Zika-Virus

Wie gefährlich ist das Virus?

Zika-Virus

Allein in Brasilien gibt es über 1,5 Mio. Infizierte.

Das Zika-Virus wird meist von Mücken übertragen, breitet sich in über 30 Ländern in Mittel- und Südamerika aber auch im tropischen Afrika oder Asien aus.

Virus-Ausbruch
Das Zika-Virus wurde erstmals im Jahr 1947 in Uganda entdeckt und breitet sich – übertragen durch Stechmücken – bisher in mehr als 30 Ländern aus. Ein massenhafter Ausbruch 2015, der in Brasilien begann und inzwischen große Teile Lateinamerikas betrifft, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dazu veranlasst, den internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen, um eine Ausbreitung des Erregers oder seines Überträgers zu verhindern. Hauptsächlich die in den Tropen und Subtropen vorkommende Gelbfiebermücken sind für die Übertragung des Virus verantwortlich. Möglicherweise kann es aber auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden, wie die WHO mitteilte. Es gibt auch erste Hinweise, dass der Erreger über Blut, möglicherweise sogar Speichel, Sperma und Urin übertragbar ist. Um dies zu bekräftigen, sind aber noch weitere Studien notwendig.

Die wichtigsten Fakten im Überblick 1/7
Definition
Das Zika-Virus gehört zur Familie der Flaviviren und wurde erstmals im Jahr 1947 an einem Rhesusaffen aus dem Zika-Wald in Uganda (Afrika) festgestellt. Größere Ausbrüche bei Menschen wurden 2007 in Mikronesien und ab 2013 in anderen Inselstaaten im pazifischen Raum, etwa Französisch-Polynesien, beobachtet. Aktuell breitet sich das Virus in Mittel- und Südamerika aus.


Wie gefährlich ist das Virus?
In der Regel ist eine Infektion mit dem Zika-Virus harmlos und verläuft ähnlich einer Grippe. Leichtes Fieber, Bindehautentzündung, Kopf-, Gelenk- oder Muskelschmerzen verschwinden nach einigen Tagen wieder. Für Schwangere kann das Virus jedoch gefährlich werden. Die brasilianischen Behörden berichteten 2015 über einen starken Anstieg von Schädelmissbildungen bei Neugeborenen. Neue Forschungen zeigen, dass der Erreger möglicherweise auch eine Rolle bei anderen neurologischen Störungen, wie etwa dem Guillain-Barré-Syndrom spielt. Auch schwere Rückenmarksentzündungen sollen durch das Zika-Virus ausgelöst werden. Kein Wunder, dass mittlerweile etliche Länder vor dem Virus warnen und versuchen, gegen die Ausbreitung der krankheitsübertragenen Moskitos anzukämpfen. Nach einem Impfstoff wird ebenfalls geforscht.

Empfehlung für Reisende 1/3
Reise in betroffene Gebiete
Schützen Sie sich möglichst vor Insektenstichen. Vor allem während der Morgen- und Abenddämmerung, wenn die Tiere am aktivsten sind. Verwenden Sie Insektenschutzmittel, tragen Sie langärmelige Hemden und lange Hosen.

 

Verbreitung des Zika-Virus
1947: Das Virus wird erstmals bei einem Rhesusaffen aus dem Zika-Wald in Uganda nachgewiesen.

1952: Forscher finden den Erreger bei Menschen in Uganda und Tansania. In den folgenden Jahrzehnten werden vereinzelt Infektionen aus Afrika und Südasien gemeldet.

2007: Im Pazifik-Raum treten vermehrt Infektionen auf.

2013: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weitere Fälle aus Afrika und Amerika bekannt.

2015: Im November 2015 wird der erste große Ausbruch in Brasilien bekannt und steigt laut brasilianischer Regierung bis Dezember sprunghaft an. Gehäuft auftretende Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen lassen auf einen Zusammenhang mit dem Virus schließen.

2016: Nachdem sich das Virus in über 30 Ländern in Mittel- und Südamerika, im tropischen Afrika, Asien und den Inseln des Pazifischen Ozeans ausbreitet, ruft die WHO den globalen Gesundheitsnotstand aus.


Hoffnung
Forscher konnten erstmals die Struktur des Zika-Virus entschlüsseln. Dadurch bieten sich Anhaltspunkte für die Entwicklung eines Impfstoffes. Hier die Fakten!

Struktur des Zika-Virus
Das Zika-Virus gehört wie auch das Dengue-Virus zu den Flaviviren und ist diesem in vielen Aspekten ähnlich. Wie alle besitzt das Zika-Virus ein RNA-Genom (Erbgut) und eine Hülle aus Proteinen. Vor allem diese Hülle und die in sie eingelagerten Zuckermoleküle bestimmen das Verhalten beziehungsweise die Eigenschaften des Virus. Hier entdeckten Forscher Unterschiede zu dem engen Verwandten. An den zuckerhaltigen Bindungsstellen des Hüllproteins finden sich zehn Aminosäuren, die sich vom Dengue-Virus unterscheiden.  

Potenzielle Ansatzstellen
Diese sogenannten Glycosylationsstellen können möglicherweise erklären, warum es dem Zika-Virus gelingt, vom Blut in das Gehirn vorzudringen, während die meisten anderen Flaviviren diese Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta nicht überwinden können. Daher ist eine Infektion mit dem Zika-Virus in der Schwangerschaft für das ungeborene Kind so gefährlich. Ebenso wäre dies eine Erklärung, warum das Virus neurologische Erkrankungen wie
Mikroenzephalie und das Guillain-Barré-
Syndrom auslöst.

Hinweis für Gegenmittel
Die Entschlüsselung der genauen Struktur des Zika-Virus ist auch eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Gegenmitteln beziehungsweise einem Impfstoff gegen das Virus. Denn wenn die Glycosylationsstellen ähnlich funktionieren wie bei dem Dengue-
Virus und für die Bindung an die menschlichen Zellen verantwortlich sind, könnte dies eine geeignete Ansatzstelle für ein
antivirales Mittel sein.
Bisher bleibt nur der Kampf gegen den Überträger – durch Reduzierung der Population der Moskitos.

Impfstoff gesucht 1/2
Dengue-Impfstoff als Basis
Die Entschlüsselung der Zika-Struktur beziehungsweise die Glycosylationsstellen liefern Ansatzpunkte für einen künftigen Impfstoff. Man könnte beispielsweise gezielt einen Hemmstoff entwickeln, der diese Stellen blockiert und so das Eindringen des Virus in die Zellen verhindert. In einer klinischen Studie hat sich ein neuer Dengue-Impfstoff als wirksam erwiesen. Forscher hoffen nun, dass dieser in modifizierter Form auch vor dem Zika-Virus schützt.
 


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