichtig und gehört zum Vorbereitungsprogramm.

Auch ein entsprechend ausreichender, angemessener Trainingszustand ist für die geplante Aktivität ratsam. Denn Überlastung und ungewohnte, unbekannte Bewegungen können schnell zu Verletzungen führen.

Eine weitere Maßnahme ist die Verwendung geeigneter Ausrüstung. So kann man beispielsweise Schuhe tragen, die über die Knöchel hinausgehen. Sie sollen das Sprunggelenk vorm Umknicken schützen (siehe etwa Basketballschuhe).

Nicht zu vergessen sind Tapes und Bandagen. Auch sie können Gelenke, die für Verstauchungen besonders anfällig sind, schützen (z. B. Fingertapes bei Volleyballspielern). 

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