Anti-Corona-Vorsorge: Ihr Guide

Sinnvolle Präventions-Maßnahmen

Anti-Corona-Vorsorge: Ihr Guide

Nach einem relativ späten Sommer nähert sich der Herbst in Riesenschritten. Mit ihm klettern auch die Corona-Infektionszahlen nach oben und wir werden anfälliger für Erkrankungen. Wie Sie jetzt gut auf sich und Ihre Abwehrkräfte achtgeben.

Bereits über sechs Monate ist es her, seit das Coronavirus SARS-CoV-2 erstmals in Österreich nachgewiesen wurde. Erst kamen der Schock und die scharfe Restriktion, dann das erleichterte Aufatmen und schließlich kommt die Sorge vor dem Herbst und Winter. Denn obgleich wir mittlerweile unendlich mehr über das neue Virus wissen, bleibt es ein omnipräsentes Risiko – in den kommenden kalten Monaten des Jahres umso mehr. Denn in diesem Jahr spuken nicht nur die üblichen Erkältungsviren durch die heimischen Gefilde. Auch das Coronavirus wird uns begleiten.

Immunsystem leistet die Arbeit
Mehr denn je sind wir auf unsere Abwehrkräfte angewiesen, die entscheiden, ob wir eine SARS-CoV-2-Infektion und viele andere mögliche Erkrankungen gut bekämpfen können. Glücklicherweise können die meisten Menschen hier nachhelfen. Denn obgleich der physische Schutz vor einer Infektion durch Einhalten der Hygieneregeln essenziell ist, so ist es – im Falle des Kontakts mit einem Erreger – immer noch die alleinige Aufgabe unseres Immunsystems, mit dem Krankheitserreger fertigzuwerden. Jede Infektion schwächt den Körper, und das je nach Verlauf mitunter dauerhaft. Auch scheinbar harmlose Infektionen können Langzeitfolgen mit sich ziehen. Im Falle einer Covid-19-Erkrankung etwa drohen lebenslange Einschränkungen der Lungenfunktion und andere Folgeerscheinungen. Während viele andere Krankheitserreger „alte Bekannte“ unseres Immunsystems sind, trifft dies im Fall von SARS-CoV-2 nicht zu: Erst nach einer überstandenen Infektion mit dem Erreger sind wir „abgehärtet“ – dies aber in vielen Fällen nur für kurze Zeit, wie neueste Studien zum Thema Antikörper belegen. Es bleibt also aktueller denn je, den eigenen Körper nicht nur vor einer Ansteckung zu schützen und eine Weitergabe an andere möglich zu verhindern, sondern auch, sich selbst zu wappnen. Die täglichen Gewohnheiten sind hier die wichtigsten Säulen.

Gesunder Lebensstil entscheidend

Ausschlaggebend für eine starke Abwehrkraft ist ein gesunder Lebensstil, der unseren Organismus mit allem versorgt, das er braucht. Dazu zählen gesunde Ernährung, reichlich Bewegung, viel Schlaf und psychisches Wohlbefinden. Lebensmittel mit hoher Vitamin- und Nährstoffdichte (in diese Kategorie fallen vor allem Gemüse und Obst sowie Vollwert-Lebensmittel) tun uns jetzt besonders gut und versorgen das Immunsystem mit wichtiger Energie. Ballaststoffreiche und zuckerarme Kost bekommt darüber hinaus auch unserem Darm sehr gut, der im komplexen Zusammenspiel der Abwehrkräfte eine tragende Rolle einnimmt. Denn ist die Verdauung geschwächt, leidet auch das Immunsystem. Neben Ernährung ist regelmäßige Bewegung fester Bestandteil guter Vorsorge: Ein Mix aus Ausdauer- und Krafttraining ist ideal, am besten an der frischen Luft. Ein möglichst niedriger Stresspegel und gesunder Schlaf sind ebenfalls Teil des Fundaments für einen abwehrstarken Organismus: Schlafen wir zu wenig oder ist die Qualität der Nachtruhe vermindert, schwächt dies unser Immunsystem
markant.

Ansteckung passiert „drinnen“

Eine wichtige Rolle nimmt auch die Luftqualität ein. Wer sich im Herbst und Winter ausschließlich nach drinnen flüchtet, tut unter Umständen genau das Falsche für die Gesundheit. Beheizte Räume nämlich, besonders wenn sie schlecht durchlüftet werden, sind häufig die Wiege von Erkältungen. Zum einen liegt dies daran, dass die Heizungsluft unsere Schleimhäute austrocknet. Sie befinden sich in der Nase und im Mund (und im Genitalbereich) und sind wichtiger Bestandteil unseres Abwehrschutzes: An ihnen bleiben Erreger haften, die mit der Luft eingeatmet werden. Über Niesen, Schnäuzen & Co. werden die Erreger wieder hinaustransportiert oder gelangen in den Verdauungstrakt, wo ein Großteil von ihnen ebenfalls unschädlich gemacht wird. Damit dieser Schutzreflex jedoch funktioniert, müssen die Schleimhäute gut befeuchtet sein. Ausgetrocknete Schleimhäute erleichtern Viren und anderen Erregern das Eindringen in unseren Körper. Dazu kommt, dass die generelle Ansteckungsgefahr erhöht ist, denn häufig halten wir uns zusammen mit anderen Menschen in Innenräumen auf. Mittels Tröpfcheninfektion können sich die Erreger unter diesen Bedingungen besonders leicht verbreiten. Ein einziges infiziertes Sekretpartikel, das durch Husten, Niesen, Lachen oder auch bloßes Atmen und Sprechen in die Luft abgegeben wird, kann bei anderen Menschen eine Infektion auslösen. Durch selteneres Lüften entsteht wenig Luftaustausch und die Viren verbleiben in der Raumluft. Außenluft ist in der Regel deutlich feuchter und weniger belastet – scheuen Sie also nicht das Draußensein!

Die Top-Hygiene-Regeln

1. Abstand halten
Distanz Nehmen Sie Abstand von anderen, mindestens einen Meter, besser mehr, sollte sein – besonders bei Risikogrippen gilt Vorsicht. Auch symptomfreie Menschen können Krankheitsüberträger sein!

2. Händewaschen & nicht ins Gesicht fassen
Gründlich Mehrmals tägliches Händewaschen ist eine der effektivsten Maßnahmen im Schutz gegen eine Ansteckung. Handelsübliche Seife schädigt die Virenstruktur ausreichend, um sie unschädlich zu machen – allerdings nur, wenn gründlich gewaschen wird. Zum Abtrocknen am besten Einwegtücher verwenden oder das eigene Handtuch.

3. Mund-Nasen-Schutz
Solidarisch Der Mund-Nasen-Schutz (MNS) dient primär dem Schutz anderer durch das physische Zurückhalten von potenziell infektiösen Tröpfchen beim Sprechen, Niesen und Husten. Überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen, ist er empfehlenswert. Ein wiederverwendbarer MNS sollte aus 100-prozentiger Baumwolle bestehen, damit er hygienisch gereinigt werden kann. Der MNS sollte während des Tragens nicht mit den Händen berührt werden und möglichst direkt nach dem Ablegen gereinigt: a) bei mind. 60 Grad in der Waschmaschine, b) im Kochtopf mit Wasser auskochen (für mind. 5 Min.), c) im Backofen bei 90 Grad (für mind. 15 Min.). Beim Abnehmen, Anlegen und (nur falls nötig) zwischendurch nur an den seitlichen Fixierungen berühren. Nie die Innenseite berühren!

4. Nies- & Hust-Etikette
Fair Ein einziger Huststoß kann unzählige Sekretpartikel in der Luft verteilen. Um dies möglichst einzugrenzen und Ihre eigenen Hände sauber zu halten, sollten Sie entweder in Ihren gebeugten Ellenbogen niesen/husten oder in ein Taschentuch, das anschließend sofort entsorgt wird.

 

❯❯ Bei Verdacht richtig reagieren:

✏ 1. Symptome-check
Mögliche Covid-19-Symptome:
Fieber, Husten, Verlust von Geschmacks–/Geruchssinn, Atembeschwerden, Schnupfen, Halsschmerzen, Durchfall

✏ 2. Rufen Sie 1450 an
Bei Verdacht melden Sie sich unter der Hotline 1450. Dort wird entschieden, wie weiter vorgegangen wird und ob Sie getestet werden.

✏ 3. Zu hause bleiben & nicht zum Arzt!
Bleiben Sie nach Möglichkeit unbedingt zu Hause. Suchen Sie auch nicht selbstständig eine Arztpraxis oder eine Ambulanz auf! (Krankschreibungen sind aktuell auch oft via Telefon möglich.)

✏ 4. Kontakte meiden
Vermeiden Sie jetzt den Kontakt zu anderen. Gehen Sie nicht arbeiten und lassen Sie wenn möglich andere für sich einkaufen.