Das hilft bei Haarausfall

Tag der Glatze

Das hilft bei Haarausfall

Haare -sie sind der wohl schönste natürliche Schmuck, den wir Menschen besitzen. Viele von uns setzen einiges daran, ihre Haarpracht gesund und glänzend zu halten. Da ist es wenig verwunderlich, wenn bei vermehrtem Haarausfall bald einmal die Alarmglocken läuten. Bis zu 100 Haare täglich in der Bürste oder im Abfluss der Dusche zu finden, gilt allerdings als völlig unbedenklich. Denn jedes einzelne Haar erneuert sich im Zuge der insgesamt drei Haarwachstumsphasen im Laufe der Zeit von ganz alleine.

Alopezie -was geschieht?

Werden jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg mehr Haare in die Ruhephase geschickt, als nachwachsen können und bilden sich zudem sichtbar kahle Stellen auf der Kopfhaut sowie (in manchen Fällen) an weiteren Körperstellen, so sprechen Ärzte von übermäßigem Haarausfall -der Alopezie. Grundsätzlich gibt es viele unterschiedliche Arten von starkem Haarausfall. Die häufigste Form -sowohl bei Männern als auch bei Frauen - ist der erblich bedingte Haarausfall, die Alopecia androgenetica. Für diese Form des Haarausfalls wird eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen das Steroidhormon Dihydrotestosteron (DHT) verantwortlich gemacht. Zunächst wird dabei die Wachstumsphase der Haare gehemmt, später verkümmern die Haarfollikel.

Verlauf androgenetische Alopezie beim Mann
Glatze © Getty Images

Individuelle Ursachen

Grundsätzlich können die Ursachen der Alopezie unterschiedlicher gar nicht sein. Genetische, hormonelle, gesundheitliche und psychische Gegebenheiten bilden ein komplexes Zusammenspiel. Ungesunder Lebensstil sowie übermäßige und anhaltende psychische Belastungen spielen ebenso eine große Rolle. Auch einseitige Ernährung kann einen Mangel an für das Haarwachstum wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen (Vitamin A, B, C, H sowie Eisen, Kupfer und Zink) bedingen.

Alopezie behandeln

So individuell wie die Ursachen der Alopezie sind auch ihre Therapieoptionen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, bei vermehrtem Haarverlust einen Mediziner aufzusuchen, um ein Blutbild zur Bestimmung etwaiger Mangelerscheinungen anfertigen zu lassen. Gegebenenfalls kann mittels spezieller Vitamin-und Mineralstoffpräparate substituiert werden. Auch Präparate auf Basis der Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid können beispielsweise erblich bedingten Haarausfall stoppen. Einige Formen der Alopezie (z. B. hormonell bedingte oder kreisrunde) können sich im Laufe der Zeit auch von selbst zurückbilden.
 

Alle Fakten
Definition

Aufgrund des natürlichen Zyklus des Haarwachstums fallen jedem Menschen pro Tag zwischen 70 und 100 Haare aus. Ein gewisser Haarverlust gilt demnach als völlig normal. Erst wenn die Anzahl der ausfallenden Haare jene der nachwachsenden bis hin zur Kahlheit überschreitet, kommt es zum deutlich sichtbaren Haarausfall -der Alopezie.

Ursachen & Erscheinung

Übermäßigem Haarverlust liegt in sehr vielen Fällen ein komplexes Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren zugrunde. Genetische Disposition, hormoneller Status (Schwangerschaft, Stillzeit, Wechseljahre), Alter sowie gesundheitliche und ernährungstechnische Aspekte gilt es bei der Diagnose auseinanderzudividieren. Der Alopecia androgenetica, der häufigsten Form des Haarverlusts, liegen genetische und somit erbliche Ursachen zugrunde. Die Alopecia areata bezeichnet den deutlich sichtbaren, kahlen und kreisrunden Haarausfall, der oftmals infolge von Autoimmunerkrankungen und hohem emotionalen Stress auftritt. Als Alopecia diffusa wird der fortschreitende Haarausfall auf dem Kopf bezeichnet. Oftmals liegen Schilddrüsenerkrankungen, die Einnahme diverser Medikamente (z. B. Gerinnungshemmer oder Psychopharmaka) und/oder Mangelernährung (zu wenig Eisen, Zink, Vitamin A, B, C, H) zugrunde.

Entstehung

Die sehr häufige androgenetische Alopezie tritt bei rund 80 Prozent aller Männer über 21 Jahren auf. Rund 50 Prozent der Frauen sind ebenso betroffen. Zunächst geht dabei der Haaransatz im Bereich der Schläfen zurück (Stichwort Geheimratsecken). Sehr viele Männer leiden ebenso an androgenetischer Alopezie am Hinterkopf. Hierbei verwandelt das Enzym 5-Alpha-Reduktase Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT). Dieses wiederum verringert die Zahl der Haarfollikel und bewirkt, dass die Membranen der Kopfhaut verhärten und die Talgdrüsen mehr Fett an Kopfhaut und Haare abgeben. Die Folge ist eine Miniaturisierung der Follikel. Sprich, sie produzieren ein immer feineres Haar, bis schließlich die Follikel absterben und das ausgefallene Haar nicht mehr nachwächst.

Therapie


Für viele Betroffene zieht übermäßiger Haarverlust insbesondere einen sehr hohen psychischen Leidensdruck nach sich. Prinzipiell gilt es zunächst, die Ursache(n) des Haarausfalls auszumachen. Ein Blutbild kann Aufschluss über etwaige Mangelerscheinungen geben. Gegebenenfalls kann mittels ausgewählter Vitaminund Mineralstoffpräparate substituiert werden. Präparate auf Basis der Wirkstoffe Minoxidil (zum Auftragen auf die Kopfhaut) und Finasterid (zum oralen Einnehmen) können beispielsweise androgenetisch bedingten Haarausfall stoppen. Die Alopecia areata bildet sich sehr häufig nach einigen Monaten von selbst wieder zurück. Ein entspannter, gesunder Lebensstil ist allenfalls förderlich.

Diagnose:


Anamnese: Während eines ausführlichen Gesprächs ermittelt der Arzt etwaige ursächliche Faktoren für den Haarverlust. Erbliche Vorbelastung, hormonelle Situation und allgemeiner Lebensstil des Patienten werden thematisiert und analysiert.

Blutbild: Im Anschluss an eine sorgfältige Untersuchung könne mittels Blutbild etwaige Mangelerscheinungen ausgemacht werden. Gegebenenfalls muss durch ausgewählte Präparate substituiert werden. Eine Besserung tritt in solchen Fällen häufig nach etwa drei Monaten ein.

Trichogramm: Im Zuge einer mikroskopischen Untersuchung können die Haare an sich analysiert werden. Auch die Kopfhaut kann anhand einer Biopsie genauer unter die Lupe genommen werden.
 


Treatments zur Verbesserung des Haarwachstums 1/6
Bei andauerndem verstärktem Haarverlust ist es ratsam, einen spezialisierten Mediziner aufzusuchen. Ein Blutbild zur Bestimmung etwaiger Mangelerscheinungen ist ebenfalls empfehlenswert. Falls ein Mangel die Ursache ist, können spezielle Vitamin-und Mineralstoffkuren Abhilfe schaffen. Denn: Eine optimale Nährstoffversorgung kann in jedem Fall die Haarwurzeln stärken und Wachstum unterstützen.
Folgende Nähr-und Zusatzstoffe (enthalten in gängigen Kombipräparaten, in Reformhäusern/Apotheken) wirken unterstützend:

Zink, Selen, Magnesium in Kombination mit Vitamin D und K3, Vitamin B, Kieselsäure und Eisen. Auch der Hormonstatus sollte gemessen werden, sind manche Hormonwerte zu hoch, kann man sie mit Medikamenten senken, sind sie zu niedrig, werden sie ergänzt. Beispielsweise durch natürliche Hormone auf Pflanzenbasis -sogenannte Phytohormone (Soja, Salbei, Rotklee, Mönchspfeffer). Letztere gleichen bei Frauen über 40 den Hormonspiegel aus, was Haarausfall verhindern kann.
Minoxidil zur lokalen Anwendung, es soll erblich bedingten Haarausfall bei 70 bis 80 Prozent stoppen können, bei 30 Prozent stellt sich dadurch sogar Haarneuwuchs ein. Nach dem Absetzen schreitet der Haarausfall jedoch fort.

Wirkstoffe wie Koffein oder Hyaluronsäure stimulieren die Kopfhaut und beleben Follikel, die für das gesunde Haarwachstum verantwortlich sind.
Mesohair-Therapie: Sie hilft bei schwachem Haarwuchs sowie bei der hormonell bedingten androgenetischen Alopezie und diffusem Haarausfall. Die Wirkstoffe (u. a. Vitamine, Antioxidantien, Mineralien) werden mittels Mikroinjektionen unter die Kopfhaut gespritzt, um die Durchblutung zu fördern, die Haarwurzeln zu stimulieren/regenerieren und derart den Haarwuchs anzuregen. Sofern die Haarwurzeln noch leben, kommt es zu einem erneuten, anhaltenden Haarwachstum mit vermehrter Dichte. Die Wirkung tritt nach ca. drei Monaten ein.
PRP-Stammzellenkur: Bei Alopecia areata und erblich bedingter androgenetischer Alopezie. Eine modifizierte Eigenbluttherapie, bei der die Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blutplasma (plättchenreiches Plasma) zum Einsatz kommen. Das eigene Blut wird dafür speziell aufbereitet und die hoch konzentrierten, körpereigenen Stammzellen bzw. die Wachstumsfaktoren des Blutplasmas über Kopfhautinjektionen in die Haarwurzel geschleust. Dadurch wird die beschädigte Haarwurzel regeneriert. Die Versorgung mit Nährstoffen und Wachstumsfaktoren aktiviert die Follikel, und das Haar beginnt wieder, zu wachsen. Wiederholt wird die Prozedur fünf Mal (zu je 30 bis 45 Minuten) in Kurform im Abstand von zwei bis vier Wochen. Kosten: ab ca. 350 Euro.
Medikamente: 5-Alpha-Reduktase-Hemmer (z. B. Finasterid) werden bei der erblich bedingten androgenetischen Alopezie (speziell bei jungen Männern mit starkem Haarausfall) eingesetzt. Nachteil: lebenslange Einnahme und verringerte Libido.

Cyproteronacetat-Lösung soll das Testosteron an der Haarwurzel durch lokale Anwendung senken und der Haarausfall bei Männern so bis zum Absetzen gestoppt werden.
 

 

Haarverpflanzung

Geheimratsecken, Halb-oder Vollglatze: Bis zu 80 Prozent der europäischen Männer bekommen früher oder später kahle Stellen auf dem Kopf. Doch viele wollen sich damit nicht abfinden und lassen sich Haare transplantieren. Mittlerweile ist Haartransplantation auch kein Tabuthema mehr.

Verschiedene Techniken der Eigenhaarverpflanzung

F.U. E.-Technik Einzelhaarentnahme: Bei der F.U.E.-Technik (Follicular Unit Extraction) werden die Haare im Spenderbereich auf etwa 1 mm Länge geschnitten. Mit speziellen mikrochirurgischen Instrumenten werden kleine kreisförmige Einschnitte rund um die Haareinheiten vorgenommen und die Follikeleinheiten einzeln entnommen. Jedes entnommene Haar wird geprüft, präpariert und gleich im Zielbereich eingesetzt. Vorteil: Hinterlässt nur kleine runde Löcher, die sich nach kurzer Zeit von selbst verschließen. Nachteil: Der Entnahmebereich am Hinterkopf des Patienten muss rasiert werden. Das Risiko, eine gewisse Anzahl der Follikel zu beschädigen, ist größer als bei der F.U.T.-Technik.

F.U.T.-Technik Streifenentnahme
: Bei der F.U.T.- oder Strip-Technik (Follicular Unit Transplantation) wird zum Gewinn von Spenderhaaren ein einzelner, ellipsenförmiger Haarstreifen am Hinterkopf entnommen. Dieser Haarstreifen wird dann unter hochauflösenden Bildschirmmikroskopen in kleine Einheiten (Einer-, Zweier-, Dreier-oder Vierergruppen) zerlegt. Die Größe des Haarstreifens hängt von der Zahl der benötigten Haarfollikel ab. Die Entnahmestelle wird durch eine spezielle Technik ("Trichophytic closure") so verschlossen, dass nur eine sehr dünne und kaum sichtbare Narbe bleibt. Vorteile: Ressourcenschonender Umgang mit Spenderhaar. Es können auch deutlich mehr Haarwurzelgruppen aus dem Spenderbereich gewonnen werden. Nachteile: Chirurgischer Eingriff, der zu einer dünnen, einige Zentimeter langen Narbe führt.
 

 

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden
Diese Website verwendet Cookies
Cookies dienen der Benutzerführung und der Webanalyse und helfen dabei, die Funktionalität der Website zu verbessern, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Impressum