So kommen Sie sanft durch den Wechsel

Menopoause

So kommen Sie sanft durch den Wechsel


Mediziner verraten, wie Sie mit Ernährung und regelmäßiger Bewegung Wechselbeschwerden vorbeugen können.

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, trockene Schleimhäute, Libidoverlust – die Liste der möglichen Wechseljahrbeschwerden ist lang und betrifft früher oder später fast jede Frau. Denn mehr als zwei Drittel aller Frauen rund um das 50. Lebensjahr sind betroffen.

Änderung des Lebensstils
Was versteht man genau unter dem Begriff „Wechseljahre“? „Die Phase zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr der Frau, in der die Tätigkeit der Eierstöcke erlischt und sich die Menstruation verabschiedet, wird als Wechsel oder Klimakterium bezeichnet; gefolgt von der Menopause, die nach der letzten Regelblutung beginnt und bis ins hohe Alter dauert“, erklärt Prof. Dr. Markus Metka, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe an der MedUni Wien

AKH Wien
Neben den typischen Wechselbeschwerden wie Schweißausbrüchen oder Schlafstörungen „können auch weniger charakteristische Beschwerden wie Augentrockenheit, Depressionen, Gewichts- und Verdauungsprobleme, Herzklopfen, Kopf- und Venenschmerzen sowie Veränderungen der Fingergelenke auftreten“, erklärt der Experte weiter. Doch das ist kein Grund zur Sorge: Denn wer seinen Lebensstil an die Bedürfnisse seines Körpers anpasst, kann Wechselbeschwerden natürlich vorbeugen beziehungsweise entgegenwirken.

In vielen Fällen reichen schon bewusste Veränderungen des Lebensstils, um unbeschwerter durch die Wechseljahre zu kommen.

Ernährung steht im Mittelpunkt
„Wir wissen heute sehr gut darüber Bescheid, welche Faktoren dazu führen, dass Frauen – in manchen Fällen sogar vor dem 40. Lebensjahr – an Wechselbeschwerden leiden“, so Prof. Dr. Markus Metka. „Es sind vor allem vier Dinge: zu viel Fett, zu viel Zucker, zu viel Salz und zu wenig Bewegung“, erklärt der Experte weiter. So spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle für die Gesunderhaltung unserer Zellkraftwerke. „Mit zunehmendem Alter und auch durch Dauerstress, Medikamenteneinnahme oder Nikotin- und Alkoholkonsum benötigt der Körper immer mehr Energie“, weiß der Facharzt. Wird ihm diese vorenthalten, steigt die Belastung des Organismus mit freien Radikalen und die Zellen werden träge. Je mehr freie Radikale im Körper zirkulieren, desto schlechter ist dies für die Allgemeingesundheit. „Somit ist es gerade im Alter wichtig, bewusst und konsequent auf seinen Lebensstil zu achten, um Wechselbeschwerden und anderen Folgeerscheinungen von Zivilisationskrankheiten vorzubeugen – mit gesunder Ernährung, moderater Bewegung und positiver Lebenseinstellung“, betont der Experte.

Regelmäßige Bewegung
Ideal sind Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren und Rudern, weil diese für einen effektiven Sauerstoffaustausch in den Zellen sorgen. Zudem simuliert das sanfte Muskeltraining die Hormonproduktion und bringt auch den Stoffwechsel wieder in Schwung – so werden schädliche Stoffe schneller abtransportiert. Aber auch diverse Entspannungs- und Meditationstechniken sind äußerst empfehlenswert: „Yoga, Qigong und Tai Chi wirken sich nicht nur positiv auf die Psyche, sondern unter anderem auch auf Blutdruck und Bewegungsapparat aus“, weiß der Mediziner.

Ernährungstipps für die Wechseljahre 1/7
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Isoflavone aus Soja und Rotklee wirken regulierend auf den Hormonhaushalt, ohne selbst Hormone zu sein.