Hoffnung auf neue Corona-Therapien

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Hoffnung auf neue Corona-Therapien

Aktuell sind sie in aller Munde: die "Cluster". Diese Anhäufungen von Coronavirus-Infektionsfällen sind es, die massiv über die weitere Ausbreitung des Virus entscheiden können. Werden sie früh erkannt und entsprechend isoliert, kann Schlimmeres verhindert werden.

Maßnahmen wirken

Dass wir derzeit großteils nur mit clusterbedingten Anstiegen der Infektionszahlen zu tun haben, liegt an der effektiven Eindämmung der Virusaktivität im Frühjahr. Neben diversen Einschränkungen von offizieller Seite waren es vor allem die individuell umzusetzenden Maßnahmen, die dafür gesorgt haben, dass Österreich bis dato verhältnismäßig wenige Infizierte und Todesfälle zu verzeichnen hat. Allen voran gelten das Abstandhalten und der Verzicht auf Körperkontakt mit haushaltsfremden Personen als besonders präventiv. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes hat sich -nach anfänglicher Debatte um die Sinnhaftigkeit - ebenfalls als eine sehr wirksame Maßnahme erwiesen.

Richtige Masken-Hygiene

Wichtig für die Schutzwirkung der Masken ist die korrekte Handhabung und Reinigung. Die Hülle der Corona-Viren besteht aus Eiweißen, die hitzeempfindlich sind. Bei einer Temperatur ab 59 Grad Celsius können sie prinzipiell unschädlich gemacht werden. Ein Waschgang bei mindestens 60 Grad in der Maschine ist ein sehr effektiver Weg, den wiederverwendbaren MNS aus Baumwolle keimfrei zu bekommen. Alternativen bieten sich in Form von Auskochen im Topf, heißem und ausgiebigem Bügeln oder Erhitzen im Backofen (30 Min. bei 90 Grad). Wichtig für eine gute Hygiene ist es außerdem, vor Hantieren mit einem sauberen MNS und nach Ablegen des MNS immer die Hände gründlich mit Seife zu waschen. Ebenfalls ist die gründliche Trocknung des MNS nach der Reinigung Voraussetzung für Sicherheit. MNS sollte niemals mit Desinfektionsmittel besprüht werden. Die Produkte können bei falscher Anwendung für den Träger giftig sein und das Material schädigen.

Testmethoden im Check

Die zweite große Säule des Erfolgs ist die Testung und damit das frühe Erkennen und großräumige Isolieren von Erkrankungsfällen. Es kommen zwei grundlegend verschiedene Testprinzipien zum Einsatz: PCR-und Antikörpertests. Sie weisen unterschiedliche Stadien einer potenziellen SARS-CoV-2-Infektion nach. PCR-Tests können ausschließlich eine aktive Infektion nachweisen. Dazu wird ein Rachen-und Nasenabstrich entnommen. Im Labor wird das in der Probe enthaltene Genmaterial vermehrt, um Erbgut des Coronavirus sichtbar zu machen. Ist dieses zum Testzeitpunkt vorhanden, ist das Ergebnis positiv. Die Auswertungszeit ist in höchstem Maß von der Laborkapazität abhängig (im optimalsten Fall dauert der Prozess im Labor 90 Minuten). PCR-Tests sind also ideal, um aktive Infektionen zu erkennen. Jedoch können sie nichts darüber aussagen, ob eine Testperson eine Infektion womöglich bereits überstanden hat -aufgrund der oftmals nur milden oder ganz ausbleibenden Symptomatik eine sehr reale Möglichkeit. Hier kommen die Antikörper-Tests ins Spiel, die auf Basis einer Blutprobe funktionieren: Im Blut lässt sich nachweisen, ob eine Testperson bereits eine Immunreaktion auf das Virus durchlebt und in Folge Antikörper gebildet hat. Diese Werte geben etwa wichtige Aufschlüsse darüber, wie die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung stattgefunden hat. Entsprechend großflächige Testungen in der schwedischen Hauptstadt etwa konnten darlegen, dass mit Stand Ende April bereits jeder fünfte Stockholmer Antikörper in sich trug, also eine Infektion hinter sich hatte. Allerdings sind diese Zahlen kein Immunitätsgarant.

Keine automatische Immunität nach Infektion gegeben

Sehr lange wurde davon ausgegangen, dass nach einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 wahrscheinlich eine Immunität gegen den Erreger entsteht. Neuesten Erkenntnissen zufolge kann davon jedoch nicht immer ausgegangen werden, denn: Studien zeigten, dass die Antikörper, die (meist) nach einer Infektion gebildet werden, nicht bei allen Menschen dauerhaft im Blut nachweisbar sind. Vor allem bei milden oder asymptomatischen Verläufen soll die Konzentration der Antikörper im Blut schon nach ein paar Monaten wieder deutlich sinken können. Es könnte also sein, dass eine Ansteckung nicht automatisch vor einer weiteren schützt.

Erleichterte Probe-Entnahme dank neuem "Gurgel-Test"

Auch innerhalb der beiden Test-Gattungen etablieren sich nach und nach neue Möglichkeiten. Eine dieser noch recht jungen Methoden, um Coronaviren nachzuweisen, ist der sogenannte "Gurgeltest". Er gehört der Riege der PCR-Tests an und ist somit geeignet, eine aktive Infektion nachzuweisen. Sein großer Vorteil ist die vereinfachte Entnahme der Probe. Anstatt des unangenehmen und nur durch geschultes Personal durchführbaren Nasen-Rachen-Abstrichs, wie er dem herkömmlichen PCR-Test vorausgeht, reicht für die neue Methode einfaches Gurgeln: Rund eine Minuten lang muss mit einer speziellen Salzlösung gegurgelt werden, um eine adäquate Probe zu erhalten. In mehreren Versuchen haben Forscher der "Vienna COVID-19 Diagnostics Initiative" (VCDI) - eines Zusammenschlusses von 21 Wiener Forschungsinstituten -bisher "keinen Nachteil" gegenüber dem Nasen-Rachen-Abstrich entdeckt, wie der Molekularbiologe Prof. DDr. h. c. Michael Wagner im Mai in einem Gespräch mit der APA erklärte. Aufgrund der unkomplizierten Durchführung könnten die Proben eigenständig zu Hause gewonnen und dann zur Auswertung ins Labor weitergeleitet werden. Denkbar wären laut Prof. Wagner etwa öffentlich zugängliche Sammelstellen für Proben. Bei der Gewinnung gilt jedoch erhöhte Vorsicht: Beim Gurgeln können infektiöse Tröpfchen in der Luft verbreitet werden. Darum sollte, so der Rat des Experten, die Probenentnahme möglichst alleine und/oder im Freien erfolgen.

Neue Therapie-Erfolge

Hoffnung Plasmatherapie: Die ersten in Österreich mit Blutplasma genesenen Covid-19-Patienten konnten das LKH-Uniklinikum Graz verlassen, wie der Infektiologe Univ.-Prof. Dr. Robert Krause mitteilte. Insgesamt seien österreichweit bereits einige Therapien mit "rekonvaleszentem Plasma" durchgeführt worden. Krause betonte, dass es sich hier um einen experimentellen Therapieansatz handle, zu dem noch viele Fragen offen seien. Der Ansatz sei mitunter auch "nicht ohne Nebenwirkung", denn es könne nach der Gabe etwa zu allergischen Reaktionen oder Schädigungen der ohnehin von Covid-19 angegriffenen Lunge kommen. Es handle sich somit um eine "Option für ganz ausgewählte Patienten, die nicht auf alle übertragbar" sei, so Dr. Krause gegenüber der APA. Die Therapie gilt als erfolgsversprechend, es brauche aber noch viele wissenschaftliche Daten als sichere Basis für den breiteren Einsatz und mehr Plasma von früheren Infizierten.

Erfolgreiche Kombination Gute Nachrichten gibt es auch aus dem Bereich der medikamentösen Therapie von Covid-19. Schon lange wird im Kampf gegen die Erkrankung mit Off-Label-Use von Medikamenten experimentiert. Eine Studie aus Hongkong konnte nun darlegen, dass eine Kombination aus drei bestimmten Medikamenten bei Patienten mit einem milden bis moderaten Krankheitsverlauf die Anzahl der Viren im Körper schnell verringert. Es handelt sich um Präparate, die bei multipler Sklerose, gegen HIV und Hepatitis eingesetzt werden. Im Schnitt sieben Tage nach Behandlungsbeginn fielen die Covid-19-Tests der Studienteilnehmer negativ aus. Offen ist noch, ob sich dieser Erfolg auch bei schweren Krankheitsverläufen zeigen wird.

Remdesivir bei schwerem Verlauf Der Wirkstoff Remdesivir - Handelsname Veklury - wird in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission bekannt. Remdesivir gilt als eine von wenigen wirksamen Arzneien bei schweren Fällen der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit. Es kann Studien zufolge den Krankenhausaufenthalt verkürzen.
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