Gutes Bauchgefühl

So halten Sie Ihren Darm gesund!

Zugegeben: Über den Darm und seine Funktionen zu schreiben, ist nicht rasend sexy. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf dieses Organ: ganz einfach, weil er in beträchtlichem Maße über unsere Gesundheit entscheidet.

Größtes Organ
In nüchternen Fakten ausgedrückt: Mit 7,5 Meter Länge ist der Darm das größte Organ des Menschen. Glattgebügelt käme seine Schleimhaut mit etwa 300 Quadratmetern auf die Fläche eines ansehnlichen Luxus-Appartements. Und: Der Darm ist auch ganz schön clever. Mit über 100 Millionen besitzt das sogenannte „Bauchhirn“ mehr Nervenzellen als unser gesamtes Rückenmark und produziert mehr Glückshormone als das Gehirn.

Happy
„95 Prozent der Glückshormone werden im Darm gebildet“, weiß die Grazer Gesundheits-Expertin Anita Frauwallner, die sich seit mehr als zehn Jahren intensiv mit dem Thema „Darmgesundheit“ beschäftigt. Umgekehrt bedeutet das auch: Stimmungsschwankungen verschwinden, wenn der Darm saniert wird.

Gesund-Zentrum
In unseren Kreisen immer oft noch ein Tabu-Thema, genießt der Darm in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit jeher ein sehr hohes Ansehen: Chinesische Ärzte sahen ihn schon vor 4.000 Jahren als das „Zentrum für Gesundheit und Wohlbefinden“. Und der berühmte Arzt F.X. Mayr drückte es so aus: „Der Tod sitzt im Darm.“ Will heißen: Viele Krankheiten haben ihre Ursachen im Verdauungstrakt.

Was dem Darm gut tut - und was Sie vermeiden sollten 1/8
+ Nahrung als Medizin Probiotika enthalten gesunde Bakterien für eine intakte Darmflora. Natürliche Probiotika sind Kefir, Joghurt, Buttermilch oder Sauerkraut: Sie sorgen dafür, dass Darmbakterien Verstärkung bekommen.
+ Ausreichend trinken Je nach Körpergewicht, Jahreszeit, beruflicher Tätigkeit und Konstitution werden zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag empfohlen. Geeignete Getränke sind Wasser, Kräutertees oder verdünnte Fruchtsäfte. Auch Suppen, Obst, Gemüse oder Kompott spenden Flüssigkeit.
+ Weniger ist mehr Essen Sie nur so lange, bis Sie satt sind. Ganz wichtig: Gründlich kauen! Durch langsames Essen setzt auch das Sättigungsgefühl wesentlich früher ein.
+ Timing Auch wann wir essen, ist entscheidend: Vormittags sind Milz und Magen in Hochform und die Nahrung kann gut in Energie umgewandelt werden. Je später Sie essen, desto weniger sollte es sein.
- Übergewicht Erhöht das Risiko für Darmkrebs! Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, erhöht zudem die Wahrscheinlichkeit für andere Probleme im Magen-Darm-Trakt, wie etwa Gallensteine.
- Fast Food Vermeiden Sie Fertigprodukte, stark industriell verarbeitete Lebensmittel, große Menge an tierischen Fetten (Fleisch, Wurst), zu viel Süßes und Weißmehlprodukte, Limonaden sowie extrem scharfe, heiße oder kalte Lebensmittel.
- Zu wenig Bewegung Mangelnde körperliche Aktivität macht den Darm träge. Die Verdauung gerät ins Stocken. Wer sich zu selten bewegt, hat schlaffe Bauchmuskeln. Diese sind aber nötig, um die Darmtätigkeit anzuregen. Wenig Bewegung begünstigt auch die Entstehung von Gallensteinen.
- Zu hastig essen Auch zu schnelles Essen tut dem Magen-Darm-Trakt nicht gut. Wer schlingt, riskiert, einen Blähbauch. Grund: Schnellesser schlucken mehr Luft, was ein Aufblähen des Magens zur Folge hat. Entweicht die Luft, können Blähungen oder Aufstoßen die Folge sein.

Immun-Power
Man könnte aber genauso gut sagen: Das Leben sitzt im Darm. Und zwar in Form von 70 Prozent unserer Immunzellen, die feindliche Erreger wie Viren, Parasiten oder schädliche Bakterien erkennen und so verhindern, dass sie sich im Körper ausbreiten. „Ob und wie gut unser Immunsystem funktioniert, entscheidet sich auch und vor allem im Darm“, erklärt Expertin Frauwallner. Die meiste Arbeit leistet dabei unsere Darmflora: Sie besteht aus 100.000 Milliarden Bakterien, die wesentlich zu einer gesunden Verdauung beitragen und sogar Vitamine produzieren.

Einziger Wermutstropfen: Auf äußere Einflüsse reagiert unsere Darmflora so sensibel wie eine Diva. Falsche Ernährung (wie Zucker oder Industrieprodukte) macht sie nervös und schon eine kurze Behandlung mit Antibiotika bringt sie total aus dem Gleichgewicht.

Diashow Gutes für Magen und Darm

Karotten

Karotten enthalten, wie der Name schon sagt, viel Carotin. Der Körper ist in der Lage daraus wertvolles Vitamin D herzustellen. Karotten wirken antioxidativ und tragen so zur Gesunderhaltung des Verdauungstraktes bei.

Leinsamen

Leinsamen schmecken nicht nur gut, sie stellen auch eine gute Quelle für Ballaststoffe dar. Sie entlasten den Darm auf natürliche Weise. So werden Darmträgheit und Verstopfung vorgebeugt.

Joghurt

Egal ob probiotisch oder nicht, Joghurt fördert das Darmbefinden wesentlich. Dafür sind die Milchsäurebakterien verantwortlich. Weiters liefert es Kalzium (stärkt Knochen), Eiweiß und Vitamin B12 (für Vegetarier wichtig).

Bananen

Bananen sind wegen ihres Gehalts an einfachen Kohlenhydraten (Fruchtzucker) besonders leicht verdaulich. Außerdem ist die Banane ein wichtiger Mineralstofflieferant (Kalium, Phosphor).

Apfel

Äpfel fördern nicht nur die Gesundheit von Magen und Darm, sie wirken auch entgiftend auf unseren Körper. Ballaststoffe, Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole)sind in jedem Apfel versteckt.

Ingwer

Ätherisches Ingweröl und der Scharfstoff Gingerol macht den Ingwer besonders magenstärkend. Er fördert die Verdauung und regt den Speichelfluss an. Außerdem wirkt er schleimlösend und ist ein bewährtes Hausmittel bei Übelkeit.

Vollkornbrot

Vollkornbrot liefert die für den Darm wichtigen Ballaststoffe. Zusätzliches Plus: Die Vitamine in einem Getreidekorn befinden sich in der Schale. Bei diesem Brot wird das ganze Korn verwendet, also befinden sich mehr Vitamine im Brot.

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Tipps
Was dann hilft, sind sogenannte Probiotika. Diese „lebenden Mikroorganismen“ passieren unzerstört den Magen und siedeln sich in der Wand des Darms an. Allein durch ihre Anwesenheit können sie die Vermehrung von bestimmten gesundheitsschädlichen Bakterien unterdrücken. Aber auch wer viel Stress hat und/oder unter Verdauungsproblemen, Hautunreinheiten oder einer geschwächten Abwehr leidet, sollte am besten täglich die wichtigsten Bakterienstämme für den Dünn- und Dickdarm zu sich nehmen. Dazu gehören Laktobazillen, Bifidobakterien und Enterokokken (enthalten etwa in „Omni-Biotic 6“).

Außerdem gut: Ab und zu ein gründlicher „Hausputz“ – sprich den Darm mit einer sanften Detox-Kur entgiften. Damit unser wichtigstes Organ uns auch weiterhin gute Dienste leistet…

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