2021 könnte HIV-Impfung kommen

Experten sind optimistisch

2021 könnte HIV-Impfung kommen

Die ersten Dezembertage stehen jedes Jahr im Zeichen des "Red Ribbon". Dieses Jahr geben die neuesten Erkenntnisse aus der Wissenschaft Grund zur Hoffnung: Das amerikanische Newsportal NBC zitiert in einem Artikel zum Status Quo der Forschung Experten, die sich zuversichtlich zeigen. Dr. Susan Buchbinder, Leiterin des HIV-Forschungsprogramms in San Francisco, zeigt sich optimistisch: "Wir haben drei Impfstoffe, die derzeit in Wirksamkeitsstudien getestet werden".

Drei Mittel im Fokus der Forschung

Derzeit konzentriert man sich auf drei Vakzine: "HVTN 702", "Imbokodo" und "Mosaico". Das erste Mittel basiert auf einem früheren Impfstoff, der bei Test im Jahr 2009 die HIV-Infektionsrate um 30% senkte. Dieses Mittel wurde in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und ist einer der Hoffnungsträger in der HIV-Präventionsforschung. Buchbinder sagt gegenüber NBC, dass selbst ein teilweise wirksamer Impfstoff wäre "ein enormem Durchbruch" darstellen würde. Klinische Ergebnisse für "HVTN 702" werden für Ende 2020 /Anfang 2021 erwartet. 

"Imbokdo" und "Mosaico" wurden von 2017 bis zum Sommer 2019 in südafrikanischen Ländern getestet. Hier kommen sogenannte Mosaikgene zum Einsatz, die eine Immun-Reaktion gegen bestimmte HIV-1-Subtypen bewirkt. Eine Immunisierung bedarf sechs Impfungen, die an 26000 Studienteilnehmern getestet wurden. Derzeit werden die Ergebnisse von den Wissenschaftlern ausgewertet. Die Immunisierung bedarf sechs Spritzen, die bisher 2600 Studienteilnehmern in Gebieten mit hoher Infektionsrate getestet wurden. Derzeit wertet man die Daten aus, in zwei bis vier Jahren hofft man auf konkrete Ergebnisse.

Prävention und rasche Diagnose von großer Bedeutung

Im Jahr 2017 lebten 8.225 Personen mit HIV in Österreich. Rund 400 HIV-Neuinfektionen wurden 2018 diagnostiziert und damit um 22 Prozent weniger als im Jahr davor. Neben der dringend notwendigen Aufklärung über Schutzmaßnahmen gegen eine Infektion weisen Experten auch darauf hin, dass eine rasche Diagnose hin im Kampf gegen den Virus essenziell ist. Die Zahlen belegen, dass in 50 Prozent aller Fälle die Infektion auf Kontakt mit undiagnostizierten Personen in einem frühen Stadium zurückzuführen ist. Zudem wirkt sich eine späte Diagnose auch nachteilig auf die individuelle Prognose aus, die dank guter Therapie heute überaus positiv ist. Die Viruslast kann durch eine sogenannte antiretrovirale Therapie (ART) rasch abgesenkt und somit die Krankheitsausbreitung eingedämmt werden. Auch eine lückenlose Verfügbarkeit von und Versorgung mit Prä- und Postexpositionsprophylaxe (PrEP und PEP) sei notwendig, um die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren. PreP bezeichnet die Einnahme von antiretroviralen Medikamenten, um sich bei sexuellen Risikokontakten vor einer HIV-Infektion zu schützen. 

Prävention

Täglich kommt es hierzulande zu ein bis zwei Neuinfektionen (meist durch sexuelle Kontakte). Diese lassen sich in den meisten Fällen verhindern:

  • Safer Sex: Kondome schützen vor ungewollter Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten.
  • Stillen: Ist eine Mutter HIV-positiv, ist ein Stillersatz erforderlich.
  • Hygiene: Drogenabhängige sollten Spritzen, Nadeln und sonstiges Zubehör nur einmal verwenden und niemals teilen.
  • Handschuhe: Medizinisches Personal sollte stets mit Handschuhen arbeiten

 

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