Positiver Nebeneffekt

Viagra ist nicht nur für das Sexleben gut

17.03.2017

Diese Wirkung von Viagra ist nur den wenigsten bekannt.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images
Zur Vollversion des Artikels

1998 kam Viagra erstmals auf den Markt und hat zahlreichen Männern bei der Behandlung von Potenzstörungen geholfen. Die blaue Pille steigert zwar nicht den Sexualtrieb, kann aber bei Erregung für eine bessere und längere Erektion sorgen. Obwohl diese Wirkung von Viagra grundsätzlich als positiv eingeschätzt wird, können mit der Einnahme auch Komplikationen auftreten können. Das Medikament ist in Österreich rezeptpflichtig und sollte auf eine Tablette am Tag beschränkt werden, da ansonsten Nebenwirkungen wie Sehstörungen und Kopfschmerzen auftreten können. Zusätzlich sollte bei bestehenden Herz-Kreislauferkrankungen und niedrigem Blutdruck genaue Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden, um schwere Komplikationen zu vermeiden. Umso überraschender ist daher die Erkenntnis, dass Viagra bei bestimmten Herzleiden Betroffenen helfen kann.

Viagra als Herz-Mittel?

Wenn man die Entstehungsgeschichte von Viagra kennt, so mag diese zusätzliche Wirkung gar nicht so sehr verblüffen. Tatsächlich wurde der Wirkstoff Sildenafil nämlich entwickelt, um Herzbeschwerden zu lindern. Er sollte Männern und Frauen bei der Therapie von Bluthochdruck und Herzbeschwerden helfen. Die Testergebnisse waren jedoch enttäuschend und es wurde ein ungeahnter Nebeneffekt entdeckt. Die männlichen Versuchspersonen weigerten sich angeblich sogar die restlichen Tabletten zurückzugeben und Viagra bekam plötzlich eine ganz andere Bedeutung..

Dennoch scheinen die Wissenschaftler ihr ursprüngliches Ziel nicht ganz verfehlt zu haben. Italienische Forscher konnten nun anhand der systematischen Untersuchung von 24 Studien zeigen, dass Viagra für Patienten mit vergrößertem Herzmuskel und beginnender Herzschwäche in Frage kommt. Insgesamt nahmen bei diesen Studien 1622 Personen teil, wobei 16 von den 24 Studien auch Frauen miteinbezogen. Die Therapie kommt dadurch nicht nur bei Männern in Frage. Jedoch seien erst größere klinische Studien nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen, so die Meinung der Forscher.

Zur Vollversion des Artikels