Die meisten Ebola-Toten sind Frauen

Aufklärung wichtig

Die meisten Ebola-Toten sind Frauen

Der britische "Independent" berichtete, mit Verweis auf Regierungsangaben aus den von Ebola betroffenen Ländern, dass 75 Prozent der Ebola-Opfer Frauen seien. Woran liegt das?

Laut der Frauenministerin von Liberia, Julia Duncan-Cassell, sind drei Viertel der Ebola-Opfer weiblich. Die Frauen übernehmen die typischen Pflegeaufgaben kranker Familienangehöriger und bilden auch in Krankenhäusern den Großteil des Pflegepersonals. Daher sind sie natürlich auch einer höheren Ansteckungsgefahr ausgeliefert. Beim Tod eines Familienmitglieds sei es ebenfalls die Aufgabe von Frauen, sich um das Begräbnis zu kümmern. Außerdem betreiben viele Frauen grenzüberschreitenden Handel auf Wochenmärkten.

WHO setzt auf Aufklärung
Eine Eindämmung der Krankheit kann laut WHO nur mit verstärkter Aufklärungsarbeit gelingen, eine wichtige Rolle könnten dabei die Frauen spielen. "Wenn wir die Frauen erreichen, erreichen wir auch jene, die ihre Familie am besten schützen können, so WHO-Sprecherin in Liberia, Maricel Seeger.

Bekämpfung wird noch Monate dauern
Die Bekämpfung wird noch Monate dauern, stellen WHO-Generaldirektorin Margaret Chan und US-Experten im aktuellen "New England Journal of Medicine" fest. Die Situation könne sich sogar noch verschlechtern. "Die am stärksten betroffenen Länder - Guinea, Liberia und Sierra Leone - sind unter den ärmsten Staaten der Welt. Sie waren jahrelang Konflikt- und Bürgerkriegszonen, was ihr Gesundheitswesen zerstört oder stark beeinträchtigt hat. In manchen Regionen blieb eine ganze Generation von Kindern ohne Bildung zurück. In diesen Staaten kommen nur ein bis zwei Ärzte auf 100.000 Einwohner - und diese sind fast nur in den Städten", schrieb die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation.

Thomas Frieden und andere Fachleute vom US-Zentrum für Krankheitskontrolle (CDC) betonen in ihrem Beitrag für das angesehenste wissenschaftliche Medizin-Journal der Welt die gravierenden Defizite in den betroffenen Staaten: "Die Stadt Lagos (Nigeria; Anm.) weist allein eine Bevölkerungszahl auf, welche der Einwohnerzahl von Guinea, Sierra Leone und Liberia zusammen entspricht. Zwei Wochen vergingen, bis dort effektive Isolations-und Behandlungsstrukturen eingerichtet waren. Nigeria hat seine Maßnahmen deutlich verbessert, aber ob das Land rechtzeitig genug reagierte, um einen großen Ausbruch zu verhindern, ist noch unklar."

Einfache Maßnahmen
Eines sei klar, so die Experten: "Es wird noch viele Monate dauern, bis der Ausbruch an seiner Quelle gestoppt ist." Dabei gibt es im Grunde relativ einfache drei Maßnahmen, welche bisher gegen Ebola immer wirksam waren: Auffinden von Erkrankten und Kontaktpersonen, adäquater Umgang (Behandlung, Beobachtung etc.) mit diesen Personen und Prävention."

Humanitäre Krise
Den Ebola-Gebieten in Westafrika droht nach Einschätzung der Welthungerhilfe eine humanitäre Krise. Die Lage entwickle sich von einer Gesundheits- zu einer Hungerkrise, sagte Asja Hanano, Koordinatorin der Welthungerhilfe in Liberia am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. Das sei durch den zum Erliegen gekommenen Handel, die geschlossenen Grenzen und die darniederliegende Feldarbeit bedingt. Die WHO hat sich bisher strikt gegen Handels-und Reisebeschränkungen - exklusive von erkrankten Personen - ausgesprochen. Die Ebola-Erreger werden durch direkten Kontakt vor allem mit Körperflüssigkeiten von Erkrankten (Blut, Speichel, Exkremente) übertragen. Es gibt keinen Übertragungsweg über Aerosole, also über die Luft.

 

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