Tuberkulose

WHO-Report

Tuberkulose bleibt weltweit ein Problem

Strategie zur Beendigung der Tuberkulose-Verbreitung

In Österreich sinkt die Zahl der Tuberkulosefälle seit Jahrzehnten ständig. Doch global müsste für die geplante Eliminierung der Krankheit der Armen und der Flüchtlinge deren Zurückdrängen dreimal schneller geschehen als bisher. Das zeigt der neueste Tuberkulosebericht 2016 der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Er wurde Donnerstagnachmittag veröffentlicht.

Tuberkulose-Epidemie größer als angenommen

"Die Tuberkulose-Epidemie ist größer als früher angenommen. Das beweisen neue Daten aus Indien. Trotzdem ist die Zahl der Tuberkulose-Opfer und die Häufigkeit der Erkrankung sowohl weltweit als auch in Indien zurückgegangen", schrieben die Experten der Weltgesundheitsorganisation.

2015 gab es demnach weltweit rund 10,4 Millionen neue Fälle von Tuberkulose. 5,9 Millionen (56 Prozent) betrafen Männer, 3,5 Millionen (34 Prozent) Männer und eine Million Erkrankungen schließlich Kinder (zehn Prozent). Elf Prozent (1,2 Millionen Opfer) der an TB Verstorbenen betrafen HIV-positive Menschen.

Situation in Österreich

Im Jahr 2015 wurden in Österreich 583 Fälle von Tuberkulose in der österreichischen Bevölkerung registriert, das entspricht einer Inzidenz (Neuerkrankungen innerhalb eines Jahres; Anm.) von 68 je 100.000 Einwohner. 2014 waren es 586 Neudiagnosen gewesen. Das entsprach 6,8 Erkrankungsfällen pro 100.000 Menschen.

Strategie zur Beendigung der TB-Verbreitung

Weltweit sieht die Situation aber noch immer anders aus. Indien, Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika weisen 60 Prozent der 2015 weltweit aufgetretenen Tuberkuloseerkrankungen auf. Die Häufigkeit sank von 2014 auf 2015 weltweit um 1,5 Prozent. "Für die Erreichung des ersten Meilenstein-Ziels der Strategie zur Beendigung der TB-Verbreitung für das Jahr 2020 müsste der Rückgang aber (jährlich; Anm.) bei vier bis fünf Prozent liegen", heißt es in dem Report.

Noch immer starben im Jahr 2015 weltweit 1,4 Millionen Menschen an Tuberkulose. Hinzu kamen noch rund 400.000 Opfer durch Tuberkulose in Verbindung mit HIV. "Obwohl die Zahl der Tuberkulose-Opfer zwischen dem Jahr 2000 und dem Jahr 2015 um 22 Prozent zurückgegangen ist, blieb die TB unter den zehn häufigsten Todesursachen weltweit", stellt die WHO fest.

Um das Ziel der Eliminierung von Tuberkulose zu erreichen, sollten 2020 im Vergleich zu 2015 um 35 Prozent weniger Todesfälle durch die Krankheit verursacht sein, bis 2035 sollte dieser Rückgang 95 Prozent ausmachen. Bei der Erkrankungshäufigkeit sollte bis 2020 eine Reduktion um 20 Prozent erreicht werden, bis 2035 um 90 Prozent. Weltweit sollte dann die jährliche Neuerkrankungsrate bei rund zehn Fällen pro 100.000 Einwohnern liegen. Das wäre noch immer um ein Drittel mehr als derzeit in Österreich.