Antibiotika aus der Natur

Sanft heilen

Antibiotika aus der Natur

Es ist ein Thema, das kontrovers diskutiert wird: Antibiotika ja oder nein? Sowohl Ärzte als auch Patienten sind geteilter Meinung. Fest steht: chemische Antibiotika haben bei schweren bakteriellen Infektionen durchaus ihre Daseinsberechtigung, dennoch sollte - nicht nur aufgrund ihrer Nebenwirkungen - sorgfältig abgewogen werden, ob eine Verschreibung sinnvoll ist.

Wie Antibiotika wirken
Je nachdem, um welche Art von Antibiotikum es sich handelt, zerstört der Wirkstoff entweder Bakterien, dann spricht man von bakterioziden Antibiotika, oder er hemmt deren Wachstum (bakteriostatische Antibiotika). Da ihre Wirksamkeit auf Bakterien beschränkt ist, aber auch Viren und Pilze Krankheiten verursachen können, ist eine genaue Abklärung der Krankheitsursache wichtig. Nur so kann vermieden werden, dass die Medikamente unnötig zum Einsatz kommen. Werden nämlich dieselben Antibiotika zu häufig eingenommen, entsteht eine sogenannte Antibiotikaresistenz.

Gesunder Darm 1/4
Warum? 
Der Darm ist der Sitz unseres Immunsystems. Geht es dem Darm nicht gut, ist auch das Immunsystem geschwächt. Eine Vielzahl von Bakterien besiedelt unseren Darm. Bei der Gabe von Antibiotika wird nicht zwischen den „guten“ und „schlechten“ Bakterien unterschieden, beide Arten werden abgetötet.
Schritt 1: Gifte ausleiten

Nach einer unvermeidbaren Antibiotika-Gabe muss der Körper zunächst von den Altlasten der Medikamente gereinigt werden. Dafür eignen sich Brunnenkresse, Knoblauch und Bärlauch. Leber und Galle reinigt man mit Mariendistel, Wermut und Artischocke, eine Ausleitung über die Haut erfolgt durch Holunderblüten, Klettenwurzel oder Stiefmütterchenkraut. Birkenblätter, Brennnessel und Goldrute reinigen die Nieren.

Schritt 2: Aufbau


Um die Darmflora zu stärken, sollten Sie reichlich grünes Blattgemüse und Blattsalate essen, am besten roh oder nur leicht gedünstet. Greifen Sie außerdem zu Kräutern, Sprossen, Gemüse und Obst.

Schritt 3: Immunsystem


Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen, ausreichend Schlaf und eine gesunde, ausgewogene Ernährung tragen zu einem abwehrstarken Immunsystem bei. So bleiben Sie widerstandsfähig gegenüber Krankheitserregern.

Warum Vorsicht angebracht ist
Bakterien sind höchst intelligente Lebewesen. Sie können sich widrigsten Umständen anpassen. So gibt es beispielsweise hitze-, kälte-, strahlen-, feuchtigkeits- und austrocknungsresistente Arten - und eben auch Arten, die bereits gegen Antibiotika immun sind. Experten zufolge gibt es kein Antibiotikum, gegen das Bakterien nicht innerhalb eines Jahres bereits erste Resistenzen entwickelt haben. Die Anzahl immuner Erreger steigt mit der Häufigkeit und Dauer der Einnahme, aber auch durch die Aufnahme bereits resistenter Keime aus dem Trinkwasser. Vor allem durch den Einsatz von Medikamenten in der Viehzucht gelangen Medikamentenrückstände nämlich über das Grundwasser auch in den Trinkwasser-Kreislauf und damit in unseren Körper. Das Problem: Im schlimmsten Fall steht dadurch bei ernsten Infektionen keine wirksame Behandlungsmethode zur Verfügung.

Resistenzen verhindern
Um Bakterien nicht unnötigerweise ein „Trainingslager“ zur Entwicklung ihrer Immunität gegen Antibiotika zu bieten, sollten diese Medikamente auf keinen Fall zu häufig eingenommen werden. Drängen Sie daher nicht auf die Verschreibung eines Antibiotikums, weisen Sie darauf hin, dass Sie diese nur im Ernstfall verschrieben haben möchten. Es ist sinnvoll, den Arzt um eine bakteriologische Untersuchung zu bitten.

Das nimmt zwar einige Zeit in Anspruch, aber nur so kann die Erkrankungsursache zuverlässig festgestellt werden. Handelt es sich bei den Erregern nämlich um Pilze oder Viren, sind Antibiotika ohnehin wirkungslos. Bei einer berechtigten Antibiotika-Verschreibung sollten die Medikamente genau so lang und in der Dosis eingenommen werden, wie vom Arzt verschrieben. Übriggebliebene Antibiotika von einer früheren Verschreibung dürfen auf keinen Fall weiter eingenommen werden!

Grüne Alternative
Auch Pflanzen müssen sich seit Anbeginn der Zeit gegen Bakterien, Viren und Pilze wehren. Die Forschung hat gezeigt, dass einige Pflanzen gegen diese Eindringlinge Abwehrstoffe entwickelt haben, die auch gegen bakterielle Erreger im Menschen wirken.

Diese natürlichen antibiotischen Stoffe bekämpfen häufig nicht nur Bakterien, sondern auch Viren und Pilze. Nebenwirkungen, die man von chemischen Antibiotika kennt, beispielsweise Durchfall, bleiben bei pflanzlichen Antibiotika aus. Und das Beste daran: Bisher haben es Bakterien noch nicht geschafft, gegen diese natürlichen Substanzen Resistenzen zu entwickeln. Forscher vermuten, das liegt daran, dass diese sogenannten Phytopharmaka dank einer Kombination aus verschiedenen Substanzen wirken und nicht, wie chemisch hergestellte Antibiotika, über eine Einzelsubstanz.

Die Wunderwaffen
Jede Heilpflanze verfügt über ihre ganz individuelle Zusammensetzung aus Wirkstoffen, die sie für den Einsatz bei bestimmten Beschwerden so geeignet machen. Dennoch ist auch beim Einsatz von pflanzlichen Mitteln gewisse Vorsicht geboten: „Natürlich“ ist nicht gleichbedeutend mit „ungefährlich“. Eventuelle Unverträglichkeiten müssen daher beachtet werden, außerdem gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift. Bei falschem Einsatz oder einer Überdosierung von Beinwell, Arnika oder Pestwurz kann es zu Gesundheitsbeeinträchtigungen kommen. Weniger ist oft mehr!

Wir haben für Sie die wirkungsvollsten Rezepte aus der Natur gegen die häufigsten durch Bakterien verursachten Beschwerden zusammengestellt. Tees aus den verschiedensten Bestandteilen können Sie übrigens in der Apotheke Ihres Vertrauens individuell zusammenstellen lassen. Ihr Apotheker berät Sie gerne!

Natürliche Alternativen bei... 1/7
Akute Bronchitis Die akute Bronchitis wird meist von Viren ausgelöst, nur im seltensten Fall durch Bakterien. Sie entsteht oft im Winter.

Arztbesuch: Wenn der Hustenschleim gelblich-grün ist, bei Blutspuren im Auswurf und massiven Verschlechterungen des Allgemeinzustandes sollten Sie unbedingt zum Arzt!

Pflanzliche Mittel:
Trinken Sie dreimal täglich einen Tee aus bis zu fünf Pflanzen: Kapuzinerkresse, Thymian, Zimtrinde, Anis, Eibischwurzel, Eukalyptus, Fenchel, Salbei. Inhalationen aus Thymian und Kamille sowie dreimal täglich fünf Tropfen Propolistinktur!
Bindehautentzündung Macht sich durch rote, geschwollene Augen, Lichtempfindlichkeit und Brennen bemerkbar, beginnt meist einseitig.

Arztbesuch: Wenn nach drei Tagen keine Besserung eingetreten ist, bei Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Erbrechen, plötzlich eintretender Sehschwäche, Fieber und Eiter.

Pflanzliche Mittel:
Einen TL Augentrost oder Ringelblume mit 50 ml kochendem Wasser aufgießen, abkühlen lassen, abseihen, zwei Wattepads damit tränken und zweimal täglich einige Minuten auf die geschlossenen Augen legen. Wichtig: keine Kamille im Augenbereich!
Grippaler Infekt Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, leichte Kopfschmerzen, Mattigkeit, leichtes Fieber – nicht mit „echter“ Grippe verwechseln!

Arztbesuch:
Wenn sich die Beschwerden akut verschlimmern oder sich nach drei Tagen nicht deutlich bessern, bei grünlich-gelbem Auswurf und massiven Beschwerden.

Pflanzliche Mittel: Trinken Sie über den Tag verteilt drei bis fünf Tassen Tee aus Salbei, Thymian, Eisenkraut, Pfefferminze, Kapuzinerkresse und Sonnenhut; Inhalationen mit Salbei- oder Pfefferminzdämpfen lindern Atembeschwerden
Harnwegsentzündung Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, ständiger Harndrang, geringe Urinmenge pro Toilettengang.

Arztbesuch: Wenn als Begleiterscheinungen Fieber, Schüttelfrost, Rückenschmerzen und/oder Erbrechen auftreten, sowie wenn nach ein bis zwei Tagen keine deutliche Besserung eintritt.

Pflanzliche Mittel: Trinken Sie dreimal täglich einen Tee aus Goldrute, Birke, Brunnenkresse, Schafgarbe und Kamille. Plus: zehnminütiges Sitzbad (1 Handvoll Kamille mit kochendem Wasser übergießen und ins Badewasser geben); Körper warm halten!
Lippenherpes Die Haut an der betroffenen Stelle ist zuerst gespannt und juckt, bis sich schmerzhafte, entzündete Bläschen bilden.

Arztbesuch: Wenn grippeartige Symptome wie Kopfschmerzen und Fieber auftreten, die Infektion nicht nach zwei Wochen abgeheilt ist oder die Symptome sich auch woanders bemerkbar machen.

Pflanzliche Mittel:
Bereiten Sie einen starken Tee aus Eichenrinde, Kamille, Melisse, Salbei oder Ringelblume zu. Mehrmals täglich mit einem Wattepad auf die betroffene Stelle tupfen oder 10 Tropfen Teebaumöl mit 10 Tropfen Sesamöl vermischen und auftupfen.
Magen-Darm-Infekt Plötzlich eintretender und akuter Durchfall mit Erbrechen, Bauchkrämpfen, Übelkeit, Appetitlosigkeit und Schwäche.

Arztbesuch:
Wenn es sich bei den Betroffenen um Kleinkinder, Säuglinge oder ältere Menschen handelt sowie bei Durchfällen/Übelkeit, die länger als einen Tag anhalten, bzw. bei großer Schwäche.

Pflanzliche Mittel: Essen Sie frische Papaya, trinken Sie dreimal täglich einen leichten Tee aus Kamille, Odermennig, Pfefferminze, Zimtrinde und Brombeerblättern; zwischendurch ergänzend Tee aus etwas frisch geraspelter Ingwerwurzel.
Mittelohrentzündung Schmerzen und Juckreiz im Ohr, Schmerzen beim Ziehen an der Ohrmuschel, eitriger Ausfluss, Druckgefühl im Ohr.

Arztbesuch: Wenn eitriger Ausfluss auftritt (Trommelfell geöffnet), Fieber, sehr starken Schmerzen und wenn nach 24 Stunden noch keine merkbare Besserung eintritt.

Pflanzliche Mittel: zweimal täglich in ein dünnes Baumwolltuch eingewickelte, fein gehackte Zwiebeln auf das Ohr auflegen, mit einer Wärmflasche bedecken und eine halbe Stunde auf dem Ohr belassen; einen Tropfen warmes (nicht heißes!) Sesamöl in den Gehörgang träufeln.

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