Neurodermitis bei Babys: Was beachten?

Empfindliche Haut

Neurodermitis bei Babys: Was beachten?

Prof. Dr. Tamara Kopp, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, antwortet.

Frage: Wie kann ich Neurodermitis bei meinem Baby lindern? Lässt es sich durch Ernährung und Hautpflege beeinflussen?

Antwort: Wenn ein Baby an Neurodermitis leidet, hat es eine angeborene Neigung zu trockener und empfindlicher Haut und ein Immunsystem mit einer erhöhten Bereitschaft, auf an und für sich harmlose Stoffe aus der Umgebung allergisch zu reagieren (erhöhtes Sensibilisierunspotenzial). Ziel ist daher in besonderer Weise auf die Säuglingspflege und -ernährung und auch auf das persönliche Umfeld zu achten.

Ernährung des Babys:
Es wird empfohlen, bis zum 6. Lebensmonat zu stillen und erst dann langsam Schritt für Schritt zuzufüttern. Ist ein Stillen nicht möglich, kann die Mutter das Baby mit teilhydrolisierter Milch ernähren. Bei dieser Milch sind die Eiweißbestandteile durch eine spezielle Behandlung in kleinere Bruchstücke aufgespalten. All dies soll dem erhöhten Sensibilisierungsrisiko des Säuglings entgegenwirken.

Pflege der empfindliche Babyhaut: Babys mit Neurodermitis entwickeln als erstes Anzeichen oft ein Areal mit fest haftenden Schuppen im behaarten Bereich des Kopfes. Hier hilft wiederholtes, sanftes Abreiben mit Babyöl. Die empfindliche Haut am Gesäß ist durch die ständige Durchfeuchtung und Reibung im Windelbereich besonders stark strapaziert und reagiert häufig mit Entzündung (Windeldermatitis). Wichtig ist häufiges Wechseln der Windeln und Schutz der Haut durch vorbeugendes Eincremen. Bei der Babybekleidung sollte besonders auf glatte, weiche Stoffe geachtet werden. Die tägliche Hautpflege kann viel bewirken. Symptomfreie Phasen können verlängert und der Bedarf an wirkstoffhaltigen Cremes und Salben reduziert werden. Ideal sind als Badezusatz Ölbäder und rückfettende Pflegeprodukte.

Prof. Dr. Tamara Kopp, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Co-Founderin von Juvenis.