Lungenkrebs

Lungenkrebs

Führende Krebs-Todesursache bei Männern

Täglich wird in der EU bei 1.100 Menschen ein Lungenkarzinom diagnostiziert

Der Lungenkrebs-Weltkongress (IASLC 17th World Conference on Lung Cancer) der International Association for the Study of Lung Cancer findet in diesem Jahr in Wien statt. Von 4. bis 7. Dezember 2016 werden rund 6.000 Spezialisten die aktuellen Entwicklungen zur Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie des Lungenkrebses diskutieren, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung.

Vor allem Raucher betroffen

In Zentraleuropa betreffen 85 Prozent aller Lungenkrebs-Erkrankungen Raucher oder ehemalige Raucher: Grund genug für die Organisatoren, der Lungenkrebs-Prävention im Allgemeinen und der Tabakkontrolle im Besonderen einen prominenten Platz im Kongressprogramm einzuräumen. "Die Bedeutung der Prävention, zukünftige Möglichkeiten der Früherkennung, die immer mehr verfeinerte und genauere Diagnostik, etwa durch die molekulare Analyse von Tumoren oder durch Genanalysen aus dem Blut von Patienten, sowie Fortschritte bei immer präziseren Therapien sind wichtige Kongressschwerpunkte", berichtete Kongresspräsident Robert Pirker vom Comprehensive Cancer Center (MedUni Wien/AKH). "Hier spielen insbesondere die zielgerichteten Therapien sowie die innovativen Immuntherapien eine wichtige Rolle." Das Kongressmotto lautet: "WCLC 2016 - Together against Lung Cancer".

75 Prozent der Diagnosen kommen zu spät

Täglich wird in der EU bei 1.100 Menschen ein Lungenkarzinom diagnostiziert. Täglich sterben daran rund 1.000 Menschen. Pro Jahr sind das 353.000 Tote. 2013 starben an einem Lungenkarzinom in Österreich 2.537 Männer und 1.357 Frauen. Die Chancen sind deshalb so schlecht, weil 75 Prozent der Diagnosen zu spät für eine heilende Behandlung gestellt werden. Die Relation zwischen Neudiagnosen und Todesfällen der zu 85 Prozent auf Raucher entfallenden Krankheit zeigt folgende Statistik: Im Durchschnitt von 28 bzw. 29 Staaten überleben in Europa 12,9 Prozent der Lungenkarzinompatienten fünf Jahre (Österreich mit Spitzenplatz: 16,1 Prozent). Hingegen überleben in Europa durchschnittlich 81,8 Prozent der Brustkrebspatientinnen zumindest fünf Jahre.

Die weltweiten Zahlen sind genauso erschütternd. Lungenkrebs ist die häufigste Krebsform und die führende Krebs-Todesursache bei Männern in 91 Staaten und bei Frauen bereits in 17. Das entspricht pro Jahr 1,82 Millionen neuer Fälle und 1,6 Millionen Toten im Jahr 2012.