Pneumokokken: Wer sollte sich impfen lassen?

Schutzimpfung

Pneumokokken: Wer sollte sich impfen lassen?

Senioren und Kleinkinder als Risikogruppe. Kann schwere Erkrankungen auslösen.

Während die Angst vor Ebola weltweit die Menschen beschäftigt, macht sich mit der kalten Jahreszeit eine andere Krankheit daran, wieder aktiv zu werden: die Pneumokokken. Diese Bakterien sind meist harmlose Bewohner unseres Nasen-Rachen-Raums, können aber bei Kindern und Senioren zur Gefahr werden, warnten Mediziner am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien und empfahlen eine Schutzimpfung.

Tröpfcheninfektion

Die Bakterien werden durch Husten oder Niesen übertragen und können im günstigsten Fall einen harmlosen Schnupfen, aber auch schwere Erkrankungen wie Blutvergiftungen, Hirnhaut - oder Lungenentzündungen auslösen, erklärte Oskar Janata, ärztlicher Leiter des Hygieneteams im SMZ Ost. Im Vorjahr betraf dies 315 Menschen, im Durchschnitt ist ein Toter pro Monat zu beklagen.

Impfempfehlung
Seit kurzem gibt es eine Impfempfehlung für Kinder, die sich nun gratis schützen können, wobei man eine Durchimpfungsrate von knapp über 70 Prozent annimmt, so Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin der Spezialambulanz für Impfungen der Med Uni Wien. Traurig sieht es bei der zweiten Risikogruppe aus: Im geriatrischen Bereich liegt die Durchimpfungsrate bei lediglich zehn Prozent.

Ältere betroffen
Dabei betreffen acht von zehn Pneumokokken-Erkrankungen Österreicher jenseits der 45, am schlimmsten ist es bei den Über-80-Jährigen, deren Abwehrkraft bereits geschwächt ist. Wiedermann-Schmidt empfiehlt, sich bereits ab dem 51. Geburtstag impfen zu lassen, da "das Immunsystem noch so fit ist, um gut darauf reagieren zu können". Aktuell gibt es den Impfstoff durch eine gemeinsame Aktion von Pfizer, Ärzte- und Apothekerkammer noch bis zum 28. Februar 2015 um 72,40 statt 108 Euro.

Pfizer Austria-Geschäftsführer Robin Rumler wies auf die Wichtigkeit von Aufklärungs- und Informationskampagnen hin. Umso verwunderter zeigte er sich über eine Klage des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gegen die 2012 durchgeführte Pneumokokken-Kampagne "vor 1962 geboren?". Der VKI habe dies als Laienwerbung interpretiert, also Reklame für ein rezeptpflichtiges Medikament, die sich an den Endverbraucher richtet. Dieser Rechtsgang soll im November zu Ende gehen.