Magenverkleinerungen steigern Allergierisiko

Studie

Magenverkleinerungen steigern Allergierisiko

Weil nicht mehr ausreichend Verdauungssäfte gebildet werden, steige das Allergierisko nach Magenverkleinerungen.

Magenverkleinerungen können das Allergierisiko deutlich erhöhen. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Medizinischen Universität Wien gekommen.

Wird ein Großteil des Magens entfernt, gelangen Nahrungsbestandteile quasi "unverändert" in den Darm, da nicht mehr ausreichend Verdauungssäfte gebildet werden. Im Darm steige dadurch das Risiko für Allergien, erklärte Studien-Autorin Eva Untersmayr-Elsenhuber anlässlich des Welttags des Darms am 7. November. Die Studie entstand in Zusammenarbeit der Universitätsklinik für Chirurgie um Gerhard Prager mit dem Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung und wurde im Zuge von endoskopischen Magenverkleinerungen von stark adipösen Patienten durchgeführt.

Der Magen von stark adipösen Menschen sei meist nicht viel größer als jener von Normalgewichtigen und fasst etwa 1,2 bis 1,6 Liter, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der MedUni. "Doch die späte Ausdehnung und somit die Sättigung unterscheidet sich deutlich - sie müssen und können mehr essen", erläuterte die Immunologin Untersmayr-Elsenhuber.

Magenschonende Lebensmittel 1/7
Fenchel
Schon Babys werden mit Fencheltee beruhigt, wenn sie unter Verdauungsbeschwerden leiden. Fenchel ist ein verlässliches Hausmittel. Das Gemüse regt die Durchblutung an und tötet Bakterien ab. Außerdem wirkt er beruhigend bei einem nervösen Magen. Grund dafür sind die ätherischen Öle der Pflanzen.

Nach der Magenverkleinerung beträgt das Magenvolumen allerdings nur noch 15 bis 25 Milliliter. Für die Patienten bringt die OP eine wesentliche Steigerung der Lebensqualität, da sie innerhalb kurzer Zeit sehr viel Körpergewicht verlieren. Doch der "Restmagen" ist nicht mehr in der Lage, ausreichend Verdauungssäfte zu produzieren und so die aufgenommene Nahrung zur Gänze in ihre Bestandteile zu zerlegen, die nun "unverändert" in den Darm gelangt. Da dieser als Ort der Entstehung von Allergien angesehen wird, steigt die Gefahr für allergische Reaktionen.

Für die Studie wurden insgesamt 34 Allergene getestet. Sonst werden routinemäßig alle drei Monate Vitamine, Folsäure, sämtliche Hormone inklusive Schilddrüsenwerte sowie Eisen überprüft. Nach einem Jahr folgen Kontrollen im Jahres-Rhythmus - ein Leben lang. "In Zukunft sollte aber auch das Allergierisiko bedacht und die Patienten entsprechend medizinisch betreut werden", so Untersmayr-Elsenhuber.