Selektive Essstörung

Diese Frau aß jahrelang Pommes & Eier

06.10.2015

Katey Loughran aus Großbritannien entwickelte noch im Kindesalter eine ungewöhnliche Essstörung.

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30 Jahre lang kam bei Katey Loughran (37) aus Coventry in West Midland nur ein Gericht auf den Teller: Pommes mit Spiegelei und nichts anderes. Die Britin entwickelte im Alter von sieben jahren diese ungewöhnliche Essstörung, die zu den sogenannten "Selektiven Essstörungen" gehört. Schließlich bekam sie sie nur mit Hilfe von Hypnosetherapien in den Griff.

Ekel & Panik vor anderen Gerichten
Die zweifache Mutter erzählte in einem Interview mit der britischen "The Sun", dass sie in Panik geriet, wenn sie gebeten wurde etwas anderes zu essen - auch mit Brechreiz reagierte sie auf andere Speisen. Sie gestand, dass die Essstörung ihr Leben ruiniert habe. "Es war immer so peinlich und schwer auswärts Abend essen zu gehen. Ich musste vorher anrufen und fragen ob sie Pommes mit Spiegelei auf der Karte haben - oft hatten sie es nicht. Kellner dachten häufig, dass die Pommes mit Spiegelei für eines der Kinder waren", erzählte Loughran. Sogar in Urlauben und bei ihrer Hochzeit kam statt fein zubereiteten Gerichten für Katey nichts anderes in Frage als ihr Lieblingsgericht. "Ich habe bei Probeessen für unsere Hochzeit nichts von den Gerichten gekostet", so Loughran.

Geheilt
Nach zahlreichen Besuchen bei Psychotherapeuten und Ärzten schaffe sie es ihre Angst vor anderen Speisen nur mit Hypnose zu heilen. Jetzt traut sich die 37-jährige sogar Bohnen, Brokkoli oder Salat zu essen: "Meine Speisekarte wächst täglich. Es hat mein Leben massiv zum Positiven verändert.", sagte Loughran.

Was ist eine selektive Essstörung?
Selektive Essstörungen treffen häufig Kinder und können schwere gesundheitliche Folgen haben. Darunter versteht man den Zwang ausschließlich ein einziges Lebensmittel als Nahrung zu akzeptieren. Die Gründe für selektive Essstörungen liegen tief: Ohnmachtsängste und Gefühlskontrolle sind es vor allem, die sich hinter diesem Verhalten verbergen. Auch wollen Betroffene dadurch die eigenen Stimmungen regulieren und negative Gefühle abwehren. Fällt Ihnen auf, dass Ihr Kind über längere Zeit nur ein einziges Lebensmittel als Hauptmahlzeit essen möchte, sollten sie das als erstes Warnzeichen sehen und psychologische Beratung in Betracht ziehen



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