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Winterfit

Der große Baby-Winter-Guide

Wir haben bei Experten nachgefragt, wie der Familienzuwachs den Winter gut übersteht.

Hatschiii! Nicht nur wir Erwachsenen plagen uns jetzt im Winter mit Husten, Schnupfen und Fieber. Auch die Kleinsten unter uns bereiten uns oft unnötige Sorgen. Doch wer weiß, worauf er in der kalten Jahreszeit verstärkt achten muss, darf sich an gesundem Nachwuchs erfreuen und sich den ­einen oder anderen Arztbesuch ersparen. Wir haben für Sie recherchiert, wie Ihr Baby gesund durch den Winter kommt. Lesen Sie hier die Tipps unserer Top-Experten!

Die besten Tipps der Kinderärzte 1/3
Fieber

Ab wann hat mein Baby Fieber?  

Sowohl Babys als auch Kinder haben in den ersten paar Lebensjahren eine von Natur aus höhere Körpertemperatur als Erwachsene – zurückzuführen ist das auf die hohe Stoffwechselaktivität. Bei Babys wird ab einer Körpertemperatur von 38,5 Grad Celsius von Fieber gesprochen.

Was ist Fieber & ab wann zum Arzt?

Sollte ein Neugeborenes (also ein Baby in den ersten vier Lebenswochen) fiebern, muss in jedem Fall ein Kinderarzt aufgesucht werden. Auch bei älteren Babys empfiehlt sich bei Fieber der Gang zum Kinderarzt, da ja Fieber keine Erkrankung an sich, sondern ein Symptom sehr unterschiedlicher Erkrankungen sein kann. Generell fiebern kleine Kinder rascher und höher als Erwachsene, sodass auch bei banalen viralen Infekten durchaus hohe Temperaturen auftreten können. Der ­Kinderarzt muss dann durch eine genaue körperliche Untersuchung herausfinden, welche Erkrankung dahinter steckt und diese behandeln.

Fieber senken – aber wie?

Das Fieber selbst sollte mit für Babys geeigneten Fiebermitteln gesenkt werden – diese senken die Körpertemperatur binnen weniger Minuten. Bei diesen ist sehr genau auf Dosis und Häufigkeit zu achten, um Nebenwirkungen zu vermeiden. Neben den als Saft oder Zäpfchen verabreichten Fiebermedikamenten können auch Hausmittel wie die altbewährten Essigwickel oder Essigpatschen bei hohem Fieber rasch und sehr effizient Abhilfe schaffen. Achtung: Man darf diese sogenannte physikalische Kühlung jedoch nur anwenden, wenn man gleichzeitig darauf achtet, dass das Kind nicht zu stark auskühlt – behalten Sie die Körpertemperatur deshalb immer im Blick.

Die Experten auf einen Blick: 1/3
Kinderarztpraxis Schumanngasse
Das Team um Dr. Andreas Hanslik, Dr. Monika Resch und Dr. Lila Mlczoch steht ab 30. 1. 2017 auch Ihnen und Ihren Kindern zur Seite, wenn die Kleinen gesundheitliche Probleme plagen. Die Kinderarztpraxis Schumanngasse (Schumanngasse 84 in 1170 Wien) verbindet den Vorteil der Zusammenarbeit von Ärzten und Therapauten mit den Annehmlichkeiten einer Wahlarztpraxis.
www.kinderarztpraxis-schumanngasse.at

Warum sind Kinder so anfällig?

Dabei entpuppen sich die zarten kleinen Wesen gerade ganz zu Beginn – sprich kurz nach der Geburt – als relativ robust und resistent. Denn sie haben etwas mitbekommen, das sie in den ersten Lebensmonaten beim Kampf gegen Krankheitserreger unterstützt – den Nestschutz. Diese Antikörper wurden vom Blut der Mutter über die Nabelschnur direkt an den ungeborenen Nachwuchs weiter­gegeben. Doch bereits wenige Monate nach der Geburt geht dieser Nestschutz verloren – die Antikörper sind sozusagen „aufgebraucht“ – das Immunsystem wird ab nun auf die Probe gestellt beziehungsweise trainiert. Dann reichen bereits wenige Erreger aus und schon läuft die Nase.
Aber wir können Sie beruhigen: zwölf Infekte wie Schnupfen oder Husten sind beim Baby jährlich normal. Denn Immunität ist beim Neugeborenen wie gesagt noch nicht festgelegt, sondern muss erst mal erlernt werden.

Worauf wir jetzt besonders achten sollten! 1/3
✏ Hautschutz
Durch den Mangel an Hautfeuchtigkeit ist die Rückfettung der Haut des Säuglings eingeschränkt. Deshalb sind der Kälte exponierte Körperstellen – vor allem das Gesicht – unbedingt mit einer fetthaltigen Creme einzucremen. Übrigens: Baby-Massagen mit reichhaltigen Ölen (Bi-Oil) versorgen die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit.

So lernt das Immunsystem

Immunität – diese Gedächtnisfunktion sorgt dafür, dass schon einmal bekämpfte Erreger, gleichgültig ob Viren oder Bakterien, erkannt und unschädlich gemacht werden. Damit das Immunsystem diese Fähigkeit überhaupt erst erlernen kann, muss es mit vielen ­Antigenen aus der Umwelt konfrontiert werden. Das geschieht oft unbemerkt – Experten sprechen von der sogenannten „stillen Feiung“, einer Immunisierung ohne Krankheitsanzeichen.

Gut behütet durch den Winter

Wenngleich Sie in den ersten Tagen nach der Geburt mit Ihrem Neugeborenen möglichst zu Hause bleiben sollten, wenn die Temperaturen ins Minus fallen.  Nach wenigen Wochen können Sie bereits problemlos auch bei Schnee und Eis nach draußen gehen. Wie heißt es so schön: „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur unpassende Kleidung“. In Sachen Outfit gilt daher: Zwiebellook! „Die Faustregel lautet: Gehen die Temperaturen unter null, dem Kleinen immer eine Schicht mehr anziehen, als man selbst trägt. Zudem sind ein Mützchen, dicke Socken und warme Handschuhe unerlässlich“, weiß die erfahrene Hebamme Uschi Reim-Hofer. Zusätzlich sollte das Gesicht mit fetthaltiger Creme eingeschmiert werden, da die Rückfettung der Haut des Säuglings noch eingeschränkt ist.
Doch auch in den eigenen vier Wänden lauern Bakterien und Viren, die Ihrem Nachwuchs gefährlich werden können. „Die richtige Raumtemperierung und eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit sind entscheidend, um Viren das Handwerk zu legen“, lautet der Tenor der Ärzte der Kinderarztpraxis Schumanngasse. Denn so haben Schnupfen, Husten und oft auch Fieber erst gar keine Chance.
Wer bei seinem Kind neben warmer Kleidung und ausreichend Hautschutz auch noch auf die richtige Ernährung achtet, kann auch im Winter cool bleiben – der Frühling kommt bestimmt.

Du bist, was du isst – Richtige Ernährung für Ihr Baby!

Stillen:

Eine ausgewogene Ernährung ist die Basis einer guten Muttermilch und daher ein perfekter Nährstoffspender für das Immunsystem eines Babys. Regelmäßiger, ausreichender, aber keineswegs übertriebener Obst- und Gemüsekonsum (insgesamt fünf Hände voll pro Tag) sowie eine gute abwechslungsreiche Eiweißzufuhr (Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte aller Art, Linsen, Bohnen, Sojamilch, Tofu, Nüsse) sind neben guten Kohlenhydrat- und Fettquellen ­eine Grundvoraussetzung.

Zufüttern:

Wenn es mit dem Stillen nicht klappt oder vielleicht zu wenig Muttermilch produziert wird, dann ist natürlich die Flaschenmilch eine wichtige und sinnvolle Alternative. Allgemein wird empfohlen, das Baby so lange wie möglich mit der Pre-Milch zu versorgen – diese ist der Muttermilch am ähnlichsten und bis zum 5. bis 6. Lebensmonat ausreichend. Danach kann auf eine 1er-Milch umgestiegen werden. Achtung: Wer zu früh auf eine 1er- oder 2er-Milch umsteigt, schadet der Darmflora des Babys sowie dessen Immunsystem (Überreaktion) und es kann zur Überfütterung kommen. Tipp: Für allergiegefährdete Kinder (familiäre Häufung) empfiehlt sich die sogenannte HA-(Hypoallergene-) Nahrung, bei der das Milcheiweiß bereits aufgespalten ist.

Vitalstoffe:

Babys und Kinder befinden sich im ständigen intensiven Wachstum, weshalb jeder Nährstoff und jedes Vitamin von Bedeutung ist. Ein Baby ist noch klein, und daher ist der Bedarf zwar verhältnismäßig hoch, aber sehr gut über normale regelmäßige Ernährung deckbar. Ab dem 6. Lebensmonat darf ein Kind täglich kleine Fleischportionen bekommen – vor allem Rindfleisch, das stellt die Eisenzufuhr sicher, die gerade fürs Immunsystem von großer Bedeutung ist.

Frisch gekocht oder fertige Babykost?

Auch wenn die Idealvorstellung von täglich frisch und selbst gekochtem Essen ausgeht, darf man sich – realistischerweise – davon verabschieden. Babykost bietet vielen Working-Mums eine willkommene Alternative, geht einfach und schadet nicht, da auf sehr hohen Standards und unter ständiger Kontrolle produziert wird. Vitamine und Mineralien sind sowohl in Gläschenkost wie im selbst gemachten Babybrei ausreichend vorhanden – somit wird das Immunsystem gut versorgt.

Nahrungsergänzung:

Im ersten Lebensjahr empfiehlt es sich, Vitamin D zu verabreichen, da Kinder der Sonne noch nicht so ausgesetzt werden (sollten), und daher die eigene Vitamin-D-Produktion eingeschränkt ist. Wenn der Säugling gesund und munter zur Welt kommt, und auch eine ­normale Nahrungszufuhr möglich ist, ist sonst keine Supplementierung notwendig.