Zähne sofort repariert

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Zähne sofort repariert

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Zahnfüllungen, Kronen & Brücken im Schnellverfahren - dank der CEREC-Methode kann vom Zahnarzt ganz unkompliziert und sofort geholfen werden. Wie das funktioniert, erklärt Experte Dr. Günter Tautscher.  

Es passiert meist zum ungünstigsten Zeitpunkt: ein Stück eines Zahnes bricht aus, eine Krone lockert sich oder eine Füllung bleibt im Kaugummi kleben. Einst bedurfte es oftmals gleich mehrerer Sitzungen, um wieder "salonfähig" zu sein, doch dank CEREC (Chairside Economical Restoration of Esthetic Ceramics, kurz Ceramic REConstruction) kann heute ganz schnell und unkompliziert geholfen werden. Denn mittels Computerprogramm und digital vernetztem Schleifgerät können perfekte Zahnfüllungen, Kronen, Brücken oder auch Veneers direkt in der Zahnarztpraxis hergestellt und sofort eingesetzt werden. "Ganz ohne Abdruck, Provisorium und langer Sitzungen hat man innerhalb kürzester Zeit ein perfektes Ergebnis", erklärt Dr. Günter Tautscher, Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Seit über 20 Jahren arbeitet Tautscher mit der CEREC-Technik, "die inzwischen derart entwickelt ist, dass die damit angepassten und geschliffenen Keramik-Produkte so hochwertig sind, wie die vom Zahntechniker angefertigten", so der Experte.

© Getty Images
Zähne sofort repariert
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In 5 einfachen Schritten kommt man zu einem reparierten Zahn: Zunächst wird der Zahn vom Zahnarzt vorbereitet. Soll etwa eine Amalgam-Blombe durch ein Keramik-Inlay getauscht werden, wird der Zahn von der bestehenden Füllung und etwaigem darunter liegendem Karies befreit. Danach kommt die Kamera zum Einsatz: die spezielle CEREC Cam scannt den zu behandelnden Zahn, den Gegenkiefer, sowie den gesamten Biss. Dieser Prozess dauert nur wenige Minuten und ist völlig schmerzfrei.

Die Computersoftware erstellt anhand der Scan-Daten eine 3-D-Simulation des Zahnes -anhand dieser wird Größe und exakte Form des Inlays, der Krone oder Brücke eruiert. Der Arzt stimmt die Farbnuancen des zu wählenden Keramiks mit der Zahnfarbe der/des Patient/in ab -danach geht es auch schon ans Schleifen.

Nur 10-20 Minuten Wartezeit

Die gescannten Daten werden nun vom CEREC direkt zur Schleifmaschine, in der sich der Keramikblock mit der gewählten Farbe befindet, digital übertragen. Der Schleifprozess, der für ein Inlay nicht länger als 10 Minuten benötigt (Anm.: für größere Brücken oder Kronen kann der Prozess ein paar Minuten mehr Zeit beanspruchen), startet. Sobald Inlay, Krone, Brücke oder Veneer fertig ist, kann es nach adäquater Desinfektion auch schon eingesetzt werden.

Mithilfe eines Spezialklebers, der übrigens auch in der Flugzeugtechnik angewendet wird, fixiert der Zahnarzt das vom CEREC gefertigte Stück am eigenen Zahn. "Es ist absolut bissfest und auch temperaturresistent", erklärt Dr. Günter Tautscher, der zudem auf die Vorteile der CEREC-Methode verweist: "Das System funktioniert bei jedem Zahn und ist zweifelsohne die schnellste, unkomplizierteste Methode zur Reparatur von Schäden am Zahnschmelz." Es brauche dafür weder einen Abdruck mittels Präzisionsabformmasse, da die hochmoderne Kamera einen perfekten Scan erstellt -noch muss man einen zweiten Termin einplanen und somit auch kein Provisorium tragen.

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Stetige Weiterentwicklung

Die CEREC-Methode, die in Österreich von einigen Zahnärzti:innen angeboten wird (siehe auch Kasten rechts oben) wurde bereits in den 1980er-Jahren an der Universität Zürich von Werner H. Mörmann und Marco Brandestini entwickelt. Dr. Günter Tautscher zeigte sich schon früh von der Technologie begeistert: "Die Technik hat sich seither stetig weiterentwickelt, die Schleifgeräte wurden laufend modernisiert und so die Qualität der CEREC-erstellten Inlays, Kronen und Brücken optimiert."

einziger Wermutstropfen für Patient:innen: die Krankenkasse übernimmt die Kosten im Regelfall nicht. Im Beratungsgespräch klärt der Spezialist über die anfallenden Kosten auf - bevor innerhalb weniger Minuten das Lächeln wieder leichter fällt ...
 

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