Multiple Sklerose in allen Verlaufsformen gut behandelbar

13.500 Menschen in Österreich betroffen

Multiple Sklerose in allen Verlaufsformen gut behandelbar

Multiple Sklerose: Frühe Diagnose und Therapie essenziell.

Es kann mit Müdigkeit und Schwindel beginnen und endete noch vor kurzem nicht selten im Rollstuhl: Multiple Sklerose hat viele Gesichter. Alle davon sind mittlerweile aber gut behandelbar, sagte der Neurologe Michael Guger im Rahmen eines Online-Pressegespräches des Pharmaunternehmens Novartis am Dienstag. Insgesamt leiden in Österreich rund 13.500 Menschen an der unheilbaren Autoimmunerkrankung, bei der sich aus unklaren Gründen das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen wie die Lymphozyten und Makrophagen (beides Untergruppen der weißen Blutkörperchen) richtet. Es kommt zu einer chronischen Entzündung des Zentralnervensystems, die die Funktion von Gehirn, Sehnerven und Rückenmark stört.

Weltweit dürften etwa 2,3 Millionen Menschen betroffen sein. Aufgrund der individuellen Symptomatik spricht man von der "Krankheit mit den tausend Gesichtern". Die drei Hauptverlaufsformen sind die schubförmige MS (RRMS), die sekundär progrediente MS (SPMS, zu einem späteren Zeitpunkt zunehmend) und die primär progrediente MS (PPMS, von Anfang an kontinuierlich zunehmend). Schätzungen zufolge gehen bis zu 80 Prozent schließlich zu SPMS über. Eine frühe Diagnose und Behandlung kann dazu beitragen, einem Fortschreiten zuvorzukommen und den Krankheitsverlauf länger stabil zu halten.

Am häufigsten tritt MS zwischen dem 20. Und 40. Lebensjahr auf; fünf Prozent der Patienten sind Kinder. Frauen erkranken mindestens doppelt so häufig. Mediziner unterscheiden verschiedene Verlaufsformen: Bei den meisten Betroffenen treten zunächst Schübe auf, dies kann sich in ein kontinuierliches Voranschreiten umwandeln. Dann spricht man von einer sekundär progredienten MS (SPMS).

Fortschritte auch bei SPMS

Symptome und Beschwerden werden allmählich schlimmer und bilden sich nicht mehr vollständig zurück. Oft kommt es zu kognitive Veränderungen wie Seh- oder Gefühlsstörungen, Abnahme der Mobilität oder auch einer Fatigue (erschöpfende Müdigkeit). Auf derartige Anzeichen eines Fortschreitens müsse besonders geachtet werden, damit rechtzeitig gegengesteuert werden kann. 10,7 Jahre dauert es, einer britischen Studie zufolge, im Durchschnitt, bis sich eine schubhafte MS in eine SPMS wandelt. Dies muss allerdings nicht der Fall sein.

"In all ihren Verlaufsformen ist Multiple Sklerose heute behandelbar." versicherte der oberösterreichische Neurologe Guger, das schließe auch die SPMS mit ein. Es stehen mehrere Alternativen zur Verfügung. "Erst zu Jahresbeginn wurde ein neues Medikament für die Behandlung der aktiven SPMS zugelassen", so der Spezialist optimistisch. "Alternative Therapiemöglichkeiten sind ein Vorteil für Betroffene." ergänzte Patientenvertreter Robert Krabacher. Patienten können außerdem eine kognitive Verschlechterung aktiv verlangsamen: Ein gesunder und aktiver Lebensstil unterstützt die Gehirnaktivität.

Detaillierte Informationen unter www.msundich.at.