Rheuma - Diagnose und Behandlung

2 Millionen Österreicher betroffen

Rheuma - Diagnose und Behandlung

Viele Gesichter Rheuma ist eine Sammelbezeichnung für etwa 400 unterschiedliche Erkrankungen. Nicht nur ältere Menschen sind betroffen, sondern auch Kinder. Hier die Fakten!
 

Infos zur Diagnose 1/5
Typische Symptome sind schmerzende und geschwollene Gelenke und Morgensteifigkeit von mehr als 30 Minuten, die meist symmetrisch (etwa beide Knie oder beide Schultergelenke) auftreten.
Blutwerte Durch die Bestimmung von Blutwerten kann eine Entzündung erkannt werden. Diese zeigt sich durch erhöhte BSG(Blutsenkungsgeschwindigkeit)- oder erhöhte CRP-Werte (C-reaktives Protein).
Der Rheumafaktor Die Bestimmung des Rheumafaktors ist nicht immer aussage­kräftig. Einerseits können Menschen den Rheumafaktor im Blut haben, ohne je an Rheuma zu erkranken, anderseits an Rheuma leiden, ohne dass ein Rheumafaktor nachweisbar ist.
Bestimmung von Antikörpern Sicherer ist die Bestimmung von Antikörpern gegen Citrullin (CCP-Antikörper). Dieser CCP-Antikörper lässt sich schon sehr früh im Krankheitsverlauf einer rheumatoiden Arthritis nach­weisen.
Bildgebende Verfahren zeigen den Zustand der Gelenke. Mittels Ultraschall (Gelenksonografie) lassen sich Flüssigkeitsansammlungen in den Gelenken nachweisen. Röntgen oder Magnetresonanz­tomografie zeigen Veränderungen der Gelenke.


Was ist Rheuma?
Die Gelenke sind steif und geschwollen, Sie werden von ständigen Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Appetitlosigkeit geplagt? Dies sind Symptome, die auf eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises hindeuten können. Bis zu 400 verschiedene Krankheitsbilder fallen unter die Bezeichnung „Rheuma“. Wer glaubt, dies ist eine Krankheit für alte Leute, der irrt. Rheuma kann jeden treffen! Es gibt rheumatische Krankheitsbilder, an denen sogar schon Kleinkinder erkranken. Obwohl Rheuma meistens mit der entzündlichen Gelenkerkrankung (rheumatoide Arthritis) in Zusammenhang gebracht wird, beschränken sich die Beschwerden bei Weitem nicht nur auf den Bewegungsapparat. Eine sehr große Rolle spielen Störungen des Immunsystems, die Bindegewebsstrukturen befallen. Da Bindegewebe praktisch überall im Körper vorhanden ist, können neben Knochen, Gelenken, Muskeln oder Sehnen nahezu alle Organe im Körper betroffen sein.  
 

Sanfte Hilfe gegen Rheuma 1/2
So hilft Homöopathie Tipps von Dr. Katrin Strauch, Ärztin für Allgemeinmedizin,Homöopathin,
www.drstrauch.netBryonia (Zaunrübe)
ist ein Mittel für Gelenkentzündungen, wenn das Gelenk rot, heiß oder geschwollen ist. Bewegung – vor allem des betroffenen Körperteils – und Aufstehen aus dem Liegen verschlimmern, Druck und Ruhe bessern die Beschwerden. Die Schmerzen sind stechend, der Patient fühlt sich steif, wie gelähmt und zerschlagen. Ausgelöst werden die ­Beschwerden bei Wetterwechsel von warm auf kalt, besser werden sie in der frischen Luft, still sitzend oder liegend.

Colchicum autumnale (Herbstzeitlose) 
bewährt sich bei rheumatischen Beschwerden. Betroffen sind vor allem die kleinen Gelenke. Die Schmerzen wandern. Eine Berührung ist wie ein elektrischer Schock. Kaltes, feuchtes Wetter und Herbst verschlimmern die Beschwerden, ebenso schlimmer werden sie durch Bewegung, Berührung und nachts. Besserung durch Wärme und Ruhe.

Causticum
Brennende Schmerzen in den Gelenken, rheumatisches Ziehen, Schmerzen in der Hüfte beim Stiegensteigen. Der Patient hat das Gefühl, die Muskeln und Sehnen wären zu kurz. Verschlimmerung durch trockenen kalten Wind, Besserung bei feuchtwarmem Wetter. Ebenso bessert Bettwärme sowie ­Baden der betroffenen Körperteile.

Hinweis:
Die Arzneien vorzugsweise als Globuli in der Potenz D6, 3 x täglich 5 Stück einnehmen. Bei länger andauernden Beschwerden sollte ein ausführliches Gespräch mit dem homöopathischen Arzt geführt werden mit dem Ziel, die individuell passende Arznei zu finden.
Rheuma aus Sicht der TCM Tipps von Shi Shun Wen: TCM-Expertin,
Onno-Klopp-Gasse 8/6, 1140 Wien,
www.tcm-austria.comShi Shun Wen:
TCM-Expertin,
Onno-Klopp-Gasse 8/6,
1140 Wien,
www.tcm-austria.comUrsache
Die Ursache für Rheuma liegt aus Sicht der traditionellen chinesischen Medizin entweder in einer Nieren-Yin-Schwäche oder einer Nieren-Yang-Schwäche.

Nieren-Yin-Schwäche

Symptome: Der ganze Körper, die Hände und Füße sind warm. Die Gelenkschmerzen werden bei Hitze stärker. Die Gelenke sind geschwollen, heiß und leicht entzündet. Die Zunge ist rötlich, weist entweder einen dicken oder ­keinen Belag auf.
Ernährung: Keine scharfen ­Gewürze und Fett, wenig Süßes und Fleisch.
Behandlung: Dreimal Akupunktursitzungen.
Geeignete Kräuter: Huang Bai, Zhi Mu, Yin Chen, Qing Qiao, Wu Ling Zhi, Mu Dan Pi.

Nieren-Yang-Schwäche
Symptome: Kältegefühl, die Gelenke sind steif. Die Beschwerden werden durch Kälte verstärkt. Der Patient wird von Kreuzschmerzen geplagt, muss häufig urinieren und leidet unter Tinnitus. Die Zunge ist hell und feucht, der Puls ist langsam und schwach.
Ernährung: Wichtig ist, warm und regelmäßig zu essen. Empfohlen: Rinderknochensuppe und Hühnersuppe.
Geeignete Kräuter: Xu Duan, Du Zhong, Sang Ji Sheng, Sheng Jing Cao, ­Chuang Xiong, BA Ji Tian, Gu Bu Zhi.
Empfohlen: Regelmäßig Meri­dianbewegung.


Rheuma und Immunsystem
Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen handelt es sich meist um Autoimmunerkrankungen. Eine Störung des Immunsystems führt dazu, dass das Abwehrsystem nicht mehr zwischen fremden und eigenen Substanzen unterscheidet und die eigenen Strukturen angreift. Dies führt zu Entzündungen. Ein eindeutiger Auslöser für den „Amoklauf“ des Immunsystems bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist noch nicht bekannt. Genetische Faktoren sind nicht ausgeschlossen. Ebenso kann eine bakterielle oder virale Infektion eine Arthritis auslösen. Der Darm spielt für unser Immunsystem ­eine wichtige Rolle, schließlich liegt in der Darmschleimhaut das größte Reservoir an Immun­zellen. Chronische Darmentzündungen führen daher zu einer Störung des Immunsystems und in der Folge häufig zu einer rheumatischen Erkrankung.
 

Die Behandlungsmethoden 1/5
Nichtsteroidale ­Antirheumatika verringern Schmerz und Gelenksteife, haben aber keinen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.  
Kortison wird sehr häufig als Entzündungshemmer eingesetzt und  entweder als Tablette, Infusion oder Injektion direkt in das betroffene Gelenk verabreicht.
Basistherapeutika Krankheitsmodifizierende Medikamente verringern die Reaktion des Immunsystems und können das Fortschreiten der Erkrankung ­verhindern.
Biologika: Gentechnisch hergestellte Abwehrstoffe richten sich gegen bestimmte Entzündungsbotenstoffe oder hemmen bestimmte Rezeptoren und Immunzellen.
Weitere Maßnahmen: Physiotherapie oder Ergotherapie sollen die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit der Gelenke sichern. Letzter Ausweg ist die operative Behandlung.

 

Die Wichtigsten Fakten im Überblick

Rheuma © Getty Images
(Zum Vergrößern bitte Grafik anklicken!)

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen über die häufigsten rheumatischen Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten.

Chronisch-entzündliches Rheuma
Rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt, ist die häufigste entzündliche Gelenk­erkrankung. Sie geht mit Entzündung und fortschreitender Zerstörung vor allem der kleinen Gelenke (Finger, Hand) einher. Das Spektrum reicht von milden Varianten mit seltenen Schüben bis hin zu schweren Formen mit Beteiligung ­innerer Organe. In ­Österreich sind zwischen 50.000 und 150.000 Menschen betroffen, etwa drei Viertel davon sind Frauen. Symptome: morgendliche Steifheit der Finger, Gelenkschwellungen, Abgeschlagenheit, leicht erhöhte Temperatur und im späteren Verlauf das Auftreten von Rheumaknoten (Knötchen an den Gelenken unter der Haut).
Psoriasisarthritis ist eine chronische Gelenkentzündung, die bei rund 10 % der Psoriasispatienten auftritt. Da die Psoriasisarthritis meist einige Jahre nach oder sogar noch vor der Hauterkrankung selbst auftritt, ist ­eine Früherkennung schwierig. Meist entzünden sich die Endgelenke an ­Fingern und Zehen.
Entzündliche Wirbelsäulen­erkrankungen: Spondylarthropa­thien sind chronische entzündlich-rheumatische Erkrankungen der Wirbelsäule, die häufig mit einer Entzündung der Kreuz-Darmbein-Gelenke im Beckenbereich beginnt. Hauptver­treter ist der Morbus Bechterew, der meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr auftritt. Etwa fünf Prozent der Patienten mit tief sitzendem Kreuzschmerz, der länger als drei Monate anhält, haben eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung.
Reaktive Arthritis: Hier kann jedes Gelenk, bevorzugt große Gelenke wie Schulter und Knie, betroffen sein. Es handelt sich um eine Gelenkentzündung, die nach einer Infektion, meist im Bereich des Rachens, Darm- oder Harntrakts, auftritt. Beispielsweise bakterielle Infektionen mit Salmonellen, Chlamydien, Borrelien oder virale Erkrankungen (Röteln, Hepatitis).
Juvenile idiopathische Ar­thritis (Kindliches Rheuma): In Österreich gibt es jährlich ungefähr 140 Neuerkrankungen, rund 1.700 Kinder sind betroffen. Rheuma bei Kindern zeigt sich vielfältiger als eine chronische Arthritis im Erwachsenenalter. Die Anzahl der betroffenen ­Gelenke kann variieren, ebenso der Verlauf. Hauptziel der Therapie ist, die Entzündung zu stoppen und bleibende Schäden an den Gelenken zu ­verhindern.  

Kollagenosen
Hier handelt es sich um entzündliche autoimmunologische Bindegewebs­erkrankungen. Da sich Bindegewebe überall im Körper befindet, ist das Erscheinungsbild vielfältig und die Dia­gnose schwierig. Dazu gehören: Systemischer Lupus erythematodes (Haut-, Gefäßbindegewebe der Organe), ­Polymyositis und Dermatomyositis (Muskulatur), Sjögren-Syndrom (Tränen-, Mund- und Bauchspeicheldrüse), Sklerodermie (Vermehrung bzw. Verhärtung des Bindegewebes).

Vaskulitis
bezeichnet eine Entzündung der Blutgefäße. Diese kann zu Gefäßeinengungen oder -verschlüssen sowie Ausweitungen oder Aussackungen bis zum Einreißen führen. Hinter einer Durchblutungsstörung kann daher auch eine Vaskulitis stecken.

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