Die besten Tipps für Frauen

Genderschwerpunkt

Die besten Tipps für Frauen

Als Frauen möchten wir uns gesund, stark und fit fühlen. Wir möchten unsere Lebenskraft spüren und uns trotz der vielen Herausforderungen – Haushalt, Kinder und Job – rundum wohlfühlen. Egal in welchem Alter. Doch leider verlieren wir dennoch oft die Orientierung, wenn es darum geht, auf unseren Körper zu hören und ihn richtig zu behandeln. Im neuen gesund&fit-Ratgeber "Das große Frauenbuch" (ab jetzt in Ihrer Trafik) klärt Gynäkologe Dr. Armin Breinl über häufige frauenspezifische Beschwerden auf und gibt Gesundheits-Tipps, die Themen Ernährung, Verhütung, Kinderwunsch und Schwangerschaft betreffend. In gesund&fit beantwortet der Gendermedizin-Experte die 18 wichtigsten Fragen der gesund&fit-Leserinnen.

Fragen, die jede Frau betreffen 1/18
1 Infekt:

Was ist der Unterschied zwischen Harnwegsinfekt und Blasenentzündung?

Harnwegsinfekt ist ein Begriff für Infektionen der Harnröhre, Blase, Harnleiter und Nieren. Unter Blasenentzündung versteht man meist Beschwerden der Harnblase und Harnröhre.
Ursache sind in beiden Fällen meist Darmbakterien – eine antibiotische Therapie ist oft notwendig. Auch nach Geschlechtsverkehr kommt es häufig zu Beschwerden beim Harnlassen und zu Blasenkrämpfen. Ursache ist in diesem Fall der mechanische Reiz (Honeymoon-Zystitis) – da Scheide und Blase aneinanderliegen! Viel trinken und krampflösende Medikamente können die Symptomatik bessern.
2 Die Blase stärken:

Wie beuge ich Infekten vor?


Natürliche Hilfe: Bei wiederholten Blasen-/Harnwegsinfektionen haben sich Cranberry-Präparate bewährt – ein vollständiges Entleeren der Blase und Vermeidung von Restharn ist eine zusätzliche Unterstützung.
3 Gute Tage:

Wie bekomme ich Regelbeschwerden in den Griff?

Zyklische Beschwerden zur Zeit des Eisprunges und der Regel sind häufig und mit krampflösenden und schmerzlindernden Medikamenten gut in den Griff zu bekommen. Bei unregelmäßig auftretenden Problemen oder auch bei Beschwerden während des Sex sollte eine gynäkologische Abklärung erfolgen.
Das hilft: Achten Sie auf Ihre Ernährung. Greifen Sie zu basischen Lebensmitteln wie Gemüse, Salat und Kartoffeln. Verwenden Sie ein hochwertiges Lein- oder Hanföl und beginnen Sie bereits eine Woche vor der Periode, einen Tee aus Schafgarbenblättern zu trinken.
4 Klarer Kopf:

Warum leiden Frauen häufig unter Kopfschmerzen?

Viele Frauen leiden unter Spannungskopfschmerzen und Migräne – vor allem während der Pillenpause oder zur Zeit der Regel. Hier kann man mit einer leichten hormonellen Therapie oft deutliche Besserung erzielen. Bei unregelmäßiger und somit zyklusunabhängiger Migräne ist eine neurologische Untersuchung angezeigt.
Tipp aus der Natur: Bei leichter Migräne hat sich Mutterkraut (in Kapseln erhältlich) bewährt. Ebenfalls hilfreich: Trinken Sie einen Espresso mit Zitrone und tragen Sie ein kühlendes Pfefferminz-Öl direkt auf die schmerzende Stelle auf. Das kühlt und lindert den Schmerz.
5 Starke Knochen:

Kraftvoll durch die Wechseljahre – aber wie?

So starr sie wirken, sind Knochen höchst lebendige Gebilde. Mit zunehmendem Alter verringert sich die Knochendichte – einer der Hauptgründe: der abnehmende Östrogenspiegel während der Wechseljahre. Denn Östrogene sind maßgeblich am Knochenstoffwechsel beteiligt. Um dem zu entgehen, empfiehlt der Experte vor allem regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft. Denn nur unter Sonnenexposition kann der Körper Vitamin D produzieren, das für den Knochenaufbau unerlässlich ist. Tipp: Kalziumreich essen – Milchprodukte sind ideal!
6 Frauenherzen schlagen anders:

Wie kann Frau ihr Herz stärken?

Dank der Hormone, vor allem des weiblichen Sexualhormons Östrogen, haben Frauen bis zur Menopause durch das stärkere Immunsystem und den Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen biologischen Vorteil. Frauen erkranken im Schnitt zehn Jahre später an einem Herzinfarkt als Männer. Aber nicht seltener. Fällt nach den Wechseljahren die Schutzwirkung des Östrogens weg, entwickeln Frauen sogar mehr Herzkrankheiten als Männer. Das stärkt das Herz aus der Sicht der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin): Essen Sie vor allem rote Bohnen, Himbeeren, Trauben, Rote Rüben, Kirschen, Datteln, Süßkartoffeln, Kürbis, Karotten.
7 Gesunder Bauch:

Wie bekomm' ich die Verdauung in Schwung?

Unregelmäßiger Stuhlgang, Probleme bei der Darmentleerung und Schmerzen sind die häufigsten Symptome einer Verstopfung. Die Ursachen sind sehr vielseitig. Meist liegt es an einer unausgewogenen, ballaststoffarmen Ernährung und zu wenig Flüssigkeit, aber auch Stress und psychische Belastungen können die Verdauung beeinträchtigen. Das hilft aus Sicht der TCM: Spinat, Gurken, Chinakohl, Salat, Tofu, Sojasprossen, grüner Tee und Sesamöl. Und: Machen Sie Bauchmassagen – massieren Sie im Uhrzeigersinn.
8 Hormonfabrik Schilddrüse:

Was sagt eine Funktionsstörung aus?

Die Schilddrüse spielt für den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt eine große Rolle. Schilddrüsenerkrankungen kommen 10–15 Mal häufiger bei Frauen vor als bei Männern: Bei unerfülltem Kinderwunsch und Gewichtsproblemen ist eine Schilddrüsenuntersuchung besonders wichtig, auch können unregelmäßige Zyklen  und Blutungsstörungen durch eine Schilddrüsendysfunktion verursacht werden.
9 Gut verhütet:

Worauf sollte ich achten?

Auch heute sind die hormonellen Verhütungsmethoden – Pille, Ring, Pflaster, Drei-Monats-Spritze oder Hormonspirale – die am meisten angewendeten. Als nicht hormonelle, sichere Verhütungsmethoden stehen verschiedene Spiralen, Kupferkette, -ring als Alternative zur Verfügung. Darauf sollten sie achten: 1. Diese Verhütungsmethoden schützen nicht vor Infektionen! Bei einem neuen Partner sollte immer auch mit Kondom geschützt werden! 2. Wenn man zu früh mit hormoneller Verhütung beginnt, kann es später Probleme mit dem Schwangerwerden geben. Erst, wenn sich der Zyklus über längere Zeit (Jahre) stabilisiert hat, ist die Pille zu empfehlen!
10 Kinderwunsch:

Warum klappt es nicht mit dem Baby?

Die Gründe für das Ausbleiben einer Schwangerschaft können vielfältig sein und sowohl mit der körperlichen Konstitution des Mannes (30 bis 40 Prozent der Fälle), der Frau (ebenfalls in 30 bis 40 Prozent der Fälle) und beiden gleichermaßen (in 10 bis 30 Prozent) zu tun haben. Tipp vom Kinderwunschexperten Dr. Breinl: "Machen Sie sich keinen Stress – der ist Hauptgegner einer Schwangerschaft. Durchschnittlich klappt es im ersten halben Jahr nach dem Absetzen der Verhütung mit dem Schwangerwerden. Ist das nicht der Fall, ist eine Abklärung der etwaigen Ursachen ratsam."
11 Endlich schwanger:

Worauf sollte ich achten?

Hat es geklappt, erfreuen Sie sich an Ihrem Kinderglück. "Eine Schwangerschaft ist ein natürlicher, schöner Vorgang und keine Krankheit", nimmt Dr. Breinl die Angst vorm Kinderkriegen. Mit dem Schwangerschaftseintritt ist ein sofortiger Rauchstopp indiziert. Auch auf Alkohol – bei Feierlichkeiten ist ein Gläschen Sekt zwar nicht ratsam, stellt aber keine Gefahr fürs Kind dar – und Drogen ist ab diesem Zeitpunkt zu verzichten. Sie haben bislang Sport gemacht? "Den können Sie, sofern Ihr Frauenarzt nichts Gegenteiliges behauptet, solange es Ihnen möglich ist, ist fortführen. Nicht ratsam wäre es, gerade jetzt eine riskante Sportart neu zu erlernen. Sport ja, aber nur sofern Sie das Risiko gut abschätzen und ausschließen können."
12 Wechseljahre:

Wie kann ich den Körper sanft unterstützen?

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schwindel und Herzrasen gehören zu den typischen Wechselbeschwerden. Diese lassen sich allerdings gut in den Griff bekommen, vorausgesetzt, man weiß, wie. Den Schlüssel zu einem sanften Wechsel stellen sogenannte Phytohormone – pflanzliche Stoffe, die den körpereigenen sehr ähnlich sind – dar. Soja, Yamswurzel, Rotklee und Mönchspfeffer sind reich an Phytohormonen und die idealen Begleiter für diese Zeit.
13 Ernährung:

Wie viel brauchen wir wovon?

Frauen haben eine völlig andere Körperzusammensetzung, Körperfettverteilung und einen anderen Stoffwechsel. Evolutionstechnisch sinnvoll verfügen Männer über mehr Muskelmasse und Frauen über mehr Körperfett. Aufgrund der niedrigen Muskelmasse haben Frauen einen niedrigeren Grundumsatz und benötigen somit rund 600 Kalorien weniger pro Tag als Männer. Jedoch ist der Nährstoffbedarf von Frauen und Männern beinahe gleich groß. Das bedeutet: Die Nahrung sollte auf der einen Seite kalorienarm, auf der anderen sehr nährstoffreich sein. Essen Sie daher Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte.
14 Eisen:

Wie beuge ich Mängeln vor?

Hat die Frau die Geschlechtsreife erreicht, verringert sich der Eisenspeicher durch die monatliche Menstruation – eine konstante und ausreichende Zufuhr (Rindfleisch, Huhn, Rote Rübe, Brokkoli, Linsen, Heidelbeeren) ist deshalb unerlässlich. Um eine perfekte Eisenaufnahme aus pflanzlichen Lebensmittel zu gewährleisten, ist Vitamin C (Zitrusfrüchte, Paprika) erforderlich – es begünstig die Eisen-Resorption.
15 Gesunde Seele:

Was hilft gegen Stress?

Es sind nicht die vielen Aufgaben, sondern die nicht lösbaren Probleme, welche zu vermehrtem Stress und schließlich Burn-out führen. Ein zusätzlicher Mangel der Botenstoffe Serotonin und Melatonin verstärken dieses Dilemma. Das hilft gegen Stress: Dem Stress kann man oft mit L-Tryptophan, einer natürlichen Aminosäure, entgegenwirken. Auch Yoga oder autogenes Training sowie ein Griff zu pflanzlichen Helfern wie Hopfen- und Melissen-Extrakt oder Johanniskraut und Lavendel bringen oft die erwünschte Entspannung. Wahre Wunder wirkt aber die Passionsblume, die weit mehr ist, als nur schön anzusehen. Das Trockenextrakt der Blüte führt zu mehr Gelassenheit und Entspannung – auch im stressigen Alltag. Auch die Nachtruhe kommt so wie von allein – was uns auch schon zum nächsten Punkt bringt.
16 Besser schlafen:

Wie klappt es mit dem Ein- und Durchschlafen?

Es ist das Hormon Melatonin, das uns abends müde macht. Für die Herstellung benötigt der Körper das Hormon Serotonin, das wiederum aus Bestandteilen zusammengesetzt wird, die wir über die Nahrung aufnehmen – auch hier spielt das in der Nahrung enthaltene Tryptophan eine wesentliche Rolle. Übrigens: Auch Melatonin kann quasi gegessen werden. Essen Sie daher Walnüsse, Sojabohnen, Emmentaler oder trinken Sie abends ein 2B-Relax (das Mehrfrucht-Funktionsgetränk gibt’s im Supermarkt).  
17 Kraft fürs Haar:

Was hilft bei Haarausfall?

Zwischen 100.000 und 150.000 Kopfhaare hat jeder Mensch. Der Verlust von 100 Haaren täglich ist nicht nur verkraftbar, sondern auch total normal. Verliert Frau aber übermäßig viele Haare, sind die Ursachen abzuklären, um dem Haarausfall künftig entgegenzuwirken. Meist sind es die hormonellen Schwankungen, denen der weibliche Körper oft unterlegen ist (Pubertät, Schwangerschaft, Wechsel), die zum Haarverlust führen.  Holen Sie sich Rat bei Ihrem Dermatologen, um der individuellen Ursache gegenzusteuern und versuchen Sie, gerade thermische Einflüsse (föhnen, glätten), aber auch das Färben der Haare zu vermeiden.
18 Bewegung ist alles:

Kopfschmerz, Regelbeschwerden & Co. – soll sich Frau dennoch bewegen?

Ja! Vor allem dann, wenn Frau sich unwohl fühlt, sollte sie sich bewegen. Sanfte Bewegungen helfen, das Wohlbefinden zu steigern. Ideal: Yoga-Übungen gegen gängige Frauenleiden. Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen, gegen jedes Frauenleiden eine Yoga-Übung verfügbar. Die Übungen finden Sie im neuen g&f-Ratgeber "Das große Frauenbuch".

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Dr. Armin Breinl im Talk 1/4

Warum gelten für Frauen andere Ernährungsgrundlagen als für Männer?

Dr. Armin Breinl: Die These, dass Männer und Frauen auch in Sachen Ernährung andere Bedürfnisse haben, hat sich längst durchgesetzt. Der Grund dafür ist ein unterschiedlicher Bedarf an Nährstoffen und Kalorien.

Was sind die Gründe hierfür?

Breinl: Frauen sind als "Wirtin" der Ungeborenen besonders belastet. Es ist wichtig, gesund in eine Schwangerschaft zu starten! So stellen Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes ein erhöhtes Risiko dar und sollten speziell vor dem Eintreten einer Schwangerschaft abgeklärt und behandelt werden.

Frauen haben z. B. eine bessere Abwehr. Sind sie grundsätzlich gesünder als Männer?

Breinl: Männer achten meist nicht so auf ihre Gesundheit und Vorsorgemedizin ist für viele Männer ein Fremdwort. Jedoch: Leider sind auch bei den Frauen Rauchen und Übergewicht im Zunehmen, auch die Frequenz der regelmäßigen Arztbesuche mit Abstrich und Brustkontrolle nimmt leider stetig ab.

Werden Frauen und Männer unterschiedlich krank?

Breinl: Neben den organspezifischen Erkrankungen (Anm.: Brust, Gebärmutter, Prostata) gibt es weitere genderspezifische Unterschiede: So sind z. B. Schilddrüsenerkrankungen bei Frauen 15-mal häufiger als bei Männern.

Weiblicher Körper – Die Fakten: 1/8
Gendermedizin Der junge Fachbereich widmet sich seit den 70ern der Beachtung der biologischen Unterschiede von Mann und Frau. Diese beginnen bereits auf Zellebene und manifestieren sich in vielen Organen.
Hormone Geschlechtshormone beeinflussen neben Fortpflanzung auch Stoffwechsel, Immunsystem, Energiehaushalt oder Herz-Kreislauf-System. Östrogen spielt eine wichtige Rolle bei Entstehung und Prävention von Krankheiten.
Gene Auf dem X-Chromosom liegen rund 1.500 Gene, die eine wichtige Funktion für Herz-Kreislauf, Hirnfunktion und Immunsystem ausüben. Frauen besitzen zwei X-Chromosomen, Männer nur eines, dafür ein Y-Chromosom mit nur 78 Genen. Gene spielen nicht nur eine Rolle bei der Entstehung von Krankheiten, sondern auch bei der Wirksamkeit von Medikamenten.
Herz Frauen haben feinere Gefäße, das Herz ist kleiner und schlägt schneller. Männer haben im Vergleich ein um 10 Prozent größeres Herz.
Lunge Männer-Lungen haben ein 50 Prozent größeres Volumen. Aufgrund des niedrigeren Lungenvolumens und der engeren Atemwege sind weibliche Lungen empfindlicher und stärker von Asthma und COPD betroffen.
Blut Männer haben mehr rote Blutkörperchen, Frauen hingegen mehr weiße (bessere Immunabwehr).
Leber Leberzellen der Frau funktionieren anders. Weibliche Enzyme sind aktiver, weshalb einige Medikamente schneller abgebaut werden.
Blase Frauen: kürzere Harnröhre. Nähe zum After macht anfälliger für Blasenentzündungen.

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