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Prof.Dr. Susanne Binder im Talk

Prof.Dr. Susanne Binder im Talk

Welche Fehlsichtigkeiten lassen sich durch moderne Lasermethoden beheben?

Prof. Dr. Susanne Binder: Sowohl Kurz- als auch Weitsichtigkeit sowie ­Astigmatismus können korrigiert werden. Die Korrektur der Altersweitsichtigkeit ist ­eine kombinierte Methode. Auf einem Auge wird in die Hornhaut eine Art Tasche präpariert und ein Inlay (künstliche Scheibe) hineingelegt. Ist der Patient beim Lasern einer Kurzsichtigkeit schon 40 Jahre, wird die Kurzsichtigkeit nicht an beiden Augen auf null korrigiert, sondern an einem Auge etwa eine oder 1,5 Dioptrien gelassen. So kann der Patient mit einem Auge scharf in die Ferne sehen und mit dem anderen ohne Brille noch lesen. Wird die Kurzsichtigkeit in jüngeren Jahren korrigiert, bleibt im Alter die Methode mit dem Inlay.

Was sind die neuesten Verfahren?

Dr. Binder: Die LASIK-Methode mit dem Femto-Sekundenlaser, da hier die Präzision höher ist. Die Relex-Smile-Methode – der Flap (Anm.: Hornhautläppchen) wird im Inneren der Hornhaut herausgenommen – wird in ­Zukunft mehr verwendet. Dazu braucht man aber eine gewisse Dicke der Hornhaut, dicker als bei der LASIK-Methode. Ist die Hornhaut zu dünn und kommt der Patient dafür nicht infrage, gibt es die ältere LASEK-Methode, wo man die Oberfläche chemisch abträgt. Diese Methode ist aber schmerzhaft.

Wer sollte sich nicht lasern lassen?

Dr. Binder: Patienten über 55 oder 60 Jahre sollten eher eine Star-Operation durchführen lassen, die auch die Dioptrien korrigiert. Trockene Augen sind eine Kontraindikation, da die Augen nach der LASIK-OP noch trockener werden. Ebenso Diabetes, schwerer Rheumatismus oder die Einnahme schwerer Medikamente (Anm.: Kortison).

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Dr. Binder: Bei weniger als einem Prozent gibt es Komplikationen. Trockene Augen, Blendeffekte und Lichtstreuung in der Nacht beim Autofahren oder fluktuierendes Sehen (in der Früh sieht man gut, gegen Abend durch den Druck der Lider schlechter). Sehr selten sind schwere Komplikationen wie ­Infektionen, Verletzungen, Hornhauttrübungen oder Ektasien (Vorwölben der Hornhaut).