19. Februar 2016 13:33
Methoden gegen Fehlsichtigkeit
Endlich scharf sehen
Brillen, Kontaktlinsen oder Augenkorrektur?
Endlich scharf sehen
© Getty Images

Die Welt klar und deutlich sehen, ohne Brille oder Kontaktlinsen – viele Menschen wünschen sich diese Freiheit und entscheiden sich daher für eine Laser-Operation.

3 Mio. Österreicher leiden laut Statistik an einer Sehschwäche
Angelaufene Brillengläser, verrutschte Kontaktlinsen  oder verlegte Lesebrillen sind Vergangenheit – stattdessen scharfes Sehen bereits beim ersten Augenaufschlag in der Früh. Diesen Wunsch erfüllen sich immer mehr Fehlsichtige dank der neuen Lasermethoden zur Augenkorrektur. Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) aber auch Altersweitsichtigkeit lassen sich rasch und relativ risikoarm durch einen unblutigen ambulanten Eingriff beheben.




Leben ohne Sehhilfe
Fehlsichtigkeitskorrekturen mithilfe der Lasertechnologie gibt es bereits seit über zwei Jahrzehnten und nach vorliegenden Untersuchungen sind die Ergebnisse sehr gut und stabil. Dennoch bedeutet ein Eingriff am Auge für die meisten Menschen eine große Überwindung, handelt es sich hierbei doch um unser wichtigstes Sinnesorgan. Mittlerweile stehen eine Reihe von Techniken zur Verfügung, die immer raschere, schonendere Eingriffe am Auge erlauben und die Komplikationsrisiken deutlich reduzieren. Welche Methode geeignet ist, hängt von der Stärke der Fehlsichtigkeit und individuellen körperlichen Faktoren des Patienten ab.




Verschiedene Methoden
Bei normaler Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung bei Sehschwächen von minus 10 bis plus 5 Dioptrien kommt in den meisten Fällen die LASIK-Methode zum Einsatz. Bestehen jedoch Kontraindikationen – wie etwa eine zu dünne Hornhaut – ist die LASEK-Technik die geeignete Wahl. Hier ist aber das Spektrum der zu behandelnden Dioptrienzahl geringer. Bei stärkerer Kurzsichtigkeit – vorausgesetzt, die Hornhaut ist entsprechend dick – kann das neue minimalinvasive Relex-Smile-Verfahren eingesetzt werden. Dabei wird das zur Fehlsichtigkeit führende Hornhautgewebe nicht verdampft, sondern mit winzigen Schnitten im Inneren der Hornhaut ein Scheibchen herausgeschnitten und über einen seitlichen Einschnitt entfernt. Die oberste Hornhautschicht bleibt intakt (kein Flap erforderlich). „Man braucht aber eine gewisse Dicke der Hornhaut, noch ­dicker als bei der LASIK-Methode“, erklärt die Augenärztin Prof. Dr. Susanne Binder. Ist die Hornhaut zu dünn, sind die Augen zu trocken, bestehen Erkrankungen wie Diabetes oder schwerer Rheumatismus oder muss der Patient bestimmte Medikamente einnehmen, ist auf eine Laseroperation generell zu verzichten. In diesen Fällen wird die Fehlsichtigkeit eventuell durch das Einsetzen einer Kunstlinse korrigiert.




Altersweitsichtigkeit
Ab dem 40. Lebensjahr verliert die Augenlinse ihre Elastizität, was sich durch nachlassende Anpassungsfähigkeit im Nahsichtbereich bemerkbar macht. Mittlerweile lässt sich auch die Altersweitsichtigkeit mittels Laser beheben. „Ist der Patient bei der Laserkorrektur der Kurzsichtigkeit schon 40 Jahre, wird die Sehschwäche nicht an beiden Augen auf null korrigiert, sondern an einem Auge eine bis 1,5 Diop­trien belassen“, erklärt Prof. Binder. Dadurch sieht der Patient auf einem Auge scharf in die Ferne, das andere ist zum Lesen geeignet. „Das funktioniert sehr gut“, so die Expertin.

Risiken selten, aber vorhanden
So sicher Augenlasern mittlerweile ist, wie bei jedem Eingriff sind Komplikationen nicht ausgeschlossen. Die bekanntesten Nebenwirkungen sind trockene Augen. Dies kommt vor allem bei der LASIK-Methode häufig vor und kann bis zu 12 Monate anhalten. Ebenso können erhöhte Lichtempfindlichkeit, Blendeffekte und Lichthöfe (Halos) bei Dämmerung und in der Nacht auftreten und beim Autofahren unangenehm werden. Infektionen sind auch nicht ausgeschlossen. In sehr seltenen Fällen tritt Jahre nach der Operation eine Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut (Keratektasie) auf. „Dies ist eher bei der LASIK-Methode der Fall, wenn zu viele Dioptrien entfernt werden müssen und die verbliebene Hornhaut zu dünn ist. Dann kann es vor allem bei Frauen in der Schwangerschaft passieren, dass sich das Gewebe aufweicht und es zu Vorwölbungen der Hornhaut kommt“, erklärt Prof. Binder. Dieses Risiko besteht auch, wenn die Patienten Medikamente wie Kortison nehmen. „Wer einmal eine Laser-OP hatte und dann Kortison nimmt, sollte daher aufpassen“, warnt die Expertin. Neben den Vorteilen sollten daher auch die möglichen Risiken einer Laseroperation besprochen und die für den Patienten bestmögliche Behandlungsmethode  gefunden werden.