Gut ausgestattet: Erste Hilfe für zuhause

Plus: Dos and Don'ts beim Versorgen von Wunden

Gut ausgestattet: Erste Hilfe für zuhause

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Mit einer gut ausgestatteten Hausapotheke ist man im Notfall schnell einsatzbereit und kann sich oder auch der Familie helfen. Was keineswegs fehlen darf und worauf man achten sollte, verrät der Mediziner. 

In der Küche beim Kochen oder auch im Garten kann man sich leicht verletzen. Insbesondere Schnittverletzungen oder Verbrennungen passieren häufig zu Hause im Alltag. Oft ist die Verletzungen zwar harmlos, muss aber trotzdem rasch versorgt werden. Denn "eine Verunreinigung der Wunde kann rasch zu einer Infektion führen", so DDr. Michael Wagner, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am AKH Wien. Damit man für solche Fälle gut vorbereitet ist, empfiehlt sich eine gut sortierte Haushaltsapotheke -siehe Seite 21 rechts oben.

Erste Hilfe bei kleinen Verletzungen. "Die Grundregeln beim Versorgen von Wunden bei Erwachsenen wie auch Kindern ist Reinigen, Desinfizieren und Abdecken", informiert der Mediziner. Zunächst wäscht man sich die Hände oder reibt sie alternativ mit einem Händedesinfektionsmittel ein. Dann reinigt man die Wunde: "Grobe Schmutzpartikel können mit Trinkwasser abgewaschen werden, bevor man einen Desinfektionsspray oder Wundgel aufträgt", führt DDr. Wagner fort. Leichtgradige Verbrennungen werden zunächst mit lauwarmem Wasser für circa zehn Minuten gekühlt und anschließend mit einem Wundgel versorgt. Wichtig sei es, eine Schnittwunde auch zu desinfizieren. Versorgt man eine Wunde darüber hinaus mit ausreichend Feuchtigkeit, heilt sie besser. Außerdem sollte die offene Wunde stets mit einem Verband abgedeckt werden - siehe auch Seite 20.

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Verletzte Kinder richtig versorgen

Ist ein Kind verletzt, benötigt es besonders viel Trost und Zuwendung. Kinder kommen schnell in einen Schockzustand und sollten zunächst beruhigt werden, damit sie nicht panisch reagieren. Die Eltern sollten möglichst Ruhe bewahren.

Kleinere Verletzungen könne man selbst versorgen, am besten ein Desinfektionsmittel verwenden, das nicht brennt. "Dabei aber bitte nicht in die Wunde blasen, da so Keime in die Wunde gelangen und erst recht zu einer Wundinfektion führen könnten", so DDr. Wagner. Ärztlich versorgt werden sollten jedoch alle Wunden bei Kindern wie auch bei Erwachsenen, falls kein Tetanusimpfschutz vorliegt, große Wundfläche(n) oder eine Wundtiefe ab fünf Millimeter, Bisswunden, Wunden in Gelenksnähe, Wunden mit Anzeichen einer Infektion, Stichwunden, Augenverletzungen, Verletzungen der Genitalien und Wunden an Hand-sowie Fußrücken. Diese Wunden sollten innerhalb von sechs Stunden von Mediziner:innen verarztet werden. In diesem Zeitraum ist die Keimvermehrung begrenzt - durch Reinigung, Desinfektion, Ausschneiden der Wundränder und Vernähen kann die Verletzung daher optimal versorgt werden. Bei Verbrennungen sollten Kinder immer zum Arzt.

Hausapotheken-Update

Die Hausapotheke umfasst neben Verbandsmaterial auch Medikamente - zum Beispiel gegen Schmerzen und Co. Die sollten längstens fünf Jahre aufbewahrt werden, da sich der Wirkstoff durch Licht, Temperatur und Luft verändern kann. Apotheker:innen empfehlen das Haltbarkeitsdatum der Medikamente zweimal im Jahr zu überprüfen. Möchte man Salben, Säfte oder Tropfen zum ersten Mal verwenden, sollte man auch das Anbruchdatum notieren. Denn das Haltbarkeitsdatum der Arzneimittel bezieht sich lediglich auf ungeöffnete Produkte. Angebrochene Medikamente können beim Öffnen mit Keimen verunreinigt werden und sind in der Regel nur vier Wochen haltbar.

Erste Hilfe bei Wunden und Verbrennungen

Schnitt- und Platzwunden

die wunde nur kurz bluten lassen und mit Wasser die Verschmutzung abspülen. ist eine Blutung nicht zu stoppen, eine sterile Kompresse oder ein sauberes Tuch auf die Wunde drücken (5 bis 10 Min.). Nachdem die Blutung gestillt ist, ein antiseptisches Wundgel auftragen, um die Wunde feucht und sauber zu halten. Mit einer Mullbinde aus der Hausapotheke die Wunde schließen.

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Verbrennungen

Bei allen Verbrennungsarten erste Hilfe leisten. Unmittelbar nach der Verbrennung die betroffene Körperstelle unter handwarmem Wasser kühlen - für etwa zehn Minuten. Die Wunde anschließend keimfrei bedecken, kühlen und bei Grad III sowie IV ärztliche Hilfe suchen.
Grad I: Oberflächliche Verbrennung z. B. wie beim Sonnenbrand, Rötung, Schmerz
Grad II: Blasenbildung, starker Schmerz
Grad III: Tief greifende Zerstörung der Haut
Grad IV: Sehr schwerwiegende Verbrennung - alle Hautschichten betroffen

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Checkliste - gut vorbereitet für den Notfall:

  • Haushaltsapotheke

Medikamente

Arzneimittel gegen: Schmerzen, Husten, Halsschmerzen, Fieber, Durchfall, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Allergien sowie persönliche, vom Arzt verschriebene Medikamente, Elektrolyte zum Ausgleich bei Durchfallerkrankungen; Gel gegen Verbrennungen, Insektenstiche, Sonnenbrand;

  • Verbandsmaterial

Für keimfreie Wunden. Verbandmull, elastische Binden, Heftpflaster auf Spule, Dreieckstuch, Alumed-Wundauflage;

  • Hilfsmittel

Praktisch. Fieberthermometer, Splitterpinzette, Desinfektionsmittel, Wundbenzin, Wasserstoffperoxyd 3 %, Schutzhandschuhe, stumpfe Verbandscher, Lederfingerlinge;

  • Aufbewahrung

Nicht im Badezimmer. Die Hausapotheke an einem kühlen und trockenen Ort - am besten in einem abschließbaren, lichtgeschützten Schrank, für Kinder nicht zugänglich aufbewahren. Haltbarkeit. Kontrollieren Sie zweimal jährlich das Haltbarkeitsdatum Ihrer Medikamente. Altmedikamente sollten in einer Apotheke oder bei einer Problemstoffsammelstelle abgegeben werden. Gut zu wissen. Das Haltbarkeitsdatum von Medikamenten bezieht sich nur auf ungeöffnete Packungen. Angebrochene Salben, Tropfen oder Säfte sind meist vier Wochen haltbar. Am besten notiert man sich das Anbruchdatum.

Die wichtigsten Notrufnummern parat halten.

  • 144 Rettung
  • 141 Ärztenotdienst
  • 01 406 43 43 Vergiftungsinformationszentrale
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