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Prim. Dr. Peter Peichl im Talk

Prim. Dr. Peter Peichl im Talk

Warum fiebern wir eigentlich und welchen Nutzen hat es für unseren Organismus?

Dr. Peter Peichl: Wir erhöhen unsere Betriebstemperatur auf die optimale Arbeitstemperatur. Jeder Brutkasten beispielsweise arbeitet mit 38 bis 40 Grad Celsius – in diesem Temperaturbereich sind die zellulären Vorgäng am idealsten. Das Immunsystem arbeitet optimal. Fieber wirkt nicht nur positiv – wir fühlen uns krank und beginnen zu zittern. Grundsätzlich ist es aber ein ­positiver Akt der Verbesserung unserer ­Leistungsfähigkeit im Körper.

Warum aber fiebern Kinder leichter als Erwachsene?

Dr. Peichl: Grund ist, das kindliche Immunsystem reagiert schneller auf Erreger, da sich die Grundabwehr erst im Rahmen der Auseinandersetzung mit der Umwelt entwickeln muss.

Inwiefern kann Fieber für Kinder, Senioren und chronisch Kranke zur Gefahr werden?

Dr. Peichl: Das Problem ist gerade bei ­Kindern, dass natürlich auch Fieberkrämpfe entstehen können – vor allem dann, wenn die Temperaturen viel zu hoch sind. Temperaturen jenseits der 39 Grad Celsius haben negative Auswirkungen auf die Gehirnfunktion, und dann sollte man das Fieber sehr wohl senken. Zudem benötigt der Körper beim Fiebern viel mehr Energie. Bin ich also von vornherein eher geschwächt – älter oder chronisch krank – und verfüge nicht über ausreichend Energie, wirkt sich das Fieber auf den Krankheitsverlauf ­negativ aus und die Temperatur sollte gesenkt werden, um eine zusätzliche Stoffwechsel­belastung im Körper zu vermeiden.

Welche Werte gelten generell als normal und wann sollte die Temperatur gesenkt werden?

Dr. Peichl: Ab 38 Grad Celsius wird von Fieber gesprochen, darunter liegende Temperaturen gelten individuell als normal. Steigt das Thermometer für längere Zeit auf über
39 Grad, sollte das Fieber gesenkt werden.

Ab wann ist es ein Fall für den Arzt?

Dr. Peichl: Wenn sehr hohes Fieber von einer Sekunde auf die andere auftritt, es zu Bewusstseinseintrübungen kommt und sich die Temperatur nicht senken lässt.