Der Experte verrät wie

Fasten ohne Hunger

07.03.2019

Schlank, schön & gesund hält das Fasten. Die vielen positiven Effekte kann man allerdings auch mit vollem Bauch erzielen.

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Zellalterung hinauszögern, den Körper vor schweren Erkrankungen schützen und das Wunschgewicht dauerhaft halten. Fasten ist ein wissenschaftlich belegter Jungbrunnen. Denn Essenskarenzen knipsen u. a. die Autophagie, das Selbstreinigungsprogramm der Zellen, an. Ein leerer Magen ist jedoch nicht immer alltagstauglich, was nicht selten zu einem frühzeitigen Abbruch führt. Der Fasteneffekt wird damit ausgebremst. Die gute Nachricht für all jene, die auf regelmäßige Mahlzeiten nicht verzichten und stets satt zu Bett gehen wollen: Die für das Fasten bekannten Wirkweisen lassen sich auch mit einer speziellen kohlenhydrat- und kalorienreduzierten ketogenen Ernährung ankurbeln. Wie das funktioniert, verrät Keto-Experte Gianluca Mech.
 
Längere Nahrungskarenzen sind für ­viele Menschen sehr schwer durchzuhalten. Welche Möglichkeiten gibt es, durch Ernährung die Fasteneffekte anzukurbeln?
Gianluca Mech:
Eine weitere Möglichkeit, die positiven Wirkweisen zu generieren, ist eine spezielle fettreiche und kohlenhydratarme ­Diät, die dafür sorgt, dass man von Zeit zu Zeit in die sogenannte Ketose geht. Besonders wirkungsvoll ist die Methode der stark kalorienreduzierten ketogenen Diät (Anm.: ‚Very Low Calorie Ketogenic Diet‘/VLCKD). Sie macht satt und schmeckt. Um allerdings alle positiven Effekte vollends ausschöpfen zu können, sollte man Kalorienzufuhr und Nährstoffzusammensetzung stets genau im Blick haben. Mit der ‚Phytoketogenen Diät‘ hat Tisanoreica ein Konzept entwickelt, das eine optimale Ernährung leicht macht.


Was darf konkret auf den Teller?
Mech:
Bei der ‚Phytoketogenen Diät‘ (Anm.: ‚Phytoketogenic Mediterranean Diet‘/KEMPHY) darf man Fleisch, Fisch, Eier und Gemüse essen. Man verzichtet gänzlich auf Kohlenhydrate wie Brot, Reis, Kartoffeln. Das Ziel ist es, durch eine kohlenhydratarme Ernährung in den ­ketogenen Stoffwechsel zu wechseln. Dieser verwendet zur Energieversorgung ­Ketonkörper, die aus dem körpereigenen Fettreserven gebildet werden. Tisanoreica entwickelte zur einfachen, alltagstauglichen Umsetzung Produkte, die einen optimalen Kohlenhydratanteil von unter elf Prozent aufweisen und mit ausreichend Protein versorgen. Gleichzeitig liefern sie nicht zu viel Protein. Da dieses wiederum aus der Ketose werfen würde. Die Produkte haben weiters einen hohen Anteil an wasserlös­lichen Ballaststoffen, diese sind gesund für die Darmflora und geben ein gutes Sättigungsgefühl. Spezielle Heilpflanzen­extrakte erhöhen die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe.


Wie lang sollte man mit Keto fasten?
Mech:
Das Protokoll ist auf sechs ­Wochen angelegt: mit drei Wochen ketogener, drei Wochen Ultra-Low-Carb-Ernährung. Simple Pläne sowie online ­Hilfestellung durch Experten unterstützen bei der Durchführung.


Welche Vorteile hat dieses „Fasten ohne Hunger“?
Mech:
Es ist einfach umsetzbar, man verliert Gewicht und reinigt seinen ­Körper. Heißhungerattacken, vor allem auf Süßes, bleiben aus. Dieser Effekt hält auch nach der Kur an. Sobald man damit beginnt, fühlt man sich zudem leistungsfähiger. Trotz Nahrungszufuhr werden Effekte, wie beim Heilfasten ausgelöst: Blutdrucksenkung sowie Unterstützung bei Diabetes Typ 2, Migräne oder unerfülltem Kinderwunsch.

Was gilt es zu beachten?
Mech:
Es ist immer ratsam, ein Diätprogramm mithilfe eines Arztes durchzuführen. Tisanoreica bietet die Möglichkeit, einen Ernährungsplan von einem Mediziner erstellen zu lassen.

❯❯ Stark kalorienreduzierte ketogene Diät

✏ Fasteneffekt ohne Hunger
Was Keto kann: Die ketogene Ernährung – sie wird in mehrere Varianten unterteilt (s. re.) – weist zahlreiche positive Effekte, ähnlich jenen des Heilfastens, auf. Sie werden durch das Erreichen der sogenannten Ketose getriggert. Diese wirkt blutdrucksenkend, gewichtsreduzierend, hilft bei Diabetes Typ 2, aber auch bei Migränen oder unerfülltem Kinderwunsch.
Die Ketose erreichen: Unser Körper zieht seine Energie aus Kohlenhydraten (z. B. Zucker, Stärke), die er zu Glukose umwandelt. Wir sind also „zuckerbetrieben“ – und das so lange, wie wir Zucker und Stärke zuführen. Wer sich nach Keto-Prinzipien ernährt, verzichtet fast gänzlich auf Kohlenhydrate und nimmt dem Körper damit seine präferierte Energiequelle. Da unser Stoffwechsel anpassungsfähig ist, sucht er nach ­alternativem Brennstoff: Fett. Nach einigen Tagen der konsequent kohlenhydratreduzierten Ernährung ist der Körper erfolgreich auf Fett-statt-Zucker-Verbrennung umgepolt und verbrennt anstatt Glukose Ketonkörper, die aus Fett produziert werden. Das Stadium der Ketose ist erreicht.

Die effizienteste Keto-Methode:
Keto kennt – wie bereits erwähnt – mehrere Varianten, die unterschiedliche Effekte erzielen: 1. Die „normale“ ketogene Diät (nicht zur Gewichtsabnahme geeignet, wirkt positiv bei Erkrankungen, wie z. B. Epilepsie).
2. Die kalorienreduzierte ketogene Diät (Low Calorie Ketogenic Diet – LCKD) mit reduzierter Kalorienzufuhr sowie reduziertem Fettanteil (Einsatz bei leichter Adipositas, Insulinresistenz und Diabetes Typ 2).
Die 3. Form ist die stark kalorienreduzierte ketogene Diät (Very Low Calorie Ketogenic Diet – VLCKD), die sich zur Erreichung der gewünschten Fasteneffekte am besten eignet. Bei der VLCKD wird sowohl die ­Kalorienzufuhr als auch der Fettanteil weiter reduziert als bei der LCKD. Die tägliche Kilokalorienmenge wird auf maximal 1.300 kcal herabgesetzt. Diese Form wird auch bei starker Adipositas, in der Adipositaschirurgie, Diabetes Typ 2 und bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen eingesetzt.

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