Lebenselixier

Wie viel Sonne ist gesund?

17.04.2015

Die Sonne macht glücklich - und gesund. Solange man sie mit Köpfchen nützt.

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Endlich! Nach den düsteren Wintertagen und dem Temperatursturz rund um Ostern ist der Frühling nun endgültig auch bei uns angekommen. Heißt für viele: Nichts wie raus und in die Sonne! Möglichst oft – und oft auch möglichst lang. Verständlich, denn die warmen Strahlen bringen allerlei Annehmlichkeiten mit sich. Dass sich die Laune schlagartig verbessert, wenn man statt in der Wohnung endlich mal wieder mit Freunden im Schanigarten sitzt, ist nicht nur ein subjektives Gefühl, sondern, Vitamin D sei Dank, inzwischen auch wissenschaftlich belegt. Doch damit nicht genug der positiven „Glückshormon“-Effekte: Das Vitamin D, das durch die Sonne im Körper gebildet wird, regt allerlei lebenswichtige Stoffwechselprozesse an, es stärkt die Knochen und Muskeln und senkt unter anderem das Risiko für Darmkrebs.

Obendrein sorgt die Sonne für einen frischen, attraktiven Teint – und ist dabei auch noch gut für die Haut.

Richtig sonnen – darauf kommt’s an
All das setzt freilich voraus, dass man die ersten warmen Frühlingsstrahlen mit Köpfchen nützt. Und die positiven Effekte der Sonne nicht als Freibrief für ungehemmtes Dauerbrutzeln sieht. Denn trotz aller Vorteile bleibt die Sonne ein Wärmespender mit Risiko, ein zu viel an unkon­trollierter UV-Einstrahlung ist nicht nur kontraproduktiv, sondern auch gefährlich. Und dass die Gesichtshaut vieler Sonnenanbeter früher als später häufig der eines runzeligen Bratapfels gleicht, ist da bei Weitem noch das geringste Problem.

Schwere Langzeitschäden der Haut sind die Folge, im schlimmsten Fall kann Hautkrebs entstehen. Der wird zum größten Teil durch jahre- oder jahrzehntelange, zu intensive UV-Einstrahlung ausgelöst. Und zählt in Österreich zu den zehn häufigsten Krebsarten. Pro Jahr werden mehr als 1.100 neue Fälle registriert. Tendenz steigend. Dazu ist die Dunkelziffer hoch. Denn oft verstecken sich gefährliche Melanome hinter scheinbar harmlosen Muttermalen und Hautflecken und werden deshalb erst spät entdeckt.

Der Hauttyp ist entscheidend
Doch was heißt all das nun im Klartext? Die gute Nachricht ist: Sie müssen trotz der Risiken nicht auf die wärmende Frischluftkur verzichten. Der richtige Schutz ist das A und O, damit Sie den Frühling und den kommenden Sommer frei von unerwünschten Nebenwirkungen genießen können. „Sonne ist nicht prinzipiell ungesund, im Gegenteil ist sie für den Körper und die Seele wichtig und gesund, macht sie glücklicher und ausgeglichener. Man sollte es nur nicht übertreiben“, so Hautarzt Dr. Norbert Kohrgruber im Interview mit gesund & fit.

Als Faustregel für alle gilt: Vermeiden Sie die Mittagssonne, denn dann ist die UV-Einstrahlung am intensivsten. „Wer zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten bleibt, bekommt 75 Prozent der schädlichen Strahlung erst gar nicht ab“, so Experten.

Wie viel Sonne man generell verträgt, ist typabhängig. So tendieren Rot- und Blondhaarige mit von Natur aus blasser Haut eher zu Sonnenbrand und anderen Hautschäden als Südländer (siehe Kasten rechts). Auch Alter und Lebensumstände beeinflussen die Eigenschutzzeit (die Zeit, in der die Haut sich selbst gegen schädliche Strahlen schützt, auch ohne Sonnencreme). Kinder sind besonders anfällig, der Grundstein für Hautkrebs wird häufig in jungen Jahren gelegt. Auch Schwangere brauchen mehr Schutz.

Hören Sie auf Ihren Körper
Wann es kritisch wird – bei besonders empfindlichen Menschen herrscht schon nach fünf bis zehn Minuten Sonnenbrandgefahr –, weiß in der Regel unsere Haut selbst am besten. „Die Sonnenbestrahlung fühlt sich für eine bestimmte Zeit gut an – und wird dann unangenehm“, so Dr. Kohrgruber. Sein Tipp: „Die Sonne wird am Anfang der Saison schlechter vertragen als nach einer gewissen Zeit. Man kann also die Dosis langsam steigern. Dies hängt mit der zunehmenden Bräunung zusammen. Die Pigmente schützen die Haut.“

Eincremen ist das A und O
Für eine zusätzliche Schutzwand sorgt naturgemäß eine entsprechende Sonnencreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor, die bei keinem Sonnenbad (auch nicht im Frühling!) fehlen sollte. Empfindliche Menschen und Kinder greifen am besten zu Lotions mit Lichtschutzfaktor ab 50, weniger Sonnenbrandanfällige können den Faktor im Lauf der Wochen langsam reduzieren, er sollte aber immer im zweistelligen Bereich liegen. Was viele unterschätzen: Nicht nur beim geplanten Sonnenbad muss geschmiert werden, auch schon kurze Aufenthalte im Alltag setzen in unserem Körper schädliche freie Radikale frei. Immer mehr Tagespflegecremes für das Gesicht haben deshalb bereits einen eingebauten Lichtschutzfaktor.

Letztlich gilt: Jede Bräunung der Haut ist ein Zeichen der Verbrennung. Doch nicht jede ist damit auch gleich gesundheitsgefährdend. Die Dosis macht das Gift – und die muss letztlich jeder individuell für sich herausfinden.

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