Eierstockkrebs

Behandlungserfolge

Therapie bei Brust- und Eierstockkrebs

Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung deutlich erhöht

Die Onkologen sind derzeit fasziniert von den immer härter werdenden Daten zu den Behandlungserfolgen mit Immuntherapeutika. Doch auch die bereits einige Jahre zuvor entwickelte zielgerichtete Therapie auf der Basis molekularbiologischer Daten von Tumoren bringt erhebliche Erfolge. Das zeigte sich in den vergangenen Tagen beim europäischen Onkologenkongress (ESMO) in Kopenhagen.

Zielgerichtete Therapie

Bei der zielgerichteten Therapie, bei welcher Arzneimittel möglichst spezifisch gegen zuvor an Tumorzellen des einzelnen Patienten festgestellten Strukturen ansetzen, werden derzeit Hemmstoffe entwickelt, welche zyklin-abhängige Kinase-Enzyme blockieren. Diese CDK4/CDK6-Hemmer schränken die Teilungsfähigkeit von Zellen ein. Ein solcher Wirkstoff ist Ribociclib.

In Kopenhagen wurden zu dem Medikament die Ergebnisse einer großen Studie mit 668 Patientinnen mit fortgeschrittenem hormonabhängigen Brustkrebs präsentiert. Demnach erhöhte eine Behandlung mit dem Wirkstoff zusätzlich zu einer Antiöstrogentherapie die Ansprechrate von 37 auf 53 Prozent. Die Häufigkeit des Fortschreitens der Erkrankung erhöhte sich um 44 Prozent.

Hoffnung auf PARP-Inhibitor Niraparib

Von besonderer Bedeutung könnten auch die Studienergebnisse sein, die mit dem sogenannten PARP-Inhibitor Niraparib bei Eierstockkrebs erzielt worden sind. Das Resultat wurde in Kopenhagen vorgetragen und zeitgleich vom New England Journal of Medicine veröffentlicht.

In Österreich erkranken pro Jahr etwa 700 Frauen an Eierstockkrebs. Es gibt etwa 500 Todesfälle jährlich. Eine Früherkennung gibt es de facto nicht. Mit komplizierten Operationen wird zumeist versucht, möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen. Darauf folgt eine Kombinations-Chemotherapie (platinhältige Medikamente plus ein sogenanntes Taxan). Seit einigen Jahren gibt es noch zusätzlich monoklonale Antikörper, welche die Gefäßneubildung der Tumore hemmen. Trotzdem treten zumeist Rückfälle auf. Dann sind die Behandlungsmöglichkeiten bisher sehr eingeschränkt gewesen.

PARP-Inhibitoren verhindern, dass Tumorzellen Einzelstrang-Schäden ihrer DNA reparieren. Mit dem Wirkstoff Olaparib gab es bisher ein solches Medikament, welches bei Patientinnen mit einem Rückfall nach einer Cisplatin-Chemotherapie verwendete werden konnte, wenn die Tumorzellen Mutationen in den Brustkrebs-Genen BRAC1 oder BRAC2 aufwiesen.

Der Wirkstoff Niraparib könnte eine breitere Wirkung haben. Bei Patientinnen mit BRAC-Mutationen erhöhte sich durch eine solche Behandlung die durchschnittliche Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung von 5,5 auf 21 Monate. Das ist eine Steigerung auf das Vierfache.

Kranke ohne diese Mutationen zeigten in etwa eine Verdoppelung der Zeit bis zum Fortschreiten des Tumorleidens (von 3,9 auf 9,3 Monate). Auch in anderen Untergruppen der Probandinnen wurde sehr gute Ergebnisse erzielt.