Lungenkrebs wird größtes Krebsproblem

Bei Frauen

Lungenkrebs wird größtes Krebsproblem

In diesem Jahr dürfte das Lungenkarzinom in der EU erstmals das größte Krebsproblem der Frauen sein. Die Sterblichkeit daran wird jene durch Brustkrebs übersteigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die von Carlo La Vecchia von der medizinischen Fakultät der Universität Mailand und seinen Co-Autoren in den "Annals of Oncology" veröffentlicht worden ist. Insgesamt sinkt die Krebssterblichkeit.

Mehr Todesopfer
Auf den extrem ungünstigen Trend, nur 15 Prozent der Lungenkarzinomerkrankungen können derzeit geheilt werden, haben Wissenschafter schon seit Jahren hingewiesen. "Bei Frauen nimmt die altersstandardisierte vorhergesagte Lungenkrebsmortalität seit 2009 um neun Prozent zu und erreicht 14,24 Todesopfer pro 100.000 Frauen und Jahr (2015; Anm.). Dem gegenüber wird die Mammakarzinom-Todesrate bei 14,22 pro 100.000 liegen und damit einen Rückgang um 10,2 Prozent seit 2009 aufweisen", heißt es in einer Aussendung des Fachmagazins.

Rauchen

Die Entwicklung ist seit vielen Jahren durch das zunehmende und über Jahrzehnte hin wirkende Rauchen der Frauen vorprogrammiert. National die "treibende Kraft" sind die britischen Frauen (21 Lungenkarzinom-Todesfälle pro 100.000 und Jahr) und die Polinnen (17 Lungenkarzinom-Tote pro 100.000). "Die britischen und die polnischen Frauen haben (bis auf die Däninnen; Anm.) seit langem höhere Lungenkarzinomraten als in den meisten anderen europäischen Staaten registriert werden. Das liegt daran, dass die britischen Frauen schon im Zweiten Weltkrieg mit dem Rauchen anfingen, während das in den meisten anderen EU-Mitgliedsländern erst ab 1968 der Fall war", erklärte La Vecchia. Die Trends in Frankreich und Spanien seien bei den Frauen trotz niedriger Lungenkrebsmortalität negativ.

Gute Nachricht

Eine gute Nachricht gibt es bei der Gesamtschau quer über die Krebserkrankungen hinweg: 2015 werden in den 28 Staaten der EU voraussichtlich 766.200 Männer und 592.900 Frauen an Krebs sterben. Das entspricht einer Mortalitätsrate von 138,4 pro 100.000 Männer und von 83,9 pro 100.000 Frauen. Bei den Männer dürfte diese Quote damit seit 2009 um 7,5 Prozent sinken, bei den Frauen um sechs Prozent. Im Vergleich zur historischen Spitze im Jahr 1988 bedeutet das bei den Männern einen Rückgang um 26 und bei den Frauen um 21 Prozent.

Für die Männer zeigt sich eine Reduktion der Mortalität durch Lungenkrebs seit 2009 um neun Prozent, bei Dickdarmkrebs um fünf und bei Prostatakrebs um zwölf Prozent. Unter den Frauen dürfte die Sterblichkeit durch Brustkrebs zwischen 2009 und 2015 um zehn Prozent und bei Dickdarmkrebs um neun Prozent zurückgehen. Bei beiden Geschlechtern machen offenbar Früherkennung und bessere Behandlung den Hauptteil an dieser positiven Entwicklung aus.

Rauchen als Verursacher

90 Prozent der Lungenkrebserkrankungen sind mit dem Rauchen assoziiert. Laut einer neuen österreichischen Studie liegt die durchschnittliche Lebenserwartung der Patienten trotz aller Fortschritte der Medizin nur bei 16,4 Monaten. "Wir haben in Österreich pro Jahr 4.000 Lungenkrebserkrankungen. Bei den Männern haben wir einen kleinen Rückgang, bei den Frauen nimmt Zahl der Erkrankungen sehr stark zu", sagte der Wiener Lungenkarzinomspezialist Peter Pirker Ende November vergangenen Jahres.

Die häufigsten Krebs-Mythen im Check 1/10
1. Junge Menschen bekommen keinen Krebs Stimmt nicht! Zwar sind für die meisten Tumorarten die Erkrankungsraten bei älteren Menschen höher, aber auch Kinder unter 15 Jahren können an Krebs erkranken. Am häufigsten sind Kinder von Blut- und Lymphkrebs betroffen.
2. Körpergewicht beeinflusst Krebsrisiko Bei Frauen, die in den Wechseljahren deutlich übergewichtig sind, steigt auch das Krebsrisiko.
3. Krebs ist ansteckend Es gibt tatsächlich Viren, die eine Krebserkrankung auslösen könnne. Humane Papilloma Viren (HPV) gehören dazu. Sie werden durch Geschlechtsverkehr übertragen und erhöhen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs bei Frauen. Aus einem Tumor stammende Krebszellen werden vom Körper normalerweise nicht ausgeschieden. Man kann sich also nicht über Bettwäsche, WC,... anstecken.
4. Amalgam kann Krebs auslösen Ebenfalls weit verbreitet ist die Annahme, dass die quecksilberhaltige Zahnfüllung Amalgam eine Tumorerkrankung auslösen kann. In Wahrheit geben die Füllungen nur äußerst geringe Mengen an Quecksilber ab. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) nennt die Krebsgefahr durch Amalgam "äußerst unwahrscheinlich".
5. Alkohol als Krebsauslöser Alkohol und der eigene Lebensstil werden hingegen als Krebsauslöser unterschätzt. Dass Übergewicht Krebs auslösen kann, glauben beispielsweise nur wenige, obwohl dieser Risikofaktor gut untersucht und wissenschaftlich bewiesen ist. Auch der Alkoholkonsum wird als Krebs-Risikofaktor häufig unterschätzt.
6. Zusatzstoffe in Lebensmitteln verursachen Krebs In Lebensmitteln dürfen nur Zusatzstoffe verwendet werden, die zugelassen sind. Diese verursachen nach derzeitigem Kenntnisstand keinen Krebs.
7. Im Alter wächst Krebs kaum noch Es kommt nicht auf das Alter an, sondern auf die Krebsform. Einzige Ausnahme ist der Prostatakrebs - wenn er ab dem 60. Lebensjahr auftritt, wächst er nur mehr sehr langsam vor sich hin.
8. Zu viel Milchprodukte lösen Krebs aus Stimmt nicht - sogar das Gegenteil ist der Fall: das Kalzium in Milchprodukten bietet sogar eine Prophylaxe gegen Erreger.
9. Stress führt zu Krebs Stress kann indirekt Krebs auslösen - wer viel leisten muss, hat danach weniger Energie, fühlt sich kraftlos und erschöpft - das Immunsystem wird anfälliger und die Abwehrkräfte sind schwächer. Wer zusätzlich trinkt und raucht steigert seine Krebsgefahr dramatisch
10. Krebs durch zu engen BH Nein! Weder enge BHs noch BHs mit oder ohne Bügel haben Einfluss auf das Brustkrebsrisiko.

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