Sex ohne Reue

Verhütung: Der große Check für sicheren Sex

13.06.2016

Jedes Jahr werden rund 30.000 ungewollt schwanger

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Pille, Spirale & Co. – noch nie gab es so viele Verhütungsmethoden wie heutzutage: Wie Sie sich am besten vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen können. - Die besten Tipps aus dem neuen gesund&fit

Sicher verhüten
Sicher, einfach und bequem in der Handhabung und nicht zu teuer sollte sie sein – das wünschen sich Österreichs Frauen von der optimalen Verhütungsmethode. Neben den Klassikern Kondom und Pille stehen mittlerweile eine ganze Reihe weiterer Anti-Baby-Mittel zur Verfügung, vom Implantat bis zum Kupferkettchen. Gerade Letzteres ist neben der Kupferspirale eine gute Alternative für Frauen, die den Griff zur Hormonkeule nicht wollen. Doch welche Verhütungsmethode ist nun für welche Frau am besten geeignet? gesund&fit hilft Ihnen durch den Verhütungs-Dschungel.



Verhütung ist individuell
Das eine, ultimative Verhütungsmittel mit hundertprozentiger Sicherheit gibt es nicht – von kompletter Sex-Abstinenz abgesehen. Dies wäre jedoch für die meisten Frauen – im wahrsten Sinn des Wortes – keine befriedigende Lösung. Bleibt also doch die Suche nach der geeigneten Verhütungsmethode. Diese ist nicht für alle Frauen gleich. „Verhütung ist ein individuelles Thema, abhängig von eventuellen Risikofaktoren und persönlichen Bedürfnissen. Auch die Frage nach dem Zyklus, wie stark die Regelblutung ist oder ob Regelschmerzen vorhanden sind, ist zu berücksichtigen“, erklärt Dr. Johannes Seidel, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe. Ein Beratungsgespräch beim Frauenarzt ist daher zu empfehlen.

Wie sicher ist die Methode?
Wie sicher eine Verhütungsmethode ist, besagt der sogenannte Pearl-Index. Er misst, wie viele sexuell aktive Frauen trotz Verwendung eines bestimmten Verhütungsmittels innerhalb eines Jahres schwanger werden. Je niedriger der Prozentsatz, desto sicherer ist die Methode. Ein Beispiel: Ein Index von 1 bedeutet, dass von 100 Frauen, die diese Methode gewählt haben, trotz Verhütung eine schwanger geworden ist. Als sehr sicher gelten laut Pearl-Index etwa die Pille, das Hormonimplantat oder die Spirale. Abzuraten ist hingegen von Kalender- oder Temperaturmethoden, bei der frau sich die fruchtbaren Tage anhand ihres Zy­klus ausrechnet. Auch der Coitus interruptus ist alles andere als verlässlich und daher als Schutz vor einer Schwangerschaft nicht empfehlenswert.

Klassiker Pille
Die Pille gilt bis heute als beliebteste Verhütungsmethode. Während die klassische Pille das Hormon Östrogen enthält, gibt die östrogenfreie Minipille das Gelbkörperhormon (Gestagen) ab. Nachteil der Minipille: Sie verstärkt Hautunreinheiten, führt oft zu Zwischenblutungen in den ersten Monaten. Dies legt sich wieder und langfristig haben Frauen oft sogar keine Blutung mehr. Die Pille hat in letzter Zeit auch häufig für Schlagzeilen wegen Thrombose- und Schlaganfallgefahr gesorgt. Dr. Seidel warnt aber vor einer Panikmache. „Das ist wirklich marginal. Man nimmt bei den Anti-Baby-Pillen aber trotzdem lieber welche der älteren Generation, da hier das Thromboserisiko geringer ist als bei der neueren.“   

Hormonelle Alternativen
Auf dem gleichen Prinzip – Gestagen statt Östrogen – beruht die Hormonspirale. Hier ist die Hormondosis jedoch geringer und wird nur lokal abgegeben. „Im Gegensatz zu allen anderen hormonellen Verhütungen hat man hier sehr wohl einen Zyklus und Eisprung und somit die normale Östrogendosis“, so Dr. Seidel. Hoch dosierte hormonelle Mittel wie Hormonimplantat oder Drei-Monats-Spritze können laut dem Experten den Östrogenspiegel stark senken und das Osteoporoserisiko erhöhen.

Neuer Trend: Hormonfrei
„Alternativen auch als Langzeitverhütung sind hormonfreie Verhütungsmittel wie Kupfer- oder Goldspirale sowie die neuen Methoden wie Kupferkette und Kupferball. Der Trend geht derzeit ganz klar in diese Richtung“, so Dr. Seidel. Kleine Mengen abgesondertes Kupfer hemmen die Spermienbeweglichkeit und verändern zugleich den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich die Eizelle nicht einnisten kann. Einzige Voraussetzung ist, dass Regelblutung und Schmerzen nicht zu stark sind. Die würde sich nämlich verstärken. Dass die Spirale nur für Frauen, die schon Kinder bekommen haben, geeignet ist oder unfruchtbar macht, ist ein Gerücht, erklärt der Gynäkologe.

Verhütungsmittel im Check
(Zum Vergrößern bitte Grafik anklicken)

 

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