Oktober steht im Zeichen der Brustgesundheit

Brustkrebs: Vorsogre & Diagnose

Oktober steht im Zeichen der Brustgesundheit

Da die meisten Formen von Brustkrebs bei rechtzeitiger Erkennung heute als sehr gut behandelbar gelten, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig. Sie können Leben retten.

jede siebte bis zehnte Frau ist statistisch gesehen im Laufe ihres Lebens von der Diagnose Brustkrebs betroffen. Mit rund 4.500 Neuerkrankungen pro Jahr ist er die häufigste Krebserkrankung bei Frauen (in der männlichen Bevölkerung sind weniger als ein Prozent betroffen). Obwohl Brustkrebs heute als gut behandelbar gilt, wenn er frühzeitig erkannt wird, handelt es sich bei der Diagnose Krebs um einen Moment, der das Leben verändert. „Man hört ja immer wieder, dass man heutzutage viel bei Brustkrebs machen kann, und er gut behandelbar ist“, erzählt Caroline B., bei der die Erkrankung vor fünf Jahren im Rahmen einer Mammografie entdeckt wurde, „aber trotzdem ist man natürlich erst mal geschockt. Ich hatte sofort Bilder von ausfallenden Haaren und Chemotherapie im Kopf“. Heute, fünf Jahre nach ihrer erfolgreichen Chemotherapie, gilt die mittlerweile 46-Jährige als geheilt. „Zum Glück wurde der Knoten so früh entdeckt“, erzählt sie.

Aufklärung
Seit 1992 der Oktober zum internationalen Brustkrebs-Monat erklärt wurde, setzen sich zahlreiche Pink-Ribbon-Initiativen für ein verbessertes Bewusstsein, mehr Wissen und Vorsorge rund um das Thema Brustkrebs ein. Mit der pinken Schleife soll außerdem die Solidarität mit den betroffenen Frauen zum Ausdruck gebracht werden, mit dem Verkauf von Pink-Ribbon-Produkten sollen Spenden für die Forschung gesammelt werden.

Entstehung
Schuld an der Entstehung von Brustkrebs, dem sogenannten Mammakarzinom, ist – wie bei allen anderen Tumorerkrankungen übrigens auch – unkontrolliertes Zellwachstum. Zellen dringen in das umliegende Gewebe ein und zerstören es. Über die Lymph- und Blutbahn können Tumorzellen auch in andere Körperregionen vordringen und dort Tochtergeschwülste, die sogenannten Metastasen, bilden. Doch bis es so weit kommt, müssen zahlreiche körpereigene Sicherheitssysteme versagen. Eine Rolle dabei spielen nicht nur die genetische Grundausstattung eines Menschen, sondern auch der Lebensstil und individuelle Risikofaktoren. Aus großen Studien ist bekannt, dass das Lebensalter, die hormonelle Situation, der Lebensstil und möglicherweise ererbte Tumorgene das Risiko zu erkranken beeinflussen können.

Zwar kann es jede Frau treffen; am höchsten ist das Risiko aber mit 65 Jahren. Auch ein frühes Einsetzen der ersten Periode (Menarche) und ein spätes Einsetzen der Wechseljahre beeinflussen das Risiko ebenfalls. Frauen, die häufig und lang gestillt haben und mehrere Kinder zur Welt gebracht haben, verfügen über ein niedrigeres Erkrankungsrisiko. Ungünstig wirkt sich jedoch eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahrbeschwerden aus. Auch Übergewicht und Bewegungsmangel haben einen negativen Effekt. Trägerinnen der vererbten „Brustkrebsgene“ BRCA1 und BRCA2 (z. B. Angelina Jolie), die das Risiko deutlich steigern können, sind besonders gefährdet, allerdings spielen diese Gene nur bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patientinnen eine Rolle; sie sind also eher selten.

Diagnose
Bei Veränderungen des Brustgewebes, die bei einer Tastuntersuchung festgestellt wurden, und im Rahmen von Früherkennungsuntersuchungen wird als erster Schritt eine Mammografie durchgeführt. Dabei wird die Brust geröntgt. Ist das Ergebnis der Mammografie auffällig, wird Gewebe entnommen, um eine zuverlässige Diagnose stellen zu können.  „Ich halte das Mammografie-Screening, wie es in Österreich als Früherkennungsmaßnahme alle zwei Jahre von der Krankenkasse gratis angeboten wird, für alle Frauen als sehr sinnvoll. Als primäre Zielgruppe sind zwar die 45- bis 69-Jährigen definiert, aber bereits ab dem 40. Geburtstag sollten alle Frauen regelmäßig zur Mammografie gehen,“ rät Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda.
Der Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe gibt aber auch gleichzeitig Entwarnung: „Viele verdächtige Mammografie-Befunde stellen sich nach der Untersuchung einer Gewebeprobe als harmlos oder gutartig heraus.“

Auf die leichte Schulter sollten Veränderungen dennoch nicht genommen werden. Ertasten Sie an sich selbst Knötchen, Verhärtungen oder stellen Sie Auffälligkeiten fest, sollten Sie diese mit Ihrem Gynäkologen besprechen. Bei frühzeitiger Erkennung erhöhen sich nämlich auch die Heilungschancen deutlich.

Das Vorsorgeprogramm

Seit 1. Jänner gibt es auch in Österreich das EU-weit bereits etablierte Brustkrebs-Früherkennungsprogramm. Frauen zwischen 45 und 69 Jahren erhalten ein offizielles Schreiben mit der Einladung zur Mammografie sowie einer Auflistung von radiologischen Stellen, die strenge Kriterien erfüllen und am Programm teilnehmen. Zwei Jahre nach der Mammografie erhalten Sie automatisch die nächste Einladung. Wer noch nie bei einer Mammografie war oder bei wem diese mehr als zwei Jahre zurückliegt, muss nicht auf eine Einladung warten. Es genügt, mit einem teilnehmenden Radiologen einen Termin zu vereinbaren. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie ab 70 Jahren erhalten kein automatisches Einladungsschreiben, können sich aber unter der Telefonservice-Line (0800 500 181) oder unter www.frueh-erkennen.at selbst zum Programm einladen. Sobald das Einladungsschreiben zugestellt wurde, ist die E-Card für die kostenlose Mammografie freigeschaltet. Auch diese Frauen erhalten nach zwei Jahren automatisch eine Einladung, die Untersuchung wiederholen zu lassen.

Mehr dazu lesen Sie im aktuellen gesund&fit am 28.9.2015!