Gegen Knochenschwund hilft nur Prävention

Osteoporosetag am 30.Oktober

Gegen Knochenschwund hilft nur Prävention

Expertengespräch zum Wiener Osteoporosetag am 30. Oktober.

Sport und gesunde Ernährung in der Kindheit und Jugend zahlen sich aus: Eine möglichst starke Knochenmasse ist die wichtigste Vorbeugung gegen osteoporotische Frakturen im Alter, hieß es bei einem Expertengespräch anlässlich des 13. Wiener Osteoporosetags am 30. Oktober heute, Donnerstag, in Wien. Besonderes Augenmerk muss auf Osteoporosepatienten mit Diabetes gelegt werden.

Die Volkskrankheit Osteoporose, auch "Knochenschwund" genannt, betrifft vor allem ältere Frauen, aber auch Männer und junge Menschen. Bis zum 30. Lebensjahr wird die maximale Knochenmasse aufgebaut - ab da gilt es nur mehr, den Bestand aufrechtzuerhalten. Regelmäßiges Training im Erwachsenenalter erhält den dichten Knochen und beugt dem Muskelabbau und somit späterem Sturzrisiko vor.

Auch für Osteoporosepatienten ist verordnetes Trainieren unter Aufsicht wichtiger Teil der Therapie. "Einen Effekt hat es aber nur bei der richtigen, kalziumreichen, Ernährung", erklärte die Onkologie-Spezialistin Irene Kührer (MedUni Wien/AKH). Durch "Schlankheitswahn" und Kalziumräuber wie Fast Food würden bereits Junge zu wenig von dem wichtigen Mineralstoff aufnehmen.

Ebenso eine Rolle spielt der Hormonhaushalt, im besonderen Vitamin D. Dessen Bedeutung sei offensichtlich im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen, was die explodierende Zahl an Spiegel-Messungen nahelege, stellte Peter Bernecker, Ärztlicher Direktor des Pflegewohnhauses der Stadt Wien und Geriatriezentrum Leopoldstadt, fest Er hält eine Initialmessung und gegebenenfalls Substitution des Vitamins für sinnvoll, riet aber von "vierteljährlichen Spiegel-Verfolgungsjagden" ab.

Zu besonderer Achtsamkeit raten die Experten bei Osteoporosepatienten mit Diabetes mellitus, denn Zuckerkranke erleiden besonders häufig Knochenbrüche. Während ihre Knochendichte oftmals keine Auffälligkeiten zeige, würde die äußere Schale des diabetischen Knochens eine Art Löchrigkeit entwickeln. Diabetespatienten hätten zudem einen besonders trägen Knochenstoffwechsel. "Eine Knochendichtemessung alleine ergibt jedenfalls ein fälschlicherweise niedriges Frakturrisiko", warnte die Radiologin Janina Patsch (MedUni Wien/AKH).

Einig waren sich die Experten, dass neue Leitlinien zur Entlassung bei Knochenbruchpatienten notwendig seien. "Stellt der Radiologe eine osteoporotische Fraktur fest, muss sich diese Erkenntnis samt dem Hinweis, dass eine Abklärung und eventuell Therapie erforderlich ist, auch im Patientenbrief wiederfinden", erklärte Elisabeth Preisinger, Institutsvorständin am Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation am Krankenhaus Hietzing.