So heilen Sie jetzt Ihre Allergien

Schluss mit Pollenfrust

So heilen Sie jetzt Ihre Allergien

Die wichtigsten Allergietests im Check. Und: Wie Sie den Pollenanflug unbeschadet überstehen.

Der Frühling ist da! Die Temperaturen werden milder, die Tage länger, die Sonnenstunden mehr. Perfekte Bedingungen also, um durch den Park zu joggen oder mit den Kindern im Freien zu toben. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht leider oft anders aus. Denn für jeden vierten Österreicher heißt es im Frühling: Triefnasen-Zeit! Zwei Millionen reagieren allergisch auf den Blütenstaub, den Bäume, Sträucher und Gräser produzieren. Und es werden immer mehr.

„In den letzten Jahrzehnten hat es einen erheblichen Anstieg an allergischen Atemwegserkrankungen gegeben“, weiß Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Edmund Eckel vom HNO-Klinikum-Klagenfurt. Dazu kommt: Pollen fliegen heute zehn Tage früher als noch vor 25 Jahren. Die Saison dauert länger – und ist oft intensiver.

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Frühlingsfrust statt Frühlingslust

Für die Betroffenen heißt das: Jeder Aufenthalt draußen wird zur Qual. Ständig rinnt die Nase, tränen die Augen, schmerzt der Hals. In Extremfällen können die Folgebeschwerden bis zu Asthma, Diabetes und Depression reichen. Lebensqualität, adé! Dennoch laufen viele jahrelang mit Taschentüchern herum, ohne überhaupt zu wissen, dass sie gegen Blütenstaub und Co. allergisch sind. Und dass es Hilfe gibt. Sie vermuten eine klassische Verkühlung. Doch eine solche dauert kaum länger als sieben Tage. Ansonsten  steckt mit ziemlicher Sicherheit eine Allergie dahinter. Endgültig klären kann das der Allergologe.  

Erster Schritt – der Allergietest
Um Schnupfnase und Niesanfälle dauerhaft zu bekämpfen, heißt es im ersten Schritt: Den Übeltäter identifizieren. Dafür hat der Facharzt verschiedene Möglichkeiten. Da wäre etwa der Patchtest: Allergene Stoffe werden auf ein Pflaster gestrichen und auf den Rücken geklebt, um eine Hautreaktion zu testen. Nach dem selben Prinzip funktioniert der Pricktest: Dabei tropft der Allergologe kleine Mengen auf den Unterarm und ritzt die darunterliegende Haut ein. Nach wenigen Minuten zeigt sich, wo es juckt, oder wo sich Rötungen bilden. Eine weitere Methode ist es, allergieauslösende Stoffe auf Mund- oder Nasenschleimhaut aufzutragen. Durch eine Blutuntersuchung kann man die Konzentration der gebildeten Antikörper messen und den Stärkegrad der Allergie feststellen. Steht die Diagnose, geht es an die Allergietherapie.Und die Chancen auf eine dauerhafte Linderung sind gut. „Im Idealfall kann eine allergische Atemwegserkrankung durch eine gezielte immunologische Therapie weitgehend unter Kontrolle gebracht werden“, macht Mediziner Eckel allen Geplagten Mut.

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Die gängigsten Therapien
Einfachste Methode, die auf der Hand liegt: Den Allergiestoffen aus dem Weg gehen. Das ist freilich nicht immer möglich. Und nicht immer sinnvoll. Wer will schon im Frühling bei geschlossenem Fenster zu Hause sitzen? Meist ist deshalb eine medikamentöse Behandlung unumgänglich. Bewährt haben sich Tabletten und Tropfen, die Antihistaminika enthalten. Bei einer allergischen Reaktion wird der körpereigene Stoff Histamin freigesetzt, der Juckreiz, Rötungen und Schwellungen auslöst. Antihistaminika blockieren die Rezeptoren und lindern die Symptome. Präparate mit Cromoglinicinsäure unterbinden die Ausschüttung von Entzündungsstoffen. Ist die Reizung erstmal da, ist es aber zu spät. Cromoglinicinsäure muss zumindest zwei Wochen vor dem Pollenanflug eingenommen werden. In akuten Fällen kann Kortison helfen.

Längerfristig ist es auch möglich, die Allergie „abzutrainieren“. Im Rahmen der Hyposensisibilisierung wird über drei bis fünf Jahre eine kleine Dosis des Allergens gespritzt – bis der Körper dagegen immun ist. Bei 80 Prozent der Patienten greift die Therapie.

Neues aus dem Labor & Apotheke 1/6
Lichttherapie
Die derzeit gängigste Methode: Eine spezielle Lampe („Rhinolight“) wird in die Nase des Allergikers eingeführt, gibt UV-A- und UV-B-Strahlen ab. Die Behandlung ist wirksam, doch Ärzte warnen: Bei längerfristiger Anwendung kann es zu Hautschäden, gar zu Hautkrebs kommen.


Tipps für den Alltag

Kurzfristig helfen aber schon kleine Tricks, um der Allergie ein Schnäppchen zu schlagen: Haarewaschen am Abend sorgt dafür, dass Pollen nicht im Bett landen. Auch im Freien getragene Kleidung sollte nie im Schlafzimmer aufbewahrt werden. Gegen Angreifer aus der Luft helfen Pollenschutzgitter vor den Fenstern und Filter im Auto. Wer gerne Sport macht sollte seine Trainingszeiten adaptieren: Lieber bei wolkigem Himmel als bei Sonnenschein joggen. Die ideale Zeit für unbeschwertes Laufen im Freien: morgens vor der Arbeit zwischen sechs und acht Uhr.