Myome erfolgreich behandeln

Neue Langzeit-Therapie

Myome erfolgreich behandeln

Rund 70 Prozent aller Frauen entwickeln im Laufe ihres Lebens gutartige Gebärmuttergeschwulste. Die sogenannten Myome wachsen von der Muskelschicht der Gebärmutter, dem Myom-etrium, aus und sind in aller Regel nicht gefährlich. Bei etwa 30 bis 50 Prozent verursachen sie allerdings Beschwerden. Eine Therapiemethode ist die operative Entfernung der Gebärmutter, doch nicht immer ist sie notwendig – es gibt gute Alternativen.

Entstehung
Wodurch genau Myome entstehen, ist bisher nicht vollständig geklärt. Fest steht aber, dass die Wucherungen hormonsensitiv sind. Das heißt, ihr Wachstum wird durch die Hormone Östrogen und Progesteron beschleunigt. Gibt es eine familiäre Vorbelastung, ist also auch die Mutter oder Schwester betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich bei weiteren weiblichen Familienmitgliedern ebenfalls Myome bilden. Da sie in vielen Fällen keine Beschwerden verursachen (asymptomatische Myome), ist ihre Entdeckung meist ein Zufallsbefund und eine Therapie nicht notwendig. Bei bis zu 50 Prozent der Betroffenen kommt es zu Beschwerden (symptomatische Myome). „Die Wucherungen“, so Frauenärztin Dr. Doris Linsberger, „können im Extremfall das Volumen eines Kinderkopfes erreichen. Je nach Größe und Lage verursachen sie teils massive Schmerzen sowie starke Blutungen. Myome können auch auf andere Organe drücken und zusätzlich Schmerzen im Unterbauch, Verstopfung, Blähungen und vermehrten Harndrang bis hin zur Inkontinenz hervorrufen, eine Schwangerschaft verhindern oder sogar Früh- und Fehlgeburten auslösen.“

Medikamentöse Therapie

Nach wie vor ist vielfach ein chirurgischer Eingriff die Methode erster Wahl. Eine innovative Alternative zur Operation stellt die Tabletten-Therapie mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat dar. Sie verhindert ein weiteres Wachstum der Geschwulst und sorgt für eine anhaltende Verkleinerung. „Die Therapie wird in Intervallen durchgeführt. Das heißt, die Tablette wird einmal täglich drei Monate lang eingenommen. Danach folgt eine Therapiepause von mindestens zwei Monaten. Diese Behandlungszyklen können so lange wiederholt werden, bis die Myome so klein sind, dass sie keine Beschwerden mehr verursachen“, erklärt Dr. Linsberger. Die medikamentöse Therapie mit Ulipristalacetat ermöglicht vielen Frauen von einer langfristigen und schonenden Myom-Behandlung zu profitieren und eine Operation zu vermeiden, die möglicherweise einen Verlust ihrer Gebärmutter bedeuten würde.

Zufriedene Patientinnen
Die innovative Therapieoption wird von den meisten Patientinnen sehr gut vertragen und wirkt relativ rasch, sodass bereits nach wenigen Tagen starke Blutungen abklingen und die Geschwulste beginnen, zu schrumpfen.

Therapiemethoden für Myome 1/4
Medikamentöse Behandlung
Die vielversprechendste medikamentöse Therapie stellte jene mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat dar. Die Verabreichung erfolgt  drei Monate lang täglich, dann wird eine zweimonatige Pause eingehalten. Das Medikament schränkt das Myom-Wachstum ein bzw. führt zu einer Schrumpfung.
Operative Methoden
Einzelne Myome können so entfernt werden, dass die Gebärmutter erhalten bleibt (Myomnukleation bzw. Ausschälung). Sind jedoch besonders viele Wucherungen vorhanden oder sind diese auf breiter Basis mit der Gebärmutter verwachsen, ist ein Herausschneiden einzelner Knoten meist nicht möglich, eine Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) kann notwendig sein. Es handelt sich dabei um einen Eingriff, der gut überlegt sein sollte. In vielen Fällen verschwinden die Beschwerden im Zusammenhang mit Myomen auch während der Wechseljahre oder werden deutlich schwächer.
Myomembolisation
Bei Frauen mit großen Schmerzen und starken Blutungen können mit der Myomembolisation große Erfolge erzielt werden. Dabei wird die Blutzufuhr zu den Myomen gestoppt, wodurch sie entweder schrumpfen oder ganz zugrunde gehen.
Fokussierter Ultraschall
Dabei werden hochfrequente Schallwellen mit einem Brennglas auf bestimmte Stellen des Myoms gelenkt. Durch die große Hitze stirbt das Myom-Gewebe ab und wird vom körpereigenen Immunsystem abgebaut. Diese Behandlungsmethode ist jedoch relativ teuer.

Autor: Claudia Hilmbauer
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