Brustkrebs

Brustkrebs-Report

Was Sie über Brustkrebs wissen sollten

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen über Vorsorge, Diagnose und Therapie.

Obwohl Brustkrebs heute als sehr gut heilbar gilt – wird der Tumor frühzeitig entdeckt, liegen die Heilungschancen bei mehr als 80 Prozent –, verlieren leider dennoch rund 1.500 Frauen pro Jahr den Kampf gegen den Krebs. Trauriges Beispiel ist die jüngst verstorbene deutsche  Moderatorin  Miriam Pielhau. Hier zeigt sich, wie heimtückisch die Krankheit sein kann. 2008 war die 41-Jährige an Brustkrebs erkrankt, die Behandlung schien zu wirken und sie dachte, sie hätte den Krebs besiegt. 2014 kam er jedoch mit voller Wucht und Metastasen in Knochen und Leber zurück. Den folgenden zweijährigen Kampf konnte die alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter schließlich nicht gewinnen.

Entstehung

Bei Brustkrebs, dem sogenannten Mammakarzinom, handelt es sich um einen bösartigen (malignen) Tumor, der entsteht, weil das Wachstum der betroffenen Zellen vom Körper nicht mehr kontrolliert wird. Die entarteten Zellen vermehren sich ungezügelt, dringen in umliegende Gewebe ein und zerstören diese. Über das Lymph- und Blutsystem können die Krebszellen in andere Körperregionen vordringen und dort Tochtergeschwülste – sogenannte Metastasen – bilden. Der Großteil aller Brusttumore ist allerdings nicht-invasiv, das heißt, die Zellen wachsen zwar, jedoch lokal begrenzt und dringen nicht in umliegendes Gewebe ein.

Die wichtigsten Fakten über Brustkrebs 1/6
Formen
Bei Brustkrebs unterscheidet man nicht-invasive (lokale) und invasive (in umliegendes Gewebe eindringende) Arten.   Nicht-invasive Krebsarten überschreiten in der Regel keine Organgrenze und wachsen nur in der Brust. Im Laufe des Wachstums können ­jedoch Gefäßeinbrüche auftreten und so kann aus einem nicht-inva­siven Brustkrebs ein invasiver entstehen. Daher ist auch bei nicht-­invasiven Krebsarten höchste Vorsicht geboten.  Nach Entstehungsort unterscheidet man jeweils  duktale (geht von den Milchgängen aus) und lobuläre  (geht von den Drüsenläppchen aus) Formen.

Risikofaktoren

Wie bei den meisten Krebsarten sind auch bei Brustkrebs die eigentlichen Ursachen nicht bekannt. Es gibt aber Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung positiv oder negativ beeinflussen können. Alter, ungesunder Lebensstil (Rauchen, schlechte Ernährung, Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel), genetische Veranlagung, Infektionen, hormonelles Ungleichgewicht beziehungsweise Hormonersatztherapie sowie Kinderlosigkeit oder eine erst späte Schwangerschaft können laut Studien das Krebsrisiko erhöhen.    

Doris Kiefhaber (Österreichische Krebshilfe) im Talk 1/7

Wie hoch ist das Vorsorgebewusstsein der Frauen?

Doris Kiefhaber: Wir wissen aus Umfragen, die wir in Abständen von fünf Jahren durchführen, dass rund zwei Drittel der Frauen über die Wichtigkeit der Früherkennung von Brustkrebs informiert sind, aber leider immer noch 50 Prozent dieser befragten Frauen nicht regelmäßig zur Mammografie gehen.

Vererbtes Risiko

In einigen Familien treten Krebserkrankungen gehäuft auf, jedoch sind nur etwa fünf Prozent aller Krebserkrankungen auf Veränderungen im menschlichen Erbgut zurückzuführen. Ist ein mögliches erbliches Risiko vorhanden, kann durch eine genetische Testung das Vorhandensein eines veränderten Krebsgens festgestellt oder ausgeschlossen werden. Das Vorhanden- oder Nichtvorhandensein einer solchen genetischen Disposition gibt jedoch nur Auskunft über ein entsprechendes Risiko. Ob, wann und welche Tumorart auftreten wird beziehungsweise das Ausschließen einer Krebserkrankung im Laufe des Lebens ist nicht möglich. Früherkennungsuntersuchungen werden daher in jedem Fall empfohlen.

Richtig selbst untersuchen
Weil jede Frau ihren Körper am besten kennt, kann sie auch sehr schnell  Veränderungen feststellen.  

Beachten Sie:
  • Untersuchen Sie Ihre Brust einmal im Monat.
  • Der beste Zeitpunkt für eine Tastuntersuchung ist kurz nach der Periode.
  • Tasten Sie Ihre Brust kreis- oder mäanderförmig ab, sowohl oberflächlich als auch in der Tiefe.
  • Führen Sie die Untersuchung unter der Dusche durch. Das warme Wasser verringert den Hautwiderstand.

 

Früherkennung

Mit 1. 1. 2014 wurde in Österreich das bereits EU-weit etablierte Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (Mammografie-Screening) eingeführt. Dieses Programm richtet sich an alle Frauen ab 40 Jahren, die noch nie bei einer Mammografie waren, sowie jene Frauen, deren letzte Mammografie einen unauffälligen Befund ergab. Diese Frauen werden alle zwei Jahre zur „Vorsorge-Mammografie“ eingeladen beziehungs­weise können und sollen daran teilnehmen. Dennoch werden die Möglichkeiten zur Krebsfrüherkennung nicht ausreichend genutzt. Bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko oder bereits erkrankten Frauen werden individuelle Intervalle für eine Kontroll-Mammografie vom Arzt festgelegt.

Therapie

Je nach Art und Stadium des Tumors sowie der körperlichen Voraussetzungen der Patientin kommen unterschiedliche Therapien – oft auch in Kombination – zum Einsatz. Hauptbehandlungsmethoden sind die chirurgische Entfernung des Tumors, eine medikamentöse Behandlung (Chemotherapie, Antihormontherapie) oder eine Strahlentherapie. Die Entscheidung, welche Methode beziehungsweise Therapiekombinationen zum Einsatz kommen, wird auf Basis unterschiedlicher Parameter getroffen. Durch besseres Verständnis, wie Krebs entsteht, werden immer weitere Angriffsstellen für Medikamente entdeckt. Sogenannte zielgerichtete Therapien  richten sich gegen charakteristische Strukturen oder Eigenschaften der Tumorzellen. Die Immuntherapie gibt derzeit großen Anlass zur Hoffnung. Diese aktiviert über Antikörper das eigene Immunsystem, um gegen den Tumor vorzugehen.

Prognose

Je früher ein Tumor entdeckt wird und je kleiner er ist, desto höher sind die Heilungschancen. Wichtiger Teil der Therapie ist die Nachsorge. Sie beginnt nach Abschluss der Primärbehandlung und ­beträgt rund fünf Jahre. Ein bedeutender Aspekt dabei ist, eine möglichst frühe Erkennung von Rezidiven (Wiederauftreten), Mammakarzinomen in der anderen Brust oder von  Fernmetastasen. Tritt ein Rezidiv innerhalb der ersten beiden Jahre nach der Primärtherapie auf, sind die Heilungschancen ungünstiger, als wenn es erst später auftritt. Außerdem ist eine Genesung davon abhängig, ob sich bereits Fernmetastasen gebildet haben.