Fit durch den Frühling

Saisonstart

Fit durch den Frühling

Die ersten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut hauchen dem Körper unbändige Energie ein. Die Sinne erwachen aus dem Winterschlaf, die Endorphine schießen über. Bei den Männern steigt der Testosteronspiegel! Ja, der Frühling ist da und sorgt bei vielen Menschen für Glücksgefühle. Doch nicht jeder kann die schönste Zeit des Jahres in vollen Zügen genießen. Bei etwa einer Million Österreicher schießen nicht nur die Gefühle über, sondern auch die Abwehr. Sie leiden an einer Allergie und somit an der nun stärker werden Pollenbelastung. Mindestens genauso viele fühlen sich ob der Zeitumstellung und der häufigen, starken Temperaturschwankungen beeinträchtigt. Symptome wie Müdigkeit, Kopf- oder Kreislaufbeschwerden lassen sich jedoch einfach vorbeugen und behandeln. Wir verraten, wie Sie Körper und Seele fit für die warme Jahreszeit machen:

Frühjahrsmüdigkeit ade
Symptome: Draußen scheint die Sonne und die Vögel zwitschern fröhlich vor sich hin – doch wir fühlen uns schlapp, ausgebrannt und antriebslos. Daran schuld ist die unausgeglichene Relation von Serotonin (Glücksgefühl) und Melatonin (Schlafhormon). Der Glücksspeicher ist aufgrund des langen Winters und zu wenig Sonnenlicht – sorgt auch für Vitamin-D-Mangel – völlig leer. Das Melatonin hingegen ist reichlich vorhanden. Das bestärkt, neben anderen Faktoren wie der Zeitumstellung oder Eisenmangel, die sogenannte „Frühjahrsmüdigkeit“.
Vorbeugung & Behandlung: Sobald wir uns ins Freie begeben und genügend Licht tanken, lädt sich der Serotoninspeicher automatisch wieder auf, denn die Sonne fördert die Serotoninausschüttung und die Zirbeldrüse im Gehirn reduziert das Melatonin. Die Folge: Wir fühlen uns weniger müde und sind wieder voller Tatendrang. Ausgewogene Ernährung, Bewegung und Schlafhygiene sind gut zur Vorbeugung.
Tipps: 10 bis 20 Minuten (je nach Hauttyp) Licht tanken täglich erzielt einen positiven Effekt – und hilft, die Vitamin-D-Speicher (s. Info Seite 49) wieder aufzuladen.

Hilfe gegen Allergien
Symptome: Bei einer Allergie reagiert der Körper auf bestimmte allergene Stoffe (z. B. Gräser, Birken, Esche, Lebensmittel, etc.) mit einer überschießenden Abwehr des Immunsystems. Speziell im Frühling und Sommer leiden Allergiker unter Symptomen wie Juckreiz, Niesen, tränenden Augen, Heuschnupfen, bis hin zu Asthma. Behandlung: Wichtig ist daher die Abklärung der Symptome mit einem Facharzt und die Testung von Allergenen. Die Vermeidung dieser Substanzen ist der erste Schritt zur Besserung, es stehen aber auch Medikamente und eine Allergieimpfung zur Verfügung.
Tipps: Informationen über den aktuellen Pollenflug, Fragebögen zum Selbsttest und andere wichtige Guidelines zum Thema Allergie finden Sie unter www.pollenwarndienst.at oder auf der von der Medizinischen Uni Wien entwickelten Pollen-App.

Klarer Kopf – Hilfe gegen Wetterfühligkeit
Symptome: Wetterfühlige Menschen spüren rasche Temperatur- oder Luftdruckwechsel oft in Form von Kopfschmerzen. Die drei Hauptarten: Spannungs- und Clusterkopfschmerz sowie Migräne. Faktoren, die Wetterfühligkeit beeinflussen sind z. B. das Alter (je älter, desto empfindlicher), das Geschlecht (Frauen weit häufiger als Männer) und der Gesundheitszustand (je kränker, desto schlimmer).
Vorbeugung & Behandlung: Wetterbedingtem Kopfweh kann durch ausreichend Bewegung, einem ausreichendem Konsum von Flüssigkeit (Wasser, ungesüßte Tees), Herz-Kreislauftraining, Wechselbäder/ -duschen, ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen und Alkoholabstinenz sehr gut vorgebeugt werden. Setzen Sie bei der Behandlung zuerst auf sanfte Hilfe aus der Natur, wie natürliches Vanille-Extrakt. Enthaltenes Eugenol – ein ätherisches Öl – hat antiseptische und schmerzlindernde Eigenschaften und hilft, Blutgefäße freizumachen. Auch Ingwer hat sich – z. B. in Form von Tee mit Zitrone – bewährt.
Tipp: Bei wiederkehrenden Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Blasengesundheit
Symptome: Anatomisch bedingt gehört die Blase das ganze Jahr über zur Schwachstelle des weiblichen Körpers. Der Hauptrisikofaktor für eine Blasenentzündung ist nämlich das weibliche Geschlecht. Denn aufgrund der kurzen Harnröhre sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Weitere Auslöser sind Blasenentleerungsstörungen, Flüssigkeitsmangel sowie Sexualpraktika. Aber auch Kälte im Beckenbereich kann die Entstehung einer Zystitis begünstigen. Deshalb lösen die ersten unachtsamen Abende im Schanigarten oder die ersten gewagten Sprünge in den Swimmingpool oftmals typische Symptome wie Schmerzen im Unterleib, Brennen beim Wasserlassen sowie einen ständigen Drang, auf die Toilette zu müssen, aus.
Vorbeugung & Behandlung: „Je nachdem, was letztlich das Entstehen der Zystitis begünstigt, lässt sich das Infektionsrisiko zum Beispiel durch erhöhte Flüssigkeitszufuhr oder verstärkte Hygienemaßnahmen beim Sex – bereits die Verwendung eines Kondoms kann helfen – minimieren“, so Urologe Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dr. Harun Fajkovic. Hat es einen doch erwischt, sind eine rasche Symptomlinderung, die Eliminierung der Keime im Harn sowie die Vorbeugung von wiederkehrenden Infekten und der Chronifizierung die Ziele der Therapie. In unkomplizierten Fällen – Brennen beim Wasserlassen und vermehrter Harndrang – genügt meist eine symptomatische Behandlung. Halten die Symptome länger als drei Tage an oder treten Fieber und Blut im Urin begleitend auf, ist eine Antibiotikatherapie oder die Kombination beider Therapieansätze indiziert.
Tipps: Präparate aus der Apotheke (z. B. mit dem Inhaltsstoff Cranberry) können helfen, einer Blasenentzündung vorzubeugen.

Gesunde Haut – durch richtigen Sonnenschutz

Symptome: Sonnenlicht ist lebensnotwendig, zu viel davon schädigt aber langfristig unsere Haut. UV-Licht lässt uns nicht nur schneller altern, sondern verursacht auch schmerzhafte Sonnenbrände, die das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erheblich erhöhen.
Vorbeugung & Schutz: Gefahr ist vor allem in den ersten Sonnenmonaten in Verzug. „Nach dem Winter“, so Dermatologin Dr. Sabine Schwarz, „ist die Ozonschicht über der Nordhalbkugel ausgedünnt. Zudem ist unsere Haut nach dem Winter nicht an intensive Sonneneinstrahlung gewöhnt, was sie besonders sensibel macht.“ Das A und O ist deshalb eine Creme mit hohem Lichtschutzfaktor. Das gilt nicht nur für das direkte Sonnenbaden, sondern auch für den Alltag. Wirklichen Schutz erreicht man erst mit einem LSF im zweistelligen Bereich – daher auf mindestens LSF 30 setzen! Weiters gut zu wissen: Der höchste Sonnenstand ist nicht im Juli/August, sondern im Mai/Juni.
Tipps: Unsere Haut vergisst nie und jeder Sonnenstrahl macht ein Muttermal aggressiver. Daher: zweimal im Jahr ab zum Hautarzt zum Muttermalcheck. Das digitale Auflichtmikroskop „MoleMax“ erstellt eine digitale Landkarte der Muttermale und dokumentiert Veränderungen. Auffällige Muttermale sollten am besten vor dem Sommer vom Dermatologen entfernt werden.
Achtung, Vitamin D: Durch die Einstrahlung von Sonnenlicht kann die Haut mithilfe des UVB-Anteils das für die Gesundheit so wichtige Vitamin D3 herstellen. Daher: Erlauben Sie Körper und Seele pro Tag eine kurze Sonnendusche (ohne Schutz durch Sonnencremes). Um die Haut zu schützen: Bleiben Sie nur so lange in der Sonne, wie es der Eigenschutz Ihrer Haut erlaubt. Gut zu wissen: Duschen nach dem Sonnenbad mindert Vitamin-D-Aufnahme.
 

Die Reaktionen auf den Frühling von Körper und Psyche

Hormone
Das Ungleichgewicht von Serotonin (Glückshormon) und Melatonin (Schlafhormon) ist aufgrund des langen Winters ins Ungleichgewicht geraten. Bis durch die Sonneneinstrahlung das Serotonin wieder steigt und das Melatonin reduziert wird, fühlt man sich oft müde und antriebslos. Good News: Durch die Wärme werden mehr Endorphine freigesetzt, bei Männern steigt der Testosteronspiegel. Wir sind kontaktfreudiger und glücklicher.

Blutdruck
Durch die ansteigende Temperatur öffnet der Organismus die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt – dadurch gelangt weniger Blut und Sauerstoff ins Gehirn. Das macht müde und leistungsschwach. Vorbeugung:
Bewegung an frischer Luft, ausgewogene Ernährung, Kreislauftraining etc.

Schlaf
Aufgrund der genannten Hormonunausgeglichenheit und der Zeitumstellung, beziehungsweise der verlorenen Stunde, kommt es häufig zu Schlafproblemen, Eine vorzeitige Anpassung an die Sommerzeit kann Abhilfe schaffen. Der Frühjahrsmüdigkeit ist mit viel Licht, Bewegung, ausgewogener Ernährung und Schlafhygiene entgegenzuwirken.

Haut
Nach dem Winter ist die Haut nicht mehr an intensive Sonneneinstrahlung gewöhnt und die Ozonschicht über der Nordhalbkugel ausgedünnt. Deshalb ist die Frühlingssonne keinesfalls harmlos und nicht zu unterschätzen. Einschmieren mit hohem Lichtschutzfaktor ist daher oberstes Gebot. Dermatologen empfehlen einen Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30 bis 50. Ebenfalls sehr wichtig: Sonnenschutz für die Augen durch eine Sonnenbrille! Noch in der Fetalperiode entwickeln sich beim Ungeborenen nämlich der vordere Teil des Auges und die Augenlinse aus der Haut. Demnach können Haut-Toxine (schädliche Stoffe für die Haut) und Haut-Erkrankungen auch Symptome am Auge hervorrufen. Das Auge kann also auch einen Sonnenbrand bekommen.

Immunsystem
Dieses kann durch diverse Infekte sowie die Kälte im Winter geschwächt sein. Die Grippewelle zieht sich in manchen Jahren bis in den Frühling. Daher ist Vorsicht geboten. Vorbeugemaßnahmen: Licht tanken, ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung, alternative Hilfsmittel. Im aktuellen gesund&fit-Magazin (ab Dienstag) finden Sie die Jahreszeitenapotheke, die helfen soll, ohne Beschwerden durchs Jahr zu kommen.
 


Wir wünschen einen schönen, unbeschwerten Start in die schönste Zeit des Jahres!

 

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