So werden kranke Venen saniert

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So werden kranke Venen saniert

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Kombination aus mehreren Verfahren: Schonend und minimalinvasiv können Krampfadern mittels einer speziellen hybriden Stammvenen-Methode therapiert werden.  

OA Dr. Michael Mellek gibt Einblick in seine "Hybrid-Saphaena"-Technik. Vorteile: Dank der modernen Hybrid-Technik von OA Dr. Mellek können Krampfadern rasch minimalinvasiv saniert werden.

Knotenförmige, geschlängelte, bläuliche Venen werden als Krampfadern oder Varizen bezeichnet. Rund ein Drittel der Bevölkerung ist hierzulande davon betroffen. Varizen können etwa infolge von Krankheiten oder durch eine angeborene Bindegewebsschwäche entstehen. Die Beinvenen werden dadurch erweitert und die Venenklappen können nicht mehr richtig schließen. Auch sehr sportliche Menschen können davon betroffen sein - so auch Philipp Jelinek. Der Triathlet, mehrfache Ironman-Finisher und beliebte Vortuner der ORF-Sendung "Fit mit Philipp" musste aufgrund eines Venenklappen-Defekts und daraus resultierenden starken Varizen operiert werden. Er wandte sich an OA Dr. Michael Mellek, Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie sowie Venenspezialist, der eine selbst entwickelte Methode zur Behandlung der erkrankten Venenabschnitte erfolgreich eingesetzt hat. Bereits am nächsten Tag konnte Jelinek wieder nach Hause gehen und wenige Tage später sogar wieder Sport betreiben. In einem Gespräch expliziert Dr. Mellek, stellvertretender Leiter der Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus, welche Vorteile sein innovatives Verfahren birgt. Seine "Hybrid-Saphaena"-Technik - benannt nach der Stammvene, der "Vena saphaena magna" - sei ein standardisierter Arbeitsablauf, bei dem er "die effektivsten und schonendsten Methoden" miteinander kombiniert hat.

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Vorteile für Patient:innen

Nach klassischer Laser- oder Radiofrequenzbehandlung muss man anfangs Kompressionsstrümpfe tragen und in den ersten Wochen darf man nur Lasten unter drei Kilo heben. Dennoch können nach der OP wieder neue Krampfadern entstehen. Das sei darin begründet, dass bei Eingriffen an der Stammvene als Vorsichtsmaßnahme zwei Zentimeter der Vene nicht behandelt werden. Damit möchte man eine Überhitzung des Gewebes, Irritationen an Nerven, Lymphgefäßen oder eine Einengung der tiefen Leitvene, die ein Thromboserisiko birgt, vermeiden. Diese unbehandelte Schwachstelle kann aber dazu führen, dass die Krampfadern wiederkommen und eine erneute Operation notwendig wird. Mit Dr. Melleks Krampfadern-Sanierung erspart man sich aber einen nochmaligen Eingriff. Sie läuft minimalinvasiv ab, es gibt danach kaum Hämatome, weniger Schmerzen und auch kaum sichtbare Narben. "Der Patient kann das Spital am Tag danach verlassen, trägt nur für wenige Tage Kompressionsstrümpfe und kann seinen Einkauf ab dem zweiten Tag wieder selbst nach Hause tragen oder sportlichen Hobbys nachgehen." Bei der "Hybrid-Saphaena"-Technik wird der erkrankte Venenabschnitt mittels Endolaser oder Radiofrequenzbehandlung erhitzt und durch Schrumpfung funktionslos gemacht. "Über einen Kleinstzugang in der Leiste unterbinden wir direkt an der Mündung die Stammvene und alle sichtbaren, zuführenden Venenäste. Die Patient:innen werden in eine "Kopf-hoch-Bein-tief-Lagerung" gebracht, um den unbehandelten "Rest" der Stammvene und auch bis dahin nicht erkannte Seitenast-Varizen mittels intraoperativem Ultraschall zu erkennen. "Damit verschwinden auch diese Venenabschnitte und können keine Krampfadern mehr bilden. Das venöse Blut kann somit auf dem Weg zum Herz unbehindert in der gesunden Leitvene bleiben", so der Venenspezialist.

Kranke Venen sichtbar machen

Venenleiden sollten rechtzeitig erkannt und behandelt werden. "Goldstandard in der Varizen-Diagnostik ist die Duplex-Sonographie, also ein Farbultraschall", so Dr. Mellek. Dabei werden im Stehen Ort und Ausdehnung der erkrankten Venenabschnitte sowie der sogenannten Reflux festgestellt. Unter Reflux versteht der Mediziner in dem Zusammenhang den pathologischen Rückfluss des Venenblutes aus den tiefen Bein- und Beckenvenen durch undichte Venenklappen. Die kältere Jahreszeit begünstigt die Behandlung der Krampfadern.

 

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Genaue Diagnostik

Vor der OP: Erkrankten Venenabschnitte und Reflux (pathologischer Rückfluss des Venenblutes aus den tiefen Bein- und Beckenvenen durch undichte Venenklappen) werden mittels Ultraschall festgestellt.

Sonographie

Sichtbar: Die Diagnose erfolgt rasch und schmerzlos. Nur in ganz seltenen Fällen ist noch zusätzlich zum Ultraschall eine Phlebographie (Venenröntgen) erforderlich.

Erkrankte Venen erkennen und therapieren

Hybrid-Saphena-Technik:
Diagnose Krampfadern. Die Diagnose wird mithilfe der Duplexsonografie (Farbultraschall) bestätigt. Die Untersuchung erfolgt im Stehen. Dabei werden Ort und Ausdehnung der erkrankten Venenabschnitte rasch und schmerzlos festgestellt. In ganz seltenen Fällen ist zusätzlich eine Phlebografie (Venenröntgen mittels Kontrastmittel) erforderlich.

Ablauf Eingriff:
Zuerst wird der erkrankte Venenabschnitt mittels Endolaser oder Radiofrequenzbehandlung erhitzt und durch Schrumpfung funktionslos gemacht. Im nächsten Schritt erfolgt die Zusatzbehandlung, bei der über einen Kleinstzugang in der Leiste direkt an der Mündung die Stammvene und alle sichtbaren, zuführenden Venenäste unterbunden werden. Anschließend werden die Patient:innen zur Kontrolle in eine "Kopf-hoch-Bein-tief-Lagerung" gebracht. Dadurch macht man den unbehandelten "Rest" der Stammvene als auch bis dahin nicht erkannte Seitenast-Varizen mittels Ultraschall sichtbar. Das venöse Blut kann somit auf dem Weg zum Herz unbehindert in der gesunden Leitvene bleiben und es bilden sich keine Krampfadern mehr. Der Eingriff dauert pro Seite etwa eine Stunde.

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Nach der OP:
Rasche Rekonvaleszenz. Am Tag danach kann man das Spital verlassen, man trägt nur für wenige Tage Kompressionsstrümpfe und kann seinen Einkauf ab dem zweiten Tag wieder selbst nach Hause tragen oder seinen sportlichen Hobbys nachgehen.

Vorteile der Hybridtechnik:
Patientenfreundliche Therapie. Die Krampfadern-Sanierung läuft minimalinvasiv ab. Es gibt nach dem Eingriff kaum Hämatome und auch kaum sichtbare Narben.
  

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