Der Rücken als Gesundheitszentrale

Ihr Rücken-Atlas

Der Rücken als Gesundheitszentrale

Warum sich Probleme mit der Wirbelsäule auf den gesamten Körper auswirken können.

Es ist oftmals nur eine kleine falsch ausgeführte  Bewegung, ehe ein stechender Schmerz  durch den Körper fährt – die Rückenmuskulatur verkrampft.  Glaubten Wissenschaftler bisher, dass diese Verspannungen im Bereich der Wirbelsäule harmlos sind, weiß man heute: Das Gegenteil ist der Fall. Verspannungen dieser Art wirken sich auf den gesamten Organismus aus und können Auslöser für Migräneattacken (Cervicalsyndrom), Asthma, Herzprobleme und im schlimmsten Fall einen Infarkt sein. Demnach entspricht jeder Wirbel einem Organ – unser Gehirn kommuniziert mittels zentralem Nervensystem (verlängertes Rückenmark und Rückenmark) mit Herz, Lunge & Co. Diese Tatsache lässt die scheinbar harmlosen Rückenschmerzen in einem ganz neuen Licht erscheinen.

3 Problemzonen der Wirbelsäule 1/3
Halswirbelsäule C 1–C 7
Stress sitzt uns im wahrsten Sinne des Wortes im Nacken und kann dort zu schmerzhaften Verspannungen führen. Schwindel, Sehstörungen, Ohrensausen oder Herzrasen sind mögliche Folgen der Verspannungen. Vermeiden Sie abrupte Drehbewegungen mit dem Kopf, um Verletzungen vorzubeugen. Versuchen Sie die meiste Zeit eine gerade Haltung einzunehmen, das entspannt Nacken- und Schultermuskulatur. Stellen Sie sich vor, Ihr Kopf wird von einem unsichtbaren Faden hochgezogen. Wichtig: Beim Lesen den Kopf abstützen bzw. ablegen und beim Telefonieren das Handy nicht zwischen Kopf und Schulter einklemmen.

Verspannungen als Auslöser
Rund 90 Prozent aller Rückenbeschwerden werden durch Verspannungen bzw. Verhärtungen begünstigt. Der häufigste Auslöser dieser Verspannungen ist auf die Anatomie der Wirbelsäule zurückzuführen. Bereits geringste Abweichungen der Wirbel von ihrer anatomisch-physiologisch vorgesehenen Position haben gravierende Auswirkungen auf die Haltung. Durch derartige Wirbeldispositionen werden die Austrittsöffnungen unserer Nervenbahnen verschmälert und somit Druck auf die Nerven ausgeübt. Diese Nervenengpässe müssen nicht unbedingt mit Schmerzen einhergehen, es kann auch lediglich zur Beeinträchtigung der nervlichen Versorgung unserer Organe kommen. Herzrhythmusstörungen, Magenprobleme oder ein geschwächtes Immunsystem sind Folgen, die im weiteren Verlauf, je nach Lokalisation der Blockade, auftreten können. Welcher Wirbel für welche Beschwerden verantwortlich ist, lesen Sie auf den vorherigen Seiten.
 
Der Rücken als Gesundheitszentrale
Auch unser psychisches Wohlbefinden hat Einfluss auf den Muskeltonus: Allen voran Stress. Bewegung (Ausdauersport) an der frischen Luft hilft, Stresshormone abzubauen und so Rückenproblemen vorzubeugen. Nordic Walking qualifiziert sich als die Einsteiger-Sportart schlechthin, da alle Muskeln von Kopf bis Fuß gefordert werden. Die harmonischen Bewegungsabläufe lösen sogar Muskelverspannungen in Schultern und Nacken. Ebenfalls geeignet: Schwimmen im warmen Wasser, denn Kälte bekommt der Wirbelsäule gar nicht gut, da die Muskulatur durch die Auskühlung verhärtet. Beim Schwimmen werden die Gelenke entlastet und die Rumpfmuskulatur gekräftigt.  Ebenso wichtig wie die Kräftigung der Rückenmuskulatur ist die Kräftigung der Bauchmuskulatur, die einen erheblichen Beitrag zur Stabilisation des Körpers beiträgt. Die besten Übungen für einen langfristig gesunden Rücken und bei akuten Beschwerden finden Sie oben sowie auf der folgenden Seite.
Sind die Rückenbeschwerden so weit fortgeschritten, dass eine alleinige Therapie durch Bewegung nicht mehr möglich ist, ist es ratsam, einen Osteopaten aufzusuchen. Dieser löst die Blockaden im Rücken und sorgt für Gleichgewicht im Organismus. In weiterer Folge ist die Kräftigung des Rückens durch entsprechende Übungen unverzichtbar.

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Welcher Wirbel ist wofür verantwortlich?
Der erste Halswirbel C 1 (Atlas) steht für Gedächtnisprobleme, Müdigkeit, Migräne und Schwindel. Verspannungen in der Region von C 2 können Ursache für Augenleiden, Ohrenschmerzen, Ohnmachtsanfälle, Nebenhölenbeschwerden und Allergien sein. C 3 wird mit Akne, Zahnproblemen und Ohrengeräuschen in Verbindung gebracht. C 4 kann Gehörverlust, Schleimhautprobleme und Dauerschnupfen verursachen. C 5 kann Heiserkeit, chronische Erkältungen, Halsschmerzen und Kehlkopfentzündungen begünstigen. C 6 beeinflusst Nackensteife, Schmerzen in den Oberarmen, Keuchhusten und Mandelentzündungen. C 7 kann zu Schilddrüsenerkrankungen, Erkältungen, Schleimbeutelentzündungen und Tennisarm führen.

Der Brustwirbel Th 1 kann Atembeschwerden (Asthma), Sehnenscheidenentzündungen, sowie Schmerzen in Händen und Unterarmen auslösen. Th 2 wird mit funktionellen Herzbeschwerden (Rhythmusstörungen) und Ängsten in Verbindung gebracht. Verspannungen im Bereich Th 3 können Ursache für Bronchitis oder eine Rippenfell- bzw. Lungenentzündung sein. In der Region Th 4 entstehen Gallenleiden (Gelbsucht), seitliches Kopfweh und Gürtelrose. Th 5 steht für niedrigen Blutdruck, Leberleiden, sämtliche Magenprobleme, Leberleiden und und Kreislaufprobleme. Der Wirbel Th 6 ist für Verdauungsstörungen und Sodbrennen verantwortlich. Th 7 wird mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Diabetes) und des Magen-Darm-Trakts (Geschwüre, Gastritis) in Verbindung gebracht. Th 8 ist mitverantwortlich für ein geschwächtes Immunsystem, Milzprobleme sowie Stoffwechselstörungen. Th 9 gilt al Wirbel, mit dem Probleme der Nebennieren, Allergien und Ekzeme einhergehen. Th 10 steht für allgemeine Nierenprobleme, chronische Müdigkeit und Arterienverkalkung. Th 11 steht in Verbindung mit den Nieren – löst Hautprobleme, Furunkel und Ekzeme aus. Th 12 kann mitschuldig für Rheuma sein und ist zuständig für Dünndarm und Lymphsystem.

Der erste Lendenwirbel L 1 ist mitverantwortlich für Verstopfungen, Durchfall und Darmblutungen. L 2 spielt eine tragende Rolle bei Krämpfen, Venenproblemen und Übersäuerung. L 3 wirkt sich auf das Klimakterium und die Potenz aus, er kann Blasenleiden verursachen. L 4 beeinflusst die Prostata und ist Auslöser für Hexenschuss und Ischiasbeschwerden. L 5 steht in Verbindung mit den Sprunggelenken, den Füßen und mit Wadenkrämpfen.

Buchtipp: Prof. Dr. Ingo Froböse: „Rücken-Akut-Training.  Mit Bewegung zu einem schmerzfreien Alltag“, inkl. DVD, 80 Seiten, um 20,60 Euro.