Heilungsansatz für Aids

Studie

Heilungsansatz für Aids

Für Aids-Kranke gibt es womöglich eine Perspektive für eine Heilungsmethode: Wissenschafter in Frankreich fanden einer am Dienstag veröffentlichten Studie zufolge heraus, dass die offensichtliche Spontanheilung von zwei HIV-infizierten Männern auf die Integration des veränderten, inaktiven Virus-Gencodes in deren DNA zurückging.

Ansatz für Heilung
"Diese Beobachtung ist ein denkbarer Ansatz für eine Heilung", sagte Didier Raoult von der Medizinfakultät im südfranzösischen Marseille. Die zwei Patienten waren mit dem HI-Virus infiziert, einer von ihnen schon seit rund 30 Jahren. Dennoch brach bei ihnen nie die Krankheit aus und sie wurden auch nie behandelt. Das Virus konnte mit den üblichen Tests in ihrem Blut nicht nachgewiesen werden, stellten die Autoren der Studie im Fachmagazin "Clinical Microbiology and Infection" fest.

Die Analysen der Forscher erlaubten es, das im Genom der Patienten gefundene Virus nachzubilden. Dabei konnten die Wissenschafter nachweisen, dass das HI-Virus durch eine Unterbrechung der Informationen seiner Erbsubstanz ausgeschaltet war. Das Virus konnte sich daher nicht vervielfältigen, blieb aber im Inneren der DNA der Patienten erhalten.

Spontanheilung
Dieser Effekt geht den Forschern zufolge auf ein Enzym namens Apobec zurück, das im Kampf gegen Aids erforscht wird, das aber normalerweise durch ein Protein des Virus inaktiviert wird. Die Studie eröffnet nach Ansicht der Autoren die Möglichkeit, eine Heilung durch die Nutzung dieses Enzyms oder die Stimulierung des Enzyms anzustreben. Auch könnten so bei neu infizierten Patienten die Aussichten auf eine Spontanheilung geprüft werden. Nach Einschätzung von Raoult könnten die Erkenntnisse auch die bisherigen Heilungsansätze ändern, die ausschließlich darauf ausgerichtet seien, den Körper von dem Aids-Erreger zu befreien.

Die Wissenschafter waren der Annahme nachgegangen, dass das HI-Virus sich ebenso verhält wie andere Retroviren, die sich in der DNA von Tieren und Menschen festsetzen. So hatten Forscher festgestellt, dass Koala-Bären gegen ein Virus resistent geworden waren, das sie neutralisiert und in ihre DNA integriert hatten. Diese Resistenz wird auch an die Nachkommen vererbt. Die französischen Wissenschafter gingen daher davon aus, dass es logischerweise auch beim HI-Virus solche Resistenzen geben müsse.

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