Hepatitis

Welt-Hepatitis-Tag

Hepatitis wäre eliminierbar

Pro Jahr 57.000 Neudiagnosen an akuter und chronischer Hepatitis B und C

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will bis 2030 die Virus-Hepatitis (B und C) weltweit eliminieren. Dazu wäre notwendig, dass 90 Prozent der Menschen gegen die Hepatitis B geimpft sind, 90 Prozent von ihrer chronischen Hepatitis B oder C wüssten und 80 Prozent behandelt werden. Davon ist Europa weit entfernt. Jährlich gibt es 57.000 Neudiagnosen an akuter und chronischer Hepatitis B und C.

Die meisten Betroffenen wissen nichts über ihre Infektion

"Man schätzt, dass etwa zehn Millionen Europäer an einer chronischen Hepatitis B oder C leiden. Die meisten wissen nichts davon, weil sie bei einer Infektion keine Symptome haben", schrieb jetzt das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC/Stockholm) aus Anlass des bevorstehenden Welt-Hepatitis-Tages (28. Juli). Bis 2030 müsse es zu einer Erreichung der WHO-Ziele zu einer Abnahme der Zahl der Patienten mit chronischer Virus-Hepatitis um 90 Prozent und zu einer Verringerung der Mortalität um 65 Prozent kommen.

Die Zahl der Neudiagnosen mit Hepatitis C beträgt derzeit in Europa das Doppelte der Neudiagnosen wegen Hepatitis B. Es waren zwischen 2006 und 2014 rund 116.000 Fälle an Hepatitis B und mehr als 276.000 an Hepatitis C. In diesem Zeitraum stieg die Gesamtzahl in den Staaten der EU und des Europäischen Wirtschaftsraumes um fast 29 Prozent.

Hepatitis: Situation in Österreich 1/4
Plan zur Hepatitis-Eliminierung fehlt
Für die Eliminierung fehlen in Österreich ein Plan, Screening - und Diagnosemaßnahmen sowie ausreichend Therapien. Das sagten am Dienstag Experten bei einer Pressekonferenz aus Anlass des bevorstehenden Welt-Hepatitis-Tages am Donnerstag (28. Juli).Das hehre Ziel stößt bisher in Österreich offenbar auf Hindernisse auf verschiedenen Ebenen des an sich hoch entwickelten Gesundheits- und Sozialwesens. Angelika Widhalm sagte: "In Österreich verweisen wir seit 2011 auf die Notwendigkeit eines Strategiepapiers. Leider Gottes wurde diese Initiative von uns bisher nicht angenommen." In Europa sind rund 30 Millionen Menschen von Virushepatitis betroffen. Weltweit gibt es dadurch jedes Jahr rund 1,4 Millionen Todesopfer.Während praktisch alle Fälle der Hepatitis B durch die hoch und langfristig wirksame Impfung verhinderbar wären, befänden sich Österreich und die Welt seit etwas mehr als zwei Jahren prinzipiell an einem Punkt, der zur Eliminierung der Hepatitis C durch Ausheilung aller Betroffener führen könnte. Die Wiener Hepatologin Petra Munda (MedUni Wien/AKH) sagte. "Mit den neuen Therapien (seit zweieinhalb Jahren; Anm.) sind wir jetzt bei 95 Prozent Heilungsrate (binnen zwölf Wochen; Anm.) angelangt."