So wichtig ist ein gesunder Darm

Chronische Erkrankungen

So wichtig ist ein gesunder Darm

Bedeutung der Darmgesundheit von Menschen unterschätzt. Erkrankungen unbekannt.

Darm und Darmflora als zentrale Steuerung von entzündlichen und metabolischen Prozessen im menschlichen Körper sind der Bevölkerung weitgehend unbekannt. Der Wissensstand dazu sei gering, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien.

Das tut dem Darm gut 1/15
Langsam essen
Essen Sie langsam und kauen Sie jeden Bissen bewusst. Und essen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten. Große Portionen belasten Magen und Darm besonders stark. 


Chronische Darmerkrankungen
Im Mai dieses Jahres hat das IMAS Marktforschungsinstitut eine persönliche Befragung von 1.000 Österreichern (face-to-face mit einem repräsentativen Sample für über 16-Jährige) durchgeführt. Demnach kennt die Mehrzahl der Befragten die häufigsten chronisch entzündlichen Darmkerkrankungen - Morbus Crohn und Colitis ulcerosa - nicht. "57 Prozent ist Morbus Crohn weitestgehend unbekannt (...). Colitis ulcerosa ist der Bevölkerung noch seltener ein Begriff. 16 Prozent der Befragten haben den Namen schon einmal gehört, sieben Prozent haben sich schon darüber informiert, zwei Prozent hatten bereits damit zu tun", erläuterte Paul Eiselsberg von der IMAS Marktforschung. Gegenüber 2006 hätten aber beide Krankheiten an Bekanntheit gewonnen, jedoch sei das "Wissen" bei weitem nicht immer richtig und seriös.

80.000 Menschen leiden in Österreich an chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Eine Patientenbefragung der Österreichischen Morbus Crohn-Colitis ulcerosa Vereinigung (ÖMCCV) hat erst vor kurzem mehrere Problembereiche gezeigt. So suchten 50 Prozent der Morbus Crohn-Patienten und 24 Prozent der Colitis-Kranken schon vor der Diagnose wegen ihrer Beschwerden eine Notfallambulanz auf. Zwei Drittel der Kranken kamen binnen eines Jahres nach Beginn der Symptome zu einem Facharzt. Bei der Hälfte der von einer der beiden unheilbaren, aber oft gut behandelbaren Krankheiten Betroffenen dauerte es ein halbes Jahr nach dem ersten Facharztbesuch bis zur Diagnose, bei etwa 30 Prozent mehr als ein Jahr.

Immer mehr Erkrankungen
Die Zahl der Erkrankungen steigt ständig, wie Harald Vogelsang von der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien im AKH betonte. Späte Diagnose und unzureichende Therapien verringerten die Erfolgschancen und erhöhten zusätzlich das Risiko von Komplikationen wie Engstellen, Abszesse oder Darmverlust durch Operationen.