SOS-Massnahmen

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Kohlenmonoxid-Vergiftung

Stille Gefahr
Geruchslos Eine Vergiftung durch Kohlenmonoxid ist besonders tückisch. „Geruchslos, wie es ist, bahnt es sich den Weg in den menschlichen Körper und tötet dort still und leise“, schreibt Dr. Stirkat. Besondere Gefahr geht in der Heizsaison von alten Verbrennungsöfen und Gasetagenheizungen („Therme“) aus. Aber auch Holzkohlegrills und Autoabgase enthalten das gefährliche Gas. Es ist daher unbedingt notwendig, die Heizgeräte regelmäßig durch Fachpersonal warten zu lassen und Motoren in geschlossenen Räumen abzustellen.
Achtung: Finden Sie eine bewusstlose Person nahe eines Ofens, Grills etc. vor, gilt der Verdacht auf Kohlenmonoxidvergiftung!

Erste Hilfe

Sofort raus! 1. Selbstschutz ist hier essenziell: Verlassen Sie den Raum auf der Stelle! (Sie können in so einem Fall meist nichts mehr tun außer sich selbst in Gefahr bringen.) 2. Notruf wählen und in sicherer Entfernung auf die Rettungskräfte warten. 3. Falls gefahrlos möglich, können Sie versuchen, den geschlossenen Raum mit Frischluft zu fluten.

Herzinfarkt & Schlaganfall

Symptome
Verschluss Der Herzinfarkt wird durch ein verschlossenes Gefäß ausgelöst, welches die Blutzufuhr zum Herzen verhindert. Dies äußert sich typischerweise in Form von stark stechenden Schmerzen in der Brust. „Jedoch können auch andere Symptome wie z. B. Luftnot oder Bauchschmerzen auf einen Infarkt hindeuten“, so Dr. Falk Stirkat in seinem Buch.

Erste Hilfe
Ruhe bewahren 1. Beruhigen Sie die erkrankte Person durch gutes Zureden. Versuchen Sie, die Person in eine aufrechte Sitzposition zu bringen: am besten auf dem Boden mit erhöhtem Oberkörper, z. B. an eine andere Person oder eine Wand gelehnt. Weisen Sie die Person an, langsam und tief durchzuatmen. 2. Notruf absetzen. 3. Beruhigen Sie den Erkrankten weiter. „So wird Stress gemindert, was zu einer Verringerung der Herzarbeit und damit der Belastung des Organs führt“, weiß Dr. Stirkat. 4. Warten Sie auf das Eintreffen der Rettungskräfte.

Schnittverletzung

Häufiger Unfall
Küche Die meisten Unfälle passieren im eigenen Haushalt. Eine ­große Gefahrenzone ist die Küche: Sehr schnell passieren hier kleinere und größere Malheure, die versorgt werden müssen.

Erste Hilfe
Kleine, schwach blutende Schnittwunden: Bei kleinen, schwach blutenden Wunden ist der wichtigste Schritt, Keime fernzuhalten. 1. Wunde nicht berühren! Wunde kurz bluten lassen, denn das ist die beste „Spülung“. Ist die Wunde verschmutzt, sollte sie unter kaltem Leitungswasser gespült werden.  2. Mit einem Pflaster in passender Größe abkleben.

Tiefere oder stärker blutende Schnittwunden: 1. Verletzten Körperteil des Patienten hochhalten, um den Blutfluss zu reduzieren. Verletzten auf den Boden setzen oder legen. 2. Wundauflage aus dem Erste-Hilfe-Koffer auf die Wunde pressen, danach einen Verband anlegen. 3. Notruf wählen und Verletzten weiter beobachten. (Bei hohem Blutverlust droht ein Kreislaufkollaps.)

Allergischer Schock

Symptome
Immunreaktion Ein allergischer Schock ist eine extreme Form der Allergie, die durch unendlich viele verschiedene Stoffe ausgelöst werden kann. Klassische Anzeichen sind plötzlich auftretende Schwellungen an einer Körperregion oder großflächiger. Niedriger Blutdruck und Atemnot sind ebenfalls häufige Begleiterscheinungen. „Durch die vom Immunsystem ausgelöste Erweiterung der Gefäße kann es zu ­einem totalen Kollaps des Herz-Kreislauf-Systems kommen“, schreibt Dr. Stirkat.

Erste Hilfe

Rasch handeln 1. Priorität hat es, den Betroffenen so schnell wie möglich vom Auslöser der Allergie zu trennen – sofern dieser ­bekannt oder erkennbar ist. 2. Fragen Sie nach, ob der Allergiker Notfalltabletten oder ein „Epi-Pen“ mit sich führt. Der Epi-Pen ist eine Spritze, die mit Adrenalin gefüllt ist. Sie wird im Notfall (meist) in den Oberschenkel gespritzt und sorgt für ein schnelles Abklingen der Schwellungen und erleichtert die Atmung. 3. ­Notruf wählen.

 

Lebensmittelvergiftung

Symptome
Kurz nach Verzehr Die ersten Symptome treten meist schon kurz nach dem Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln auf. Die häufigsten Auslöser der Vergiftung sind Bakterien wie etwa Salmonellen, Campylobacter oder Escherichia coli („E. coli“). Typisch sind leichte bis starke Übelkeit und/oder andere Beschwerden des Magen-Darm-Trakts (z. B. Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Sodbrennen). Meist werden diese Anzeichen von ­generellem Unwohlsein und manchmal auch von Fieber begleitet.

Erste Hilfe
Der Körper versucht, die Eindringlinge möglichst schnell loszuwerden. Dabei verliert er jedoch auch viel Wasser, was rasch zu einer großen Gefahr werden kann. 1. Die erkrankte Person sollte eine liegende Position einnehmen, um möglichst zu entspannen. 2. Viel stilles Wasser trinken ist jetzt ein ­absolutes Muss, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. 3. Sollten sich die Symptome nicht binnen weniger Stunden deutlich bessern, muss ein Arzt aufgesucht oder gerufen werden.

 

Verbrennung und Verbrühung

Symptome
Vorsicht heiß Klassische Anzeichen für eine Verbrennung sind Rötungen an der betreffenden Stelle, starke Schmerzen und Blasenbildung.

Erste Hilfe
Kleine Verbrennungen: Kleinflächige Verbrennungen sollten ­sofort unter fließendem Leitungswasser gekühlt werden. Das verhindert, dass sich die Verbrennung ausbreitet, und lindert die Schmerzen. Achtung: Nicht zu große Areale und nicht am Körperstamm kühlen, es droht Unterkühlung.

Größere Brandwunden und Verbrühungen: 1. Gegebenenfalls Feuer löschen, brennende Kleider mit Wasser oder einer Decke ersticken. 2. Notruf absetzen, Person beruhigen. 3. Verbrühte Kleidung rasch aber vorsichtig entfernen. (Nur, wenn nicht mit Haut verkrustet!) 4. Kleine Oberflächen kühlen. 5. Wunden locker mit keimfreien Verbänden bedecken. 6. Verletzte Person gegebenenfalls zum Wärmeerhalt zudecken. 7. Auf Rettungskräfte warten.