Die besten Hexenkräuter

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Eibe

Magie:
Den Bäumen, die als junge Pflanzen nur im Schatten gedeihen, wurde eine Verbindung zum Jenseits und zur Unterwelt nachgesagt. In einem mittelalterlichen Kräuterbuch heißt es, wer unter einer Eibe einschlafe, sei des Todes geweiht. Seit der Antike wurden Nadeln, Zweige und Früchte für Mord, Selbstmord und Abtreibungen verwendet. Doch vielen Kulturen galt die Eibe auch als heiliger Baum: Wer sie fällte, zog Unglück auf sich. Die Kelten fertigen daraus Zauberstäbe; aus Eibenholz ist auch der Stab von Harry Potter’s Erzfeind Voldemort.  
Heilkraft:
Fast alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bei der Verarbeitung kann schon der Holzstaub Übelkeit erregen. Chemisch abgewandelt, bekämpft das Eibengift jedoch Tumore in Lunge, Brust und Eierstöcken. In homöopathischen Dosen soll „Taxus baccata“ bei Herz-, Leber- und Magenleiden helfen.
Bei einer Vergiftung:
Anzeichen sind Übelkeit, ein trockener Mund und rote Lippen. Das hilft: viel trinken und sofort zum Arzt.

Brennessel

Magie:
Das Brennen bei der Berührung galt früher als Werk eines Dämons, der die Pflanze bewohnte. Nur eine Jungfrau könne sie unbeschadet pflücken. In der Walpurgisnacht wurde aus Kräutern wie der Brennnessel ein Kranz gewoben, der als Schutz über der Haustür Geister abwehren sollte. Und das Vieh wurde damit gepeitscht, damit ihm kein Zauber schaden könne. Bei Gewitter warfen die Menschen als Schutz vor Blitzeinschlag frische Nesseln ins lodernde Feuer.
Heilkraft:
Anwendung bei Harnwegsentzündungen, Erschöpfung, Rheuma (selten geworden, aber lindernd: das Schlagen der Haut mit Nesseln).
Homöopathen empfehlen „Urtica“ bei Verbrennungen.
Rezept zum ausprobieren:
Blasentee: je ein Teil Nessel, Goldrute, Birkenblätter mischen. Drei Teelöffel in einem Liter heißem Wasser für zehn Minuten ziehen lassen.  

Klee

Magie:
Vier Blätter zaubern das Glück herbei: Bereits im 16. Jahrhundert wurde nach Klee mit vielen Blättern gesucht. Ist eine Frau unglücklich verliebt, hieß es, so soll sie dem Angebeteten ein vierblättriges Kleeblatt in den Schuh stecken. Dann werde er ihr unweigerlich folgen. Die Wirkung halte aber nur vier Tage an – in dieser Zeit hatte Sie die Aufgabe, seine wahre Liebe zu gewinnen. Klee soll auch Lüge und Zauberei aufdecken: Ein Kleeblatt nahe am Körper zu tragen macht hellsichtig. Legt man sich sonntags vor Sonnenaufgang Klee in den Schuh, so erkennt der Träger in der Kirche die Hexen: Er sieht sie mit dem Rücken zum Altar sitzen.
Heilkraft:
Rotklee beeinflusst den Hormonhaushalt und wird bei Beschwerden in den Wechseljahren und bei Kinderwunder verabreicht. Die Pflanzenstoffe des Rotklees wirken zudem sehr krampflösend und auch entzündungshemmend.
Rezept zum ausprobieren:
Tee gegen Menstruationsbeschwerden: Pro Tasse vier bis sechs rote Blütenköpfchen mit heißem Wasser übergießen, abseihen und trinken!

Beifuß

Magie:
Am Johannistag (24. Juni) um zwölf Uhr mittags sollen an der Wurzel zauberkräftige Kohlen brennen – die beim letzten Glockenschlag verschwinden. Damals war man überzeugt: Wenn man sie schweigend an sich nimmt, sollen sie Fieber und Epilepsie heilen können. Kränze aus Beifuß wurden auch beim Tanz um das Johannisfeuer getragen und anschließend in die Flammen geworfen. So sollte alles Unheil in die Pflanze übergehen und mit ihr verbrennen. Wanderer banden sich Beifuß an die Waden, um länger laufen zu können.    
Heilkraft:
In der traditionellen chinesischen Medizin wird Beifuß als Räucherkraut verwendet. Es wirkt wärmend und fördert die Durchblutung. Ein Tee aus der Pflanze hilft bei Menstruationsbeschwerden und regt die Verdauung an. Vorsicht: Die Pflanze kann allergische Reaktionen auslösen – nicht für Schwangere geeignet.
Rezept zum ausprobieren:
Abendliches Fußbad: Eine Handvoll Beifuß mit einem Liter Wasser aufbrühen, zehn Minuten ziehen lassen. Den Sud angenehm temperieren.

Wurmfarn

Magie :
Paracelsus (1493-1541, Mystiker und Philosoph) soll den magischen Farnsamen besessen haben, der schwer zu bekommen war. Früher glaubte man, dass der Farn nur in der Johannisnacht blühe und Samen fallen lässt. Mythen von damals: Wer die Samen sammeln wollte, müsse ein Bocksfell unter die Pflanze legen, da ansonsten die Keimlinge so schwer zu Boden fallen würden, dass sie sogar Metall durchschlagen könnten. Wer Farnsamen bei sich trage, können die Sprache der Tiere verstehen und sogar unsichtbar werden. Und wo der Samen die Erde berühre, sehe der Mensch in einem Spiegel alles, was auf der Erde geschieht.
Heilkraft:
Die Pflanze Wurmfarn enthält Harzöl, welches Darmbakterien beseitigen kann. Der Farnextrakt wurde deshalb früher gegen Bandwürmer eingesetzt, was oft zu Vergiftungen beim Patienten führte.
Rezept zum ausprobieren:
Umschläge aus Farn können überanstrengende Gelenke beruhigen.

Ringelblume

Magie:
Hieronymus Bock (war ein deutscher Botaniker, Arzt und lutherischer Prediger im 15. Jahrhundert) schreibt in seinem Kräuterbuch, dass die Ringelblume von einigen Frauen als Liebestrank und Liebesmittel gebraucht wurde. Die junge Frau musste die Erde, auf welcher sich der Fußabdruck des Wunsch-Mannes befand, ausgraben und in einen Blumentopf füllen. Dahin wird die Ringelblume gepflanzt. Die Liebe des  Mannes wird wachsen, blühen und nicht welken, wie die Ringelblume.
Heilkraft:
In der Volksheilkunde galt die Ringelblume vielfach als Heilmittel bei Gelbsucht. Man gab auch der Kuh, deren Milch mit Blut vermischt war, Ringelblumenkraut zum Fressen. Zudem wurde die Pflanze auf Gräbern als Grabschmuck gepflanzt. Die Beziehung ist wohl über ihren strengen Geruch herzustellen, der abwehrend auf böse Geister wirken soll, nicht etwa weil die Pflanze einen leichenartigen Geruch hatte, wie behauptet wurde.
Rezepte zum ausprobieren:
Tee (Handvoll Blüten in einem Liter Wasser aufbrühen, 10 Min. ziehen lassen) aus den Blüten zur „Blutreinigung“ und gegen Menstruationsbeschwerden. Die als „Ringelblumen-Butter“ bezeichnete Salbe aus Blüten und Blättern äußerlich bei Wunden, schmerzenden Gelenken und Muskeln (Apotheke). Frischer Saft äußerlich gegen Warzen.

Frauenmantel

Magie:
Die Pflanze war in der nordischen Mythologie der Göttin Freyja (der Liebe und Ehe) geweiht. Die Tränen, die sie wegen ihres Gatten vergoss, hatte man mit dem in der Sonne glänzenden Wassertropfen im Frauenmantelblatt in Verbindung gebracht. Der vermeintliche Tautropfen in der Blattmitte stach auch den Alchemisten ins Auge. Sie sammelten die Wassertropfen, da sie hofften, mit ihrer Hilfe Gold machen zu können. Auch bei der Suche nach dem Stein der Weisen sollte der Frauenmantel hilfreich sein.
Heilkraft: Die Pflanze kann bei Durchfallerkrankungen helfen, reinigt das Blut und hilft bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich. In der Homöopathie ist diese Pflanze weniger gebräuchlich.
Rezepte zum ausprobieren:
Tee aus dem Kraut hilft bei: Frauenleiden (insbesondere klimakterische Beschwerden und Menstruationsbeschwerden) und bei Magen-Darm-Beschwerden. Der Tee kann auch äußerlich angewandt werden: bei Hautunreinheiten und bei Entzündungen des Mund- und Rachenraumes sowie bei Halsweh.