Wie hoch ist Ihr Hautkrebs-Risiko?

Sonnenschutz

Wie hoch ist Ihr Hautkrebs-Risiko?

Hautkrebs nimmt zu. Dermatologen verraten, wie Sie gesund bräunen. Plus: Wie hoch ist Ihr Hautkrebs-Risiko? Der Test!

Sie tut einfach gut: Sonne wärmt uns und bewirkt, dass wir gut drauf sind. Kein Wunder, dass es alle ins Freie zieht, sobald die ersten Frühlingssonnenstrahlen zu spüren sind. Andererseits wissen wir: Zu viel Sonne verursacht nicht nur Sonnenbrand, sondern kann auch vorzeitige Hautalterung und im schlimmsten Fall sogar Hautkrebs zur Folge haben.

Mehr Hautkrebs-Fälle
Zwar ist nicht gleich jeder vom bösartigen „schwarzen“ Hautkrebs (dem Melanom) betroffen, dafür nimmt vor allem der „weiße Hautkrebs“ zu: Derzeit erkranken jedes Jahr mehr als 50.000 Menschen in Österreich an weißen Hautkrebsarten – die häufigsten sind das Basalzell- und das Plattenepithelkarzinom. Zum Vergleich: Die Diagnose „schwarzer Hautkrebs“ wird hierzulande jährlich bei etwa 2.000 Menschen gestellt (und 400 sterben daran).

Früherkennung hilft: Ihr Check!

„Bei frühzeitiger Diagnose kann der weiße Hautkrebs mit verschiedenen Therapieformen sehr gut behandelt werden.  Beim Melanom ist eine sehr frühzeitige Diagnose und Therapie entscheidend für das Überleben des Patienten“, erklärt Dermatologin Dr. Nadine Mothes-Luksch vom Wiener Gesundheitszentrum Woman & Health.

Risiko: Muttermale

Verantwortlich für schwarzen Hautkrebs sind vor allem wiederholt lange Sonnenbäder (insbesondere in der Kindheit und Jugend), die zunächst dazu führen, dass sich auf der Haut vermehrt Muttermale bilden. Und jedes Muttermal mehr bedeutet ein erhöhtes Risiko, ein Melanom zu bekommen. Wer seine Haut jedoch regelmäßig alle ein bis zwei Jahre beim Dermatologen untersuchen lässt, hat gute Chancen, der Erkrankung vorzubeugen: Verdächtige Muttermale werden mit freiem Auge oder per Auflichtmikroskopie diagnostiziert und können ambulant entfernt werden. Auch  im Frühstadium ist die Erkrankung meist noch gut heilbar.

Auch der helle Hautkrebs entsteht als Folge von übermäßigem Sonnenkonsum: „Er tritt vorwiegend auf den Sonnenterrassen des Körpers auf – also auf unbehaartem Kopf, der Stirn, am Dekolleté, den Armen, am Handrücken sowie am Lippenrot“, erklärt Dermatologin Nadine Mothes-Luksch. Wie hoch Ihr Risiko ist, eine Art von Hautkrebs zu entwickeln, erfahren Sie im Blitz-Check auf Seite 66. Achtung: Der Test ersetzt natürlich keine ärztliche Diagnose!  



Wie Sie sich richtig schützen
Gehen wir zu leichtfertig mit der Sonne um? „Man muss unterscheiden zwischen Sehnsucht nach Wärme und unvernünftiger Sonnenexposition, also stundenlangem Braten in der Sonne“, weiß Expertin Mothes-Luksch. Bei extremer und ungewöhnlich intensiver Sonnenexposition (wie etwa im Urlaub in südlichen Ländern, im Hochgebirge oder bei Outdoor-Sportarten) ist maximaler Schutz unerlässlich. „Und zwar durch dicht gewebte Kleidung, Kopfbedeckung und geeignete Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 30 bis zu 50+), die sowohl vor UV-B als auch UV-A-Strahlen schützen“, so die Dermatologin.

Wichtig: Beim Auftragen des Sonnenschutzmittels großzügig sein! Nur wer sich dick genug eincremt, ist auch ausreichend geschützt. Dermatologen empfehlen etwa zwei Milliliter pro Quadratzentimeter Haut. Das sind – grob gerechnet – 30 Milliliter Creme oder etwa die Menge von drei Esslöffeln für den ganzen Körper. Eine Extraportion vertragen Stirn, Nase, Ohren, Nacken, Schulter, Dekolleté und Fußrücken. Diese Stellen können Sie auch ruhig öfter eincremen – was allerdings nicht heißt, dass die Schutzwirkung der Creme dadurch verlängert wird.

Positive Effekte

Freilich: Auch Panik vor der Sonne ist fehl am Platz – schließlich hat UV-Licht auch positive Effekte. „Der Körper braucht Vitamin B-Strahlen, um Vitamin D bilden zu können. Dieses Vitamin ist wichtig für Knochen, Muskeln und das Immunsystem“, verdeutlicht Mothes-Luksch. Und über die Nahrung kann der Vitamin D-Bedarf nur zum Teil gedeckt werden. Also doch grünes Licht für’s Sonnenbaden? Nein. Für die Vitamin D-Produktion reicht schon ein Viertelstündchen Frischluft pro Tag – selbst bei bewölktem Himmel.