Ihr Weg zum Wunschbaby

So klappt es mit dem Nachwuchs

Ihr Weg zum Wunschbaby

Schätzungen zufolge bleibt jedes 6. Paar ungewollt kinderlos. Was die Ursachen sind, wie es dennoch klappt und was Sie selbst tun können, um Ihre Chancen auf ein neues Familienmitglied zu erhöhen, lesen Sie hier.

Die Theorie ist einfach: Ungeschützter Geschlechtsverkehr führt zu einer Schwangerschaft. Tatsächlich ist es aber viel komplizierter. Mehrere Faktoren müssen zusammenspielen, damit sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet und ein Embryo daraus entsteht. Das Wunder Leben also. Rund jedem sechsten Paar in Österreich bleibt dieses Wunder verwehrt, sie bleiben ungewollt kinderlos. Hilfe – aber längst keine Garantie – bietet die moderne Reproduktionsmedizin. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Chancen auf ein Baby erhöhen. Egal ob Sie sich letztlich für medizinische Unterstützung entscheiden oder nicht: Machen Sie es Ihrem neuen Familienmitglied so einfach wie möglich, in Ihr Leben zu treten.

Die Ursachen
Die Gründe für das Ausbleiben einer Schwangerschaft können vielfältig sein und sowohl mit der körperlichen Konstitution des Mannes (30 bis 40 Prozent der Fälle), der Frau (ebenfalls in 30 bis 40 Prozent der Fälle) und beiden gleichermaßen (in 10 bis 30 Prozent aller Fälle) zu tun haben. Etwa 10 Prozent der unerfüllten Kinderwünsche lassen sich nicht auf eine körperliche Ursache zurückführen. Auf die Zeugungsfähigkeit des Mannes wirken sich Mumps-Erkrankungen als Jugendlicher, blockierte Samenleiter (beispielsweise nach einer Chlamydien-Infektion), Stress und eine gestörte Samenproduktion und -reifung, bedingt durch Nikotin, Alkohol, falsche Ernährung, Übergewicht oder extremes Ausdauertraining, negativ aus. Bei Frauen sind mögliche Ursachen oft die abnehmende Funktion der Eierstöcke in zunehmendem Alter, genetische Veränderungen der Eizelle, gestörte Funktionen der Eileiter oder Eierstöcke, Endometriose, ein gestörter Hormonhaushalt, Schilddrüsenfehlfunktionen, Stress und Gewichtsprobleme (Über- und Untergewicht). In der Regel kann gegen die körperlichen Ursachen von Unfruchtbarkeit keine wirkliche Vorsorge getroffen werden, aber wer gesund lebt, sich ausgewogen ernährt, und Alkohol und Nikotin nur in Maßen konsumiert, kann das Risiko für Unfruchtbarkeit zumindest deutlich senken. Im Umkehrschluss heißt das: Sowohl Männer als auch Frauen können durch einen vernünftigen Lebensstil die Chance auf ihr Wunschbaby erhöhen (siehe auch Tipps rechts).

Ursachenforschung

Paare, die schon seit längerer Zeit erfolglos versuchen, ein Kind zu zeugen, wissen: Die Suche nach den Ursachen stellt eine große Belastung für alle Beteiligten sowie die Beziehung dar. In vielen Fällen müssen sich die Paare einem regelrechten Untersuchungsmarathon stellen. „Unerfüllter Kinderwunsch ist auch aufgrund der Altersstruktur heute mehr denn je ein Thema, künstliche Befruchtung eines der Hauptschlagworte in diesem Zusammenhang. In-vitro-Fertilisation ist aber nicht in jedem Fall von Kinderlosigkeit zwangsläufig notwendig. Vor diesem letzten Schritt gilt es, eine ausführliche hormonelle Abklärung durchzuführen und wirklich alle vorhandenen Alternativen abzuwägen“, erklärt der Grazer Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Dr. Armin Breinl. 

So klappt es mit dem Wunschbaby 1/4
1. Ballast
Loswerden: Studien zufolge erhöht sich die Chance auf eine Schwangerschaft bei übergewichtigen Frauen um 80 Prozent, wenn diese Gewicht reduzieren. Dadurch verringern sich auch Komplikationen während der Geburt. Dasselbe gilt auch für Untergewichtige: Bringen Sie Ihr Gewicht in einen gesunden Rahmen, um Ihre Chancen zu optimieren. Auch seelischer Ballast kann eine Schwangerschaft verhindern. Gibt es ungelöste Konflikte, Ängste oder Sorgen? Sprechen Sie mit einem Experten darüber!


Die Möglichkeiten

Ist die Ursache gefunden, gilt es diese – wenn möglich – zu bekämpfen. Ein Problem mit dem Hormonhaushalt etwa kann durch eine gezielte Hormonbehandlung behoben werden. Das Ziel ist es, den Zyklus zu stabilisieren, die Eizellenreifung zu stimulieren und so einen Eisprung zu ermöglichen. Außerdem soll das Wachstum der Eibläschen damit gesteigert werden. Auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse und andere hormonelle Störungen werden so behandelt. Klappt es dennoch nicht auf natürlichem Weg, hat die Medizin noch einige Möglichkeiten zu bieten: Bei der Intrauterinen Insemination (IUI) werden Spermien aufbereitet und mit einem Schlauch direkt in die Gebärmutterhöhle geleitet. Nach mehrmaliger Wiederholung liegen die Erfolgschancen bei etwa 40 Prozent. Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) hingegen findet die Befruchtung der Eizelle außerhalb des Körpers, im Labor statt. Die befruchtete Eizelle wird danach der Frau wieder eingesetzt; auch hier mit einer Erfolgsquote von etwa 40 Prozent. Eine weitere Möglichkeit stellt die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) dar. Dabei wird eine ausgewählte Samenzelle unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle gespritzt. Diese Methode findet Anwendung, wenn vorangegangene IVF-Versuche erfolglos blieben.

Mehr dazu lesen Sie im aktuellen gesund&fit am 24.8.2015!